Schlagwort: Gärten in der Stadt

Essbare Städte – Obst und Gemüse für alle

Als wir neulich am Rhein unterwegs waren mussten wir unbedingt in Andernach vorbei fahren. Andernach ist in Deutschland Vorreiter in Sachen Essbare Stadt. Als Hobbygärtner interessiere ich mich für alle Anbauformen und besonders für diese in der Stadt.

Ernteschild Andernach

So weiß jeder Besucher des Gartens wann es Zeit zur Ernte ist

Ein weiteres interessantes Gartenprojekt in diesem Zusammenhang sind die „Prinzessinnen Gärten“ in Berlin. Diese haben wir im letzten Jahr besucht und uns u.a. den Anbau von Kartoffeln in Pflanztaschen angeschaut.

Wie kam es zu der essbaren Stadt in Andernach?

Garten in Andernach

Im Zentrum der Satdt Andernach findet sich ein Teil des Gartens

Geoökologe Lutz Kosack und die Gartenbauingenieurin Heike Boomgaarden haben  im Jahr 2010 das Konzept entwickelt und mit den Verantwortlichen der Stadt Andernach umgesetzt. Ziel war es u.a. die Pflegekosten pro Quadratmeter für z.B. Blumenbeete ( ca. 60€) zu reduzieren. Das gelang bei Staudenbeten sehr gut, bei Gemüsebeeten ist die Einsparung geringer.

Aber auch die Aspekte, die Bevölkerung mit ein zu binden und zu begeistern sowie mehr Touristen in die Stadt zu bringen waren ein Bestandteil des Konzeptes. Wichtig war auch die Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen.

Jedes Jahr steht eine Gemüsesorte im Mittelpunkt. Im Jahr 2010 startete man mit dem Jahr der Tomaten. 101 verschiedene Tomatensorten wurden angebaut. 2011 war das Jahr der Bohne, 2012 das der Zwiebel.

Diesem Beispiel wollen jetzt einige andere Städte folgen. In Bayern zum Beispiel Ingolstadt und Regensburg. Dennoch wirken diese neue Projekte für mich noch etwas nachgemacht, sind aber auf einen richtigen und wichtigen Weg.

Essgarten-Andernach

Was bringt das Ganze?

Menschen beschäftigen sich wieder mehr mit dem Anbau von Obst und Gemüse. Auch Besucher und Touristen die auf die Gemüseflächen stossen sind überrascht und fragen sich wer oder was da wächst. In Andernach haben wir genau das auch erlebt. Immer wieder blieben Menschen vor den Beeten stehen und fragten sich was das ist und wer das anbaut. An den einzelnen Gartenbeeten waren kleine Schiefertäfelchen angebracht die darüber informierten ob das jeweilige Gemüse schon erntereif ist oder eben noch nicht. Genau das ist es was meiner Meinung nach immer wichtiger wird. das Menschen sind mehr damit beschäftigen wie ihr Essen wächst und das man Gemüse frisch in der Stadt ernten kann. Gerade in Zeiten von Wirtschaftskrisen kann es auch nicht ganz blöd sein zu wissen was,wann und wo am besten wächst. Neulich habe ich einen Fernsehbeitrag aus England gesehen. Eine der Damen meinte dann, dass es im Fall einer Krise nicht unsere Politiker sind, die uns etwas zu essen besorgen werden. Wir werden uns selbst darum kümmern müssen. Ich glaube das auch. Deshalb hatten wir vor 2 Jahren eine kleine Apfelbaumspende an Kindergärten und Schulen initiiert.

Zwiebeln

Ausserdem macht es Spass Obst und Gemüse beim wachsen zu zu sehen. Klingt vielleicht blöd, mir macht das aber immer wieder Spass.

Die urbane Landwirtschaft tut unserer meiner Meinung nach schon noch schwer, aber es wird. Das zeigen die neuen Beispiele in Ingolstadt oder Regensburg.