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Wildbienen Nistplatz

Wie schaffe ich Nisthilfen für Wildbienen im Garten?

Leider verschwanden in den letzten Jahren immer mehr passende natürliche Nistplätze für Wildbienen. Deshalb ist es eine gute Idee, solche Stellen im eigenen Garten zu schaffen. Man kann interessante Beaobachtungen machen und die Wildbienen haben die Möglichkeit im Garten zu nisten.

Wildbienen werden auch solitäre Bienen genannt. Das rührt daher, dass diese Insekten nicht in Völkern leben, sondern für sich allein. Eine wichtige Unterscheidung ist auch, dass sie im Gegensatz zu ihren sozial lebenden Verwandten keine Honigvorräte anlegen. Ihr Nutzen für die Natur ist allerdings sehr groß. Sie bestäuben Blüten und erhalten damit viele seltene Pflanzen und sie tragen einen großen Teil zu einer guten Obsternte bei. Also ist es wirklich eine Überlegung wert, ein bißchen was für diese pelzigen Gesellen im eigenen Garten zu tun.

Ein sehr beliebter Nistplatz sind dabei sogenannte Totholzhaufen oder Lehm, der z.Bsp. fällt heutzutage fast komplett als Nistplatz aus, wenn man nicht nachhilft, da fast nur mehr mit Beton oder anderen Baumaterialien gebaut wird. Außerdem gibt es wenig unbewachsene Stellen in der Landschaft, die die Bienen dringend brauchen. Und leider verschwinden durch die, für Menschen gute, Isolierung und energetischen Massnahmen an Häusern auch Mauerritzen oder Fugen.

Trägt man sich also mit dem Gedanken Nistplätze zu bauen oder zur Verfügung stellen, ist es gut zu wissen, dass sie vor allem aus verschiedenen Materialien und in verschiedenen Größen(Gangdurchmesser) zur Verfügung stehen. Leider weiß man nicht so genau, welche Insekten welche Materialien bevorzugen. Dabei konnte man aber beobachten, dass manche Bienen, wie die Rote Mauerbiene oder die Blaue Holzbiene besondere Vorlieben haben, andere aber auch gerne alles nehmen.

Bienen-Nisthilfen aus Holz und Lehm

Mit wenig Aufwand kann man also Nisthilfen aus Holz schaffen, sie sind kostengünstig, klein und einfach zu fertigen. Falls ein Schreiner in der Nähe also Abfälle, kleine Restlatten oder Vierkanthölzer hat, einfach mal fragen, ob man sie haben kann. Aber alles bitte ohne jeglichen Anstrich! Und keine Pressspanplatten oder die giftigen Kesseldruckimprägnierten Stücke! Wers gerne hübsch im Garten hat, kann auch in Scheiben geschnittenes Obstbaumholz oder dekorative Ästchen nehmen. Nicht gut sind Nadelhölzer und Esche oder Ahorn sind zwar gut geeignet, aber sehr mühsam zu bearbeiten. Alles Holz sollte einigermassen gut abgelagert sein. Nimmt man nasses, frisches Holz, besteht die Gefahr, dass sich in Spalten und Rissen des arbeitenden Holzes auch andere Besucher, nämlich Parasiten, einnisten.

Verschieden dicke Löcher bohren

Die Holzstücke sollten mindestens 10 – 12cm dick sein, damit man bequem 5 bis 10cm tiefe Löcher hineinbohren kann. Aber auf keinen Fall das Holz durchbohren. Dabei gilt grundsätzlich je kleiner das Bohrloch, desto geringer die Lochtiefe, aber unbedingt verschiedene Durchmesser wählen. Die gebohrten Gänge dürfen sich dabei nicht kreuzen oder ineinander übergehen. Nach dem Bohren die Locheingänge versäubern und schön glätten, kurz kippen und die Sägeholzreste herausstoßen, dann noch Draht um das Holz schlingen und aufhängen.

Eine weitere Nisthilfe besteht Ton, Lehm oder Löss. Die beste Empfehlung dieses Materials ist das Aufheizen und Erwärmen, das dann nachts an die Bewohner abgegeben werden kann. Diese Art der Nisthilfen kann man auch in den meisten Baumärkten finden, nämlich als Ziegel, wie z.Bsp. „Biberschwänze“. Einfach in Stapeln aufrichten und als „Heim“ im Garten anbieten. Wenn es alles klappen soll, empfiehlt es ich, ähnlich wie beim Holz, die Eingänge etwas zu glätten und scharfe Kanten brechen. Auch Nisthilfen aus Lehm bekommt man oft im Baustoffhandel, wenn auch dem mit grünen Einschlag. Oder man gräbt einfach einen Block lehmhaltigen Boden aus. Handelsüblichen Ton für Keramik oder ähnliches ist nicht so sehr geeignet, er trocknet zu schnell und wird zu hart und spröde. Getrocknetes „Lehmbodenpulver“ ist zu empfehlen, allerdings muss man ein bißchen rumfragen, in welcher Gegend gutes Material vorhanden ist. Dann einfach einen Eimer mit Wasser und Pulver ansetzen, etwas quellen lassen und in Behältnisse wie Blumenkästen füllen und hart werden lassen. Danach Löcher hineinstechen oder Bohren, den Abstand hier im Gegensatz zu Holznistplätzen recht groß halten, eher 8-10cm zwischen den Löchern.

Vor Wetter und Vögeln schützen

Hat man sich dann entschieden, welche Art der Nisthilfe man wählt, geht es noch darum, wohin die Nisthilfe kommt. Die Antwort…man kann sie eigentlich überall hinstellen oder hängen, aber es müssen geeignet Futtermittel in der Nähe sein, es sollte schön sonnig sein und ein bißchen Wetterschutz sollte auch beachtet werden. Die geeignete Aufstellungszeit ist das frühe Frühjahr, also teilweise schon im Februar. Pflege brauchen diese Nisthilfen für Wildbienen eigentlich nicht, im Gegenteil, bloß nicht ausmisten, reinigen oder ähnliches, das stört und zerstört nur. Vor räuberischen Vögel schützt Kaninchendraht.

Und zum Schluss, wer einen sauberen, exakten Garten will, sollte auf die Nisthilfen verzichten, da man manche Pflanzen auch höher wachsen lassen sollte und es vielleicht ein bißchen „chaotisch“ aussehen kann.