Klostergärten im Wandel der Zeit
Die Geschichte der Klöstergärten ist äusserst komplex, sehr widersprüchlich und deshalb auch schwierig zu recherchieren. Es gibt wenige recht schwierig belegbare Grundlagen und Infos. So wurde bis heute keine originale Information zum Klostergarten im Mittelalter gefunden. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass sich die Gärten aus römischer und griechischer Zeit herausgebildet haben und dann weiterentwickelt und geführt wurden. Die Mönche und Nonnen waren dabei so etwas wie die Intellektuellen der Byzantinischen Zeit und des Mittelalters. Sie arbeiteten in Armarien(Bibliotheken) und Scriptorien(SChreibstuben). Sicher verbürgt sind zwei Personen in der Geschichte von Klöstergärten. Hildegard von Bingen um 1098 und der Gelehrte und Dominikanermönch Albertus Magnus etwas später. Eine Grundlage, die Arbeit am Klostergarten zu verstärken, dürfte für die jeweiligen Konvente das Verhindern der Ausbreitung des Islam mit all seinem Heilwissen gewesen sein. Man wollte eigenes Wissen über Heilkunst und Kräuter erwerben. Außerdem strebten die Klöster tradionell nach Spiritualität und Selbstheilung. Dann war noch eine bedeutende Note die Lieferschwierigkeiten bei Heilpflanzen, die langen Handelswege und der Preis.
Der erste historisch sicher nachgewiesene Klostergarten war um 750 – 821n.Chr. die Anlage des Abtes Benedikt von Ariane. Dann natürlich der berühmte Klostergarten von St. Gallen um etw 820 n.Chr.
Natürlich unterlag auch der Klostergarten dem Wandel der Zeit. Zuerst wurden die Gartenanlagen immer eingefriedet mit Hecken, Zäunen oder Mauern, es bildet sich ein abgeschlossener Kosmos wie es auch die Klöster selbst repräsentierten. Man wollte sich auf dem Weg zur spirituellen Vollkommenheit nicht stören lassen. Der Garten diente der Meditation und Recreation. Doch nach und nach verschwanden die eingeschlossenen Zellen und es siedelten sich sogar klösterliche Großbetriebe an die Gärten an. Natürlich gab es auch vehemente Gegner wie den Hl. Hyronimus, der mit Eifer gegen die Gärten wetterte.
Eine Zäsur für die Mönche war die Entdeckung Amerikas. Es wurden neue Pflanzen wie Tomaten, Paprika, Bohnen, Annanas, Kartoffel, Mais oder Kürbis eingeführt, im Gegenzug verbreiteten sich Getreide und andere euröpäische Pflanzen in der neuen Welt.
Trotz der späteren Säkularisierung im 18.Jhd verschwand der Klostergarten nicht, sondern wurde weiterentwickelt und der Zeit angepasst.
Heute gibt es noch immer Klosterprodukte aus früheren Zeiten, wie den Melissengeist von den Karmelitern aus Regensburg, Benediktiner(Kräuterlikör) oder auch das Kölnisch Wasser.
Schöne Klostergärten kann man auch heute noch bewundern, so z.Bsp.:
Heidelberg, Jesuitengarten, Barock
Maulbronn, Zisterzienser, sehr gut erhaltene Anlage
Salem, Bodensee, Schlossgarten, Zisterzienser
Eichstätt, Kapuziner, neu angelegt
Passau, Jesuitengarten, Botanischer Garten
Hildesheim, Zisterzienser, Windmühle, Wassermühle, Gartenhaus
