Schlagwort: Spalierobst

Apfelgarten anlegen

Erste Planungen für einen Apfelgarten

Nachdem wir jetzt schon einige Jahre ein paar Halbstamm-Apfelbäume pflegen und hin und wieder einen neuen Apfelbaum hinzu pflanzten, überlegen wir jetzt einen Garten mit Apfelbäumen anzulegen.

Spalierobst Apfelgarten

Spalierobst-Baum im Apfelgarten

Äpfel sind sehr gesund und können bis ins Frühjahr hinein gelagert werden. Ausserdem kann man Apfelsaft herstellen. Aus dem Saft der Äpfel haben wir in den vergangenen Jahren auch Apfelwein hergestellt. Dazu könnt ihr unseren Artikel gerne nachlesen. Ausserdem kann man aus Apfelwein auch einen Apfeldessertwein oder einen Apfelsekt herstellen. Das Ganze ist bei uns noch in der Erprobung, zeigt aber schon erste Früchte.

Ein besonderes Geschmackserlebnis bietet uns aber auch der eigene Apfelessig. Diesen nutzten wir überwiegend für die Salatzubereitung. Den Geschmack des eigenen Apfelessig kann man nicht mit dem meist billigen Industrieessig vergleichen.

All diese Verwendungsmöglichkeiten sprechen nun dafür mehr eigenes Obst im Garten ernten zu können. Deshalb die Überlegung einen Apfelgarten anzulegen.

Jetzt stellen sich folgende Fragen:

Gibt es rechtlich etwas zu beachten? Ist der Boden geeignet? Welche Wuchsart? Spalier, Spindel etc.? Welcher Schutzzaun ist möglich/nötig? Welche Apfelsorten? Passen auch ein paar Naschobstsorten dazu? Wie groß soll der Apfelgarten werden? Wo kann ich mir einen bestehenden Apfelgarten ansehen?

Da das Grundstück ausserhalb einer Stadt liegt hab ich mit dem zuständigen Landratsamt Kontakt aufgenommen. Dabei stellte sich heraus das die Umzäunung die wir planen durchaus einer Genehmigung bedarf. Ein Zaun egal welcher Art, benötigt eine Baugenehmigung! So zumindest in Bayern, das mag in anderen Bundesländern anders sein.

Nach weiteren Telefonaten mit dem zuständigen Sachbearbeiter für Naturschutz stellte sich dann heraus das es für einen Forstzaun wohl so eine Art Zwischenlösung ohne Baugenehmigung geben könnte. Um eine eindeutige Klärung zu bekommen muss ich noch die Flur Nr angeben um sicher zu sein dass das Grundstück kein Biotop/ Feuchtgebiet ist. Im einem Naturschutzgebiet darf es keinen Zaun, auch keinen Forstzaun geben.

Im nächsten Schritt möchte ich mir zuerst einmal einen bestehenden Apfelgarten anschauen. Das ist jetzt nicht ganz so einfach. Doch wir haben einen Besitzer gefunden der einen Apfelgarten angelegt hat und diesen schon seit einigen Jahren pflegt. Das erste Telefonat mit ihm stimmt uns ermutigend. Wir werden uns deshalb in Kürze mit dem Apfelgartenbesitzer treffen und uns austauschen. Wir haben eine ganze Frageliste aufgestellt.

So aber selbst bei der besten Planung kann  uns die Natur immer einen Strich durch die Rechnung machen. Deshalb heißt es für uns zuerst einmal testen. Wir werden ein paar Bäume ( 10-20) 5 Spalierobstbäume im Herbst pflanzen und probieren aus wie diese wachsen, welche Sorten es am besten schaffen und welche Sorten es eher nicht weiter geben wird. Das ist natürlich ein Minitest aber besser wie wild drauf los pflanzen und hinterher die ganze Arbeit um sonst getan zu haben.

Nachtrag zum Besuch im Apfelgarten-04.09.2016

So, jetzt habe ich ausgiebig mit dem Hobby-Apfelbauer gesprochen. Um einen Spalierapfel zu pflanzen bedarf es zuerst eines Drahtgerüstes. Das wußte ich zwar schon, wie genau das geht hab ich mir aber jetzt beim Besuch angesehen.

Am besten eignen sich Apfelbäume in Spindelform und ganz wichtig – auf einer Unterlage M9. Das ist eine sehr schwach wachsende Unterlage, die die Bäume so auf etwa 2-3 Meter Höhe wachsen lässt.

Vorteile eines Spalierbaumes

Der Pflege- und Ernteaufwand ist sehr gering. So kann man meist ohne Leiter alle Arbeiten vom Boden aus erledigen. Ausserdem benötigt ein Spalierbaum nur eine Grundfläche von etwa 2-3 qm. Im Vergleich dazu benötigt unser Boskoop Halbstamm eine Grundfläche von mehr als 50 qm.

Der Ertrag pro Baum ist dann auch noch interessant. Man darf hier wohl von etwa 20 kg pro Baum/Jahr ausgehen. Das sehen wir dann in den nächsten Jahren.

Ein weiterer Vorteil von Spalierapfelbäumen ist der frühe Ertrag, meist ab dem 2. Pflanzjahr. Auch hier kann ich aus eigenen Erfahrung sagen das unser Grafensteiner-Halbstamm nach 6 Standjahren in diesem Jahr erstmals eine Ernte von 5 Äpfel gebracht hat.

Meine erste Sortenauswahl:

Ich will hier bunt mischen, Sommerapfel, Herbstapfel und Winterapfelsorten.

