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Gartenteich im Herbst reinigen

Wann ist die beste Zeit den Koiteich zu reinigen?

Interview mit dem Geschäftsführer Jürgen Saladin von der Firma Kübler GmbH.
Gartenteiche im Herbst reinigen
Da ich selbst nur einen kleinen Gartenteich besitze, ist die Reinigung immer schnell erledigt. Aber dennoch habe ichmich in diesem Jahr gefragt, ob ich das eigentlich so wie ich es macht, auch richtig mache. Deshalb habe ich mich mit Herrn Saladin unterhalten. Die Profis der Firma Kübler sollten des doch wissen. Verblüffendes und Interessantes habe ich hierbei erfahren und dürfte selbst gestandene Teichbesitzer erstaunen. Aber lesen Sie selbst, ob Sie schon alle Kniffe für die Teichreining kennen.
Jürgen Saladin ist Geschäftsführer der Kübler GmbH und Autor der sehr beliebten Teichreporte,
die über www.Teichreport.de interessierten Teichfreunden vollkommen kostenlos zur Verfügung stehen.
Die Kübler GmbH aus dem nordbadischen Leimen berät und beliefert bundesweit hunderte von Garten- und
Landschaftsbaubetrieben mit professioneller Teichtechnik und Teichpflegeprodukten.

Jetzt im Herbst geht die Gartenteich-Saison so langsam zu Ende. Was sollte man bei der Teichpflege im Herbst als erstes beachten?
Kann ich den Teich einfach“liegenlassen“ und im Frühjahr mit der Reinigung beginnen?

Entgegen der landläufigen Meinung empfehlen wir ausdrücklich die Teichpflege im Herbst!!

Jetzt umdenken und ungewollte Algendüngung vermeiden!

Schauen wir gemeinsam einmal auf das nächste Frühjahr. In den Monaten März bis Mai reinigen Sie mit viel Fleiß und Hingabe Ihr geliebtes Biotop im eigenen Garten und bereiten es auf die kommende Teichsaison vor. Damit erweisen Sie sich einen „Bärendienst“, denn die reinigungsbedingte Durchmischung des Teichinhalts schafft zusammen mit steigenden Temperaturen und ideale Wachstumsbedingungen für Schwebe-, Faden- und Blaualgen.

Was ist passiert?

In den wärmeren Monaten sinken Fischausscheidungen, Staub, Pollen, Laub und andere Pflanzenreste auf den Gewässerboden und werden zu Sediment. Temperaturbedingt bilden sich im Winter darüber Wasserschichten, zwischen denen meist kein Austausch stattfindet.

Am Grund vollziehen sich deshalb Fäulnisprozesse, Nährstoffe wie Phosphat lagern sich ab. Genau die brauchen Algen für üppiges Wachstum. Phosphat und Licht – nach ein paar sonnigen Tagen kann selbst im Winter eine Algenblüte auftreten.

Sogar unter einer dicken Eisschicht, bei gleichzeitig glasklarem Wasser wachsen unter dem Eis mitten im Winter Fadenalgen, sofern die Sonnenstrahlen den Grund erreichen.

Wird jetzt das Teichwasser im Frühjahr bei einer Putzaktion noch zusätzlich aufgewirbelt und kräftig durchmischt, wirkt das wie Dünger für die unerwünschten Algen. Steigende Temperaturen, länger werdende Tage, noch nicht „eingefahrene“ Teichfilter und eventuelle Nachspeisung mit phosphathaltigem Leitungswasser verstärken die Problematik zusätzlich.

Deshalb: Planen Sie Ihre jährliche Putzaktion entgegen der landläufigen Meinung schon jetzt zum Saisonende im Spätherbst (Sept./Okt.) ein.

Gibt es Unterschiede bei der Teichreinigung bei Teichen mit und ohne Fischen?

Hier gibt es enorme Unterschiede. Die Teichreinigung in Teichen mit Fischbesatz wird regelmäßig unterschätzt.

Wir können Ihnen ein paar Faustregeln an die Hand geben, damit Sie sich an die notwendigen Größenordnungen selbst herantasten können.

Die Basisgröße um die richtige Auswahl zu treffen ist das Teichvolumen. Berechnen Sie das Volumen nach der Formel: Länge x Breite x ½ Tiefe.

Faustregel zur Auswahl von Filter und Pumpe

Bei Teichen mit Bepflanzung (ohne Fischbesatz) sollte das Teichwasser 5 Mal am Tag durch den Filter gepumpt werden.

Bei Teichen mit Bepflanzung und Fischbesatz bis zu 1 kg pro 1000 Liter sollte das Wasser 10 Mal am Tag durch den Filter gepumpt werden.

Bei Teichen mit Bepflanzung und Fischbesatz von 1 – 3 kg pro 1000 Liter (Koiteiche) sollte das Wasser 20 Mal am Tag durch den Filter gepumpt werden.

Mit Hilfe dieser Faustregeln können Sie in etwa erkennen, welche Größenordnungen notwendig sind.

Sie sehen auch leicht, wie sehr Fischbesatz einen Gartenteich belastet.

