Austernpilze und Braunkappen selbst zuhause auf Stroh züchten
Die Pilzzucht auf Strohballen hat lange Tradition, ist relativ einfach und beliebt. Leider bekommt man immer seltener die gepressten Ballen aus verschiedenen Stroharten(Roggen, Gerste,usw). Mittlerweile gibt es als Alternative sogenannte gepresste Strohpellets, die ebenfalls recht einfach zu bearbeiten sind.
Bevor man die Pilzbrut auf das Stroh setzt, muss dieses vollständig mit klaren, kaltem Leitungswasser bewässert werden. Ist das Stroh gut durchtränkt, wird es einen Tag zum Abtropfen stehen gelassen. Da solches Tun mit einem recht großen Strohballen umständlich ist, kann man sich tatsächlich überlegen, ob man das Ganze nicht einfach in die Regentonne oder den Gartenteich legt, darin soll das Stroh dann etwa 2Tage ruhen. Um es wieder herauszuheben, benötigt man auf jeden Fall einen freiwilligen Helfer, damit das erhöhte Gewicht bewältigt werden kann.
Strohballen gut wässern
Eine weitere Bewässerungsmöglichkeit ist das Deponieren in der Schubkarre, dabei muss man mehr Zeit einrechnen, da der Ballen nur bis zur Hälfte im Karren liegt und umgedreht werden muss. Wer den Ballen überhaupt nicht mehr bewegen will, kann ihn auf einer Folie immer wieder mit Wasser abspritzen, dabei auf jeden Fall mindestens eine Woche einrechnen, um das Stroh komplett zu durchtränken.
Auch in Pflanzkästen oder im Hochbeet kann man das Stroh wässern, auch hier besteht wieder der Vorteil, dass man nichts mehr bewegen muss. Nicht vergessen darf man hierbei, dass sich eine Folie mit Löcher(auch im Pflanzgefäß) darin befindet, um das Wasser wieder abfliessen zu lassen.
Die hochwertige Pilzbrut und der Standort sind die Erfolgsfaktoren
Hat man das alles organisiert, dann wird die Brut ausgebracht, man rechnet dabei eine Brut für zwei Ballen Stroh. Geeignetste Zeit zum Ausbringen ist der Frühling, die Ernte beginnt dann normalerweise im Juli/August und kann sich bis zum späten Herbst hinziehen. Ist der Winter vorbei, gibt es gewöhnlich noch eine Ernte. Der beste Standort ist der Halbschatten oder auch direkt im Schatten, meist wird ein Platz unter den Bäumen gewählt