Wie nützlich sind Bienen?

Bienen anlocken für den Garten

Der eigene Garten dient natürlich in erster Linie dem Gärtner, als Erholung, Entspannung, Experimentierfeld oder sonstigem. Doch neben diesen „egoistischen“ Gründen ist der Garten auch eine sehr wertvolle Heimat für Tier, allen voran Insekten wie Wildbienen oder Hummeln. Wenn man den Tieren entgegenkommen möchte, dann achtet man beim Anlegen oder Bepflanzen des Gartens auf bestimmte Dinge. Denn die Insekten haben bei den Pflanzen nicht gerade den gleichen Geschmack wie der Gärtner. Deshalb heißt es, seinen eigenen Wunsch für die Tierchen mal hinten anzustellen. Tatsächlich ziehen bestimmte Pflanzen erst bestimmte Insekten wie die Schenkelbienen oder Wollbienen an. Man geht davon aus, dass z.Bsp. etwa 35% der Wildbienen nur ganz bestimmte Pollen sammeln. Zuerst sollte man auf heimische Pflanzen achten, was gar nicht so einfach ist, denn eine ganze Reihe von beliebten Gartenpflanzen stammen eigentlich gar nicht von hier, sprich aus unseren Breitengraden. Dazu gehören Gewächse wie die Robinie mit weißer Blütenpracht oder auchTulpen, alle sehr gerne von den Bienen angenommen, aber es ist leider vorprogrammiert, dass sie in ihrer Üppigkeit die einheimischen Arten verdrängen und benötigte unbepflanzte Fläche zuwachsen. Ein Beispiel ist auch das Springkraut, oft zu unrecht verteufelt, ist es sehr nektarreich, aber leider breitet es sich auch unerbittlich aus. Also sollte man sich vielleicht öfter mal auf die heimischen Pflanzen rückbesinnen. Außerdem ist es auch eine Tatsache, das viele ursprüngliche Wildpflanzen immer weiter bezüchtet werden, um möglichst üppig und prachtvoll zu blühen. Dies ist für viele Bienen geradezu kontraproduktiv. Denn große, übervolle, gefüllte Blüten öffnen sich nicht gerade leicht, damit man sie bestäuben kann, noch dazu wird bei vielen Züchtungen daraufhin gearbeitet, dass die Innereien der Blüten zu Blütenblätter werden, um möglichst prächtig auszusehen. Das führt allerdings dazu, dass Nektar und Pollen wegen der fehlenden Innereien nicht mehr vorhanden sind und damit werden die Pflanzen unattraktiv für die Insekten. Deshalb sollte man beim Anlegen eines insekten-, oder bienenfreundlichen Gartens auf Züchtungen nicht ganz soviel Wert legen. Ein wichtiger Aspekt ist auch noch die Blühzeit. Also muss man darauf achten, dass die Blütenpracht nicht nur immer Frühjahr überbordend auftritt, sondern auch im eher wenigblühenden Sommer ein paar bunte Pflanzen auftreten.

Pflanzen, die Vögel, Wildbienen oder andere Gesellen so gar nicht brauchen, sind tatsächlich die Magnolie, da sie kaum Nektar hat, die Forsythie, deren Blüten einfach nicht gemocht werden, oder auch dem gleichen Grund, der Pfeifenstrauch. Sehr begehrt dagegen sind die ausdauernd blühenden Malven, sie sind auch noch extrem pollenreich. Ebenso begehrt, natürlich, die Sonnenblumen, vor allem, weil sie auch spät im Sommer blühen.

Welche Bienen- und Wespenarten gibt es?

 

Die Efeu-Seidenbiene kann bis zu 15mm lang werden, sie wurde erst spät als eigene Art registriert, nämlich erst in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Ihr besonderes Merkmal ist, dass sie spät im Jahr fliegt, was eher untypisch für Wildbienen ist. Die Efeu-Seidenbiene sieht der Honigbiene recht ähnlich, aber ihr Hinterleib ist kräftiger gefärbt, außerdem hat sie, nomen est omen, eine sehr spezielle Vorliebe für Efeu. Ihr Nistort ist vorzugsweise der boden, sandig und in Hanglage, und vor allem in der Nähe von Efeu.

Eine sehr auffällige Biene ist die Blutbiene, wegen ihrer Farbe und auch oft kleinen Größe, wird sie gern mit Ameisen verwechselt. Ihr Hinterleib ist blutrot bis auf eine schwarze Spitze, während sie sonst schwarz ist. In der Blütenauswahl ist die Biene nicht sehr wählerisch.

Eine recht große und eher ungewöhnliche Biene ist die Raufüßige Hosenbiene. Tatsächlich sieht es so aus als hätte sie an Ihren Hinterbeinen Hosen mit langen dunkelgelben Haaren an. Sie wird bis 15mm groß und wirkt insgesamt recht kräftig. Ihr Nistort ist der Boden und sie fliegt bis Ende September. Ihre Nahrungsquelle sind gezielt Korbblütler wie Habichtskraut oder Wegwarte.

Ganz schwarz mit knackigen gelben Bändern ist die Große Wollbiene, die Männchen werden bis 18mm lang. Sie nisten in Holz, Boden und Stein. Sie bauen Ihre Nester ist bereits bestehenden Löchern.

Die bekannteste Wildbiene ist die Rote Mauerbiene. Sie changiert zwischen hellbraun, rotbraun und dunkelbraun. Ihr Nistort ist Totholz und Pflanzenstängel und sie fliegt nur bis Ende Juni. Bezüglich ihrer Nahrungspflanzen ist sie nicht spezialisiert. Manchmal findet man sie auch in Schraublöchern, Mauer- oder Fensterrahmenritzen. Mehr Infos findet man über wildbienen unter www.wildbienen.info oder www.wildbiene.de

Auch unter den Hummeln gibt es bemerkenswerte Arten wie die Dunkle Erdhummel als die wohl bekannteste Art. Außerdem die Gartenhummel mit einem 21mm langen Saugrüssel oder die Wiesen-und Steinhummel. Auch hier gibt’s ein paar sehr informative Infoquellen unter www.bombus.de oder www.aktion-hummelschutz.de.

Obwohl meist nicht sehr beliebt, gehören die Wespen auch zu nützlichen Bewohnern im Garten. Die Haus-Feldwespe und die Heide-Feldwespe sind die wohl bekanntesten Vertreter. Dazu gehört aber auch die Hornisse mit bis zu 38mm großen Königinnen, ihr Lebensraum sind Waldränder und Baumbestände mit alten Bäumen, aber auch in Menschennähe sieht man sie immer öfter. Sie fliegen von Anfang April bis Ende Oktober.

Wer selbst als Imker tätig werden möchte, kann hier mein Interview mit einem Imker in der Großstadt lesen.