Sehr viele Gartenteiche sind mit Fischen überbesetzt, was natürlich zu enormen Problemen bei der Filtrierung des Teichwassers führt.

Reicht es eigentlich aus, im Herbst den Bodenschlamm abzusaugen und ansonsten den Teich so über den Winter bringen?

Denken Sie zusätzlich an folgende Punkte:

Abgestorbene Pflanzenteile abschneiden.

Pflanzen sollten jetzt zurück geschnitten werden. Dabei dürfen sie Stängel ruhig weiter einige Zentimeter aus dem Wasser herausragen. Denn so wird der Teich zusätzlich mit lebenswichtigem Sauerstoff versorgt, falls sich eine geschlossene Eisdecke bildet.

Schwimm- und Unterwasserpflanzen sowie stark wuchernde Pflanzen auslichten.

Laub und Schlamm bei Bedarf absaugen. Alternativ mit biologischen Mikroorganismen ökologisch nachhaltig abbauen.

Tipp: Jetzt ist die Zeit, um Blumenzwiebeln zu pflanzen. Wenn Sie jetzt rund um Ihren Teich verschiedene Arten von Blumenzwiebeln in die Erde stecken, werden Sie im zeitigen Frühjahr einen herrlichen Blütenteppich rund um Ihren Gartenteich bewundern können.

Laub abfischen. Bei Bedarf Laubschutznetz über den Teich spannen und am Rand befestigen.

Sinkt die Wassertemperatur unter 10 °C Wasserspiele, Pumpen und Filter aus dem Teich nehmen, reinigen und frostfrei lagern. Pumpen in einen Behälter mit Wasser geben, damit die Dichtungen geschmeidig bleiben.

Frostgefährdete Pflanzen und empfindliche Fische entnehmen.

Sind die Teichpflegemittel eigentlich nicht schädlich für Wasserpflanzen und Kleinstlebewesen?

Ich kann hier nur für Teichpflegemittel sprechen, die wir selbst vetreiben. Diese sind rein biologisch auf der Basis von Mikroorganismen.
Alle Produkte arbeiten nach dem gleichen Prinzip: natürliche Mechanismen, die in ungeschädigten Gewässern für deren Reinigung
und qualitative Stabilität verantwortlich sind und funktionieren, werden wieder in Gang gesetzt.

Das Gewässer erhält Hilfe zur Selbsthilfe. Gerade Wasserpflanzen und Lebewesen, besonders Kleinstlebewesen profitieren
von der sinnvollen Zugabe von biologischen Teichpflegeprodukten am meisten.

Muss die Teichbeleuchtung im Herbst im Wasser demontiert werden?

Gute Frage. Gerade im Herbst und Winter erzielt man mit Teichleuchten wunderschöne Lichteffekte und zauberhafte Stimmungen
rund um den eigenen Gartenteich. Gekoppelt mit einer Fernbedienung kann man die Teichleuchten vom Wohnzimmer oder vom Wintergarten aus
nach Bedarf ein- und ausschalten.

Liegen die Teichleuchten tief genug im Wasser kann nichts passieren. Werden Sie während einer Frostperiode komplett von Eis eingeschlossen kann es
eventuell zu Schäden kommen. Frostschäden sind von der Garantie der Hersteller ausgeschlossen.

Benötigt der Gartenteich auch im Herbst noch die Filteranlage und Sauerstoffzufuhr? Oder ist dies nur im Sommer nötig.

Mikroorganismen, die der biologischen Reinigung dienen, sind bei Wassertemperaturen über 10 °C aktiv. Daher sollte Ihr Filtersystem zu dieser Zeit 24 Stunden lang durchströmt werden. Sinkt die Temperatur unter 10 °C, ist dies nicht mehr notwendig und Pumpe und Filter können abgeschaltet werden und an einem frostsicheren Ort überwintern.

Je nach Gartenteich und Fischbesatz kann es jedoch sinnvoll sein während der kalten Monate einen Teichbelüfter zu installieren, der eine volumenreiche, gleichmäßige Sauerstoffabgabe über Belüftersteine garantiert.

Was passiert, wenn ich meinen Gartenteich gar nicht pflege und ihn einfach sich selbst überlasse?

Da hängt immer von einzelnen Gartenteich ab. Hier spielen diverse Faktoren eine wichtige Rolle wie zum Beispiel: Größe, Standort, Fischbesatz, Bepflanzung, Bauart usw. Ist ein Gartenteich
im biologischen Gleigewicht, kann man durchaus dauerhaft – auch ohne Eingriffe – Freude daran haben.

Dies ist aber nicht die Regel. Die meisten Gartenteiche kommen wegen zu kleiner Wassermengen und übermäßigem Fischbesatz früher oder später in Schwierigkeiten. Ohne äußere
Pflege- und Vorsorgemaßnahmen würden Sie „umkippen“.

Welche 3 Punkte sollte Ihrer Meinung nach jeder Teichbesitzer unbedingt beachten?