Auf meiner Pflanzliste steht jetzt:

Jakob-Fischer(wohlschmeckender Sommerapfel Ende August)

Goldparmäne (eine uralte Apfelsorte aus dem 16.Jahrundert)

Roter Boskoop ( der Klassiker unter den Winteräpfeln)

Freiherr von Hallberg ( eine neue Apfelsorte vom Obstzentrum)

Ontario ( ebenfalls ein klassischer Winterapfel, sehr lange lagerbar)

Finkenwerden Herbstprinz ( Hasenkopf, soll sehr wohlschmeckende sein, lass mich überraschen)

Weitere Sorten folgen wenn der Test erfolgreich war und die Ernte, der Wuchs und die Bodenverträglichkeit geklärt sind.

Hier könnt ihr meine Pflanzung der Spalierobstbäumchen nachlesen.

 

Spalierobst planen und pflanzen

Grundvoraussetzung für Spalierobst

Trägt man sich mit dem Gedanken Spalierobst anzupflanzen, so ist natürlich die erste Frage, die nach der geeigneten Unterstützungsvorrichtung, kurz gesagt, wohin mit dem Spalierbaum. Solche Stützen haben zuerst die Aufgabe, den Baum zu sichern und ihm einen festen Stand zu geben und dann soll das Bäumchen natürlich richtig geformt und gestaltet werden. Bei der Auswahl des Materials sollte man sich auf jeden Fall der Umgebung einigermaßen anpassen. Nicht zu vergessen, fallen die Blätter sieht man auch das Spalier. Materialien können Stahl, Beton oder Holz sein, man muss bei der  Auswahl auch die Stärke des Baumes oder des zukünftigen Baumes beachten, sowie die Witterungseinflüsse bedenken. Verwendet man desöfteren Pflanzenschutzmittel, so ist es vielleicht ganz gut, dies auch in die Materialplanungen einzubeziehen. Optimal ist es natürlich, wenn das Spalier genauso lange hält wie der Baum.
Grundsätzlich unterscheidet man drei Arten der Unterstützung, nämlich das sogenannte Freie Spalier, das Wandspalier und die Pergola. Am bekanntesten dürfte dabei das Wandspalier. Bei Baum ist darauf zu achten, dass ein kleiner Abstand zwischen Haus und Spalier bleibt. Niemals die einzelnen Spalierteile direkt an der Hauswand befestigen. Vor allem für die Gewährleistung der Durchlüftung ist dies ein wichtiger Aspekt.

Das Spalier langfristig und gut haltbar planen

Das gesamte Spalier besteht normalerweise aus einem unteren und oberen Querträger, die an Stahlhaken in der Wand gehängt werden. Daran kann man dann im Abstand von etwa 30-35cm senkrechte Latten oder ähnliches befestigen.  Die Latten sollen nicht zu dünn oder zu dick sein, ideal sind ungefähr 25cm x 30cm.  Je nach persönlicher Vorlieben und Funktion, kann man auch einfach senkrechte oder waagrechte Drähte ziehen und spannen. Dopppelt verzinkter Eisendraht korrodiert, deshalb vielleicht eher plastikummantelten Draht nehmen. En weiteres bekanntes Stützkorsett für Spalierobst ist die Pergola oder Dachlaube. Dabei gibt es vielerlei Gestaltungsmöglichkeiten. So kann man Sitzplätze schaffen oder Laubengängen schaffen. Die Pergola ist mit Sicherheit das dekorativste Spalier. Hauptmaterial sind dabei fast immer Holz oder Eisen, für die bedachte Pergola zusätzlich Holzlatten und Drähte. Da auf einem Dachspalier hoher Druck lasten kann, sollte die dazugehörige Pergola stabil und sicher gebaut sein. Vor allem die waagrechten Latten müssen stärker sein als die vergleichbaren  beim Wandspalier.

Um Schäden an dem verwendeten Holz zu verwenden, müssen Holzpfosten so angebracht werden(an einbetonierte Eisen geschraubt), dass zwischen Betonsockel und dem Fuss des Pfostens ein kleiner freier Raum verbleibt. Für kleine und schwachwüchsige Pflanzen eignen sich auch freie Spaliere gut, siehe beim Weinbau. Im eigenen Garten werden sie auch oft genutzt, um die einzelnen Gartenbereiche abzutrennen. Meist bestehen diese Spaliere aus stabilen in den Boden eingesetzten Holz-,Beton-, oder Stahlpfosten. Je nach Länge der Spalierreihen müssen etwa alle fünf Meter Pfosten gesetzt werden, dazwischen werden Spalierdräht straff gezogen. Der unterste Draht verläuft dabei in Stammhöhe. Danach folgen im Abstand von ca. 30cm die weiteren Drähte(für die Sommertriebe). Wenn man sich die Arbeiten mit dem Anbinden an die Dräht sparen will, dann kann man Doppeldräht spannen und die Triebe einfach in die Zwischenräume leiten. Beim Anlegen des Spalier muss man auch noch darauf achten, dass sich die Pflanzen nicht gegenseitig beschatten, also für ausreichen Abstand sorgen. Höher als zwei Meter sollte ein solch Freies Spalier nicht sein, damit man auch noch bequem eventuelle Pflegearbeiten ausführen kann.

Weitere Fachartikel zum Thema Obstbau finden Sie hier:

Alte Obstsorten, Obstbäume veredeln und Obstbäume pflanzen.