Schlupfwespen im Garten

Schlupfwespe Nützling oder Schädling?

Hautflügler sind eine der großen Gruppen innerhalb der Insekten, zu ihnen gehören eine ganze Reihe Nützlinge wie Bienen und Hummeln , allerdings auch mehrere Pflanzenschädlinge, sogenannte Pflanzwespen. Man erkennt diese ungewöhnlichen Insekten schon mal daran, dass sie praktisch keinen Körper haben, d.h. nach der Brust kommt sofort ihr Hinterteil. Es fehlt sozusagen die Wespentaille, eine Einschnürung zwischen Brust und Hinterleib, die alle anderen Arten besitzen. Schädlinge für Pflanzen sind sie aber auch Nützlinge als natürlicher Feind für andere Schädlinge und damit haben sie im Garten eine wichtige Rolle inne. Das Weibchen hat einen sogenannten Legebohrer. Er sitzt an ihrem Körperende. Damit kann sie andere Insekten oder Spinnen anbohren und ihre Eier darin ablegen. Hört sich recht schrecklich an, ist aber höchst effektiv. Die geschlüpften Eier absolvieren ihre Entwicklung praktischerweise gleich im Wirtstier. Es gibt eigentlich kaum Insektenart, die die Schlupfwespe verschmähen würde und so spielt die Art als biologische Wunderwaffe eine große Rolle im Garten, aber auch in der Landwirtschaft und im Forst. In unseren Regionen gibt es ein paar nützliche Schlupfwespen, so z.Bsp. die Echte Schlupfwespe, die Brackwespe oder die Blattlausschlupfwespe. Die Namensgeberin, die Echte Schlupfwespe, ist meistens recht auffällig gefärbt und bunt, mit deutlich sichtbaren schwarzen Flecken auf den Flügeln. Ihre Larven leben ausschließlich von der Körperflüssigkeit ihrer Wirtstiere, sind sie ausgewachsen, ist der Wirt tot. Interessanterweise verzichten manche Weibchen ganz auf die Männchen und vermehren sich durch sogenannte Jungfernzeugung. Noch ein ungewöhnliches Detail, manches Ei teilt sich bei der Entwicklung solange bis 1000 Larven entstehen. Allerdings kommt die nützliche Wirkung meist erst in der nächsten Generation zum Tragen, wenn sich die Schädlinge nicht mehr vermehren konnten. Lebt die Larve im Wirt, kann der noch so lange weiterwirken.
Erwachsene Wespen ernähren sich hauptsächlich von Honigtau, Nektar und Pflanzensäften, und hier wieder selbst Schädlinge.
Die Brackwespe ist im Gegensatz zur Schlupfwespe recht unauffällig, schwarz oder braun gefärbt mit langen Fühlern, sie sind meist spezialisiert auf Schmetterlingsraupen, Käfer-,Wanzen-, oder Fliegenlarven.
In einem Wirtstier können sich bis zu 150 Brackwespenlarven entwickeln.