Schauen wir in die Natur. Schauen wir auf Gewässer im biologischen Gleichgewicht und übertragen wir die vorhandenen
Bedingungen auf den eigenen Gartenteich. Daraus ergeben sich drei wichtige Punkte:

1. Magern Sie Ihren Teich aus und halten Sie ihn so gut es geht frei von Nährstoffen. Sorgen Sie für eine nachhaltige Reduzierung von
schädlichen Nährstoffen und binden Sie die freigesetzten Phosphate. Phosphat ist der Hauptnährstoff der Algen. Algenfreie Gewässer sind immer nährstoffarm!

2. Achten Sie auf einen angemessenen Fischbesatz. Richtwert: Pro 1000 Liter einen Fisch. Unter 5000 Liter sollten Sie keine Kois halten.

3. Überprüfen Sie regelmäßig die Wasserwerte. Wichtigste Parameter: pH-Wert zwischen 7,5 und 8,5 (optimal 8,3) und
Karbonathärte immer über 5 Grad.

 

Sehr geehrter Herr Saladin, vielen Dank , dass Sie sich die Zeit genommen haben uns über die Teichpflege zu informieren.

 

Soweit die Tipps vom Profi. Ich habe mich sehr gefreut Ihnen heute die wichtigsten Grundlagen für eine optimale Teichpflege aus erster Hand zu präsentieren. Ich werde das jetzt auch für meinen “ Miniteich“ im Garten beherzigen und bin mir sicher, ich kann so die Algen im kommenden Sommer reduzieren. Mal sehen. Ich werde berichten.

Viele Hilfsmittel und Zubehör für die Teichpflege finden Sie im Shop der Firma Kübler unter: www.gartenshop-online.de

 

Teichpflege

Wasserpflege im Teich

Wer hat sich nicht schon mal beim Anblick eines dunklen, trüben, grünlich schimmernden Teiches gedacht….“ganz schön verdreckt“. Doch das ist ein großer Irrtum. Das Aussehen des Wasser im Gartenteich ähnelt dem von Seen und Flüssen, es ändert während des Jahres ständig seine Farbe und vermeitliche „Konsistenz“. Es beginnt schon im Frühjahr mit dem Schmelzen des Schnees und geht weiter im Sommer mit der allseitsbeliebten „Pflanzenvermehrung“. Trübes Wasser im Frühjahr klart recht bald auf, nämlich dann wenn es sich erwärmt und viele kleine Mikroorganismen tätig werden. Sehen kann man sie allerdings nicht. Viele vernichten dieses wertvolle Biotop im Teich, wenn sie leistungsfähige Filteranlagen einbauen. Diese vernichten quasi genau jene Fauna, die für die Wasserpflege wertvoll und wichtig ist. Deshalb sollte man darauf achten die Pumpen oder Filteranlagen so zu installieren, dass sie das Wasser nur immer stellenweise behandeln, z.Bsp. zum Betrieb eines Quellsteines oder Wasserspeiers. Natürlich kann man argumentieren, dass ein solchen Pflanzenbiotop nicht gleich von Anfang an zu haben ist und erst wachsen muss. Doch das sollte es einem wert sein, schließlich erhält man einen Teich im biologischen Gleichgewicht. Um das Ganze etwas zu „beschleunigen“kann man altes Wasser aus einem bereits bestehenden Teich zugeben. Darin enthalten sind schon eine ganze Ansammlung von Mikroorganismen, die sich rasch vermehren.

Wasserstand im Teich kontrollieren

Im Sommer verliert jeder Gartenteich oder See durch Verdunstung immer einen Teil Wasser, der oft durch den Regen wieder komplett aufgefüllt wird. Zusätzlich sollte man das Regenwasser von Hausdächern nutzen. So kann man fast komplett auf die Wasserversorgung des Teiches durch Trinkwasser verzichten, außerdem entlastet es die Kanalisation. Einfache Vorrichtung zum Auffangen des Regenwassers gibt’s in vielen Fachgeschäften und Baumärkten. Es empfiehlt sich beim Einleiten in den Teich sogenannte Sammler mit einem Schlauchanschluss zu verwenden, damit kann das Wasser direkt abgeleitet werden. Sollte man bedenken wegen der Qualität des Regenwassers haben, es ist kalkfrei und eventuelle Schadstoffe aus der Luft sinken im Regenwasserauffanggefäß,- tonne,- oder Becken ab. Will man es genauer wissen, es gibt ganz einfache Testsets im Fachhandel, er misst pH-Wert, Sauerstoff, Kohlendioxid und die Härte. Nicht zu vergessen ist dabei, dass es natürlich regionale Unterschiede gibt, Härte z.Bsp. Richtet sich nach der bodenbeschaffenheit. Stimmt ganz offensichtlich mit dem Wasser des Teiches etwas nicht, sollte man einen Schnelltest durchführen. Gedeihen etwa keine Pflanzen, ist oft der pH-Wert die Ursache. Oder Fische schnappen quasi nach Luft, sollte man mehr sauerstoffspendende Wasserpflanzen setzen oder Frischwasser zuführen.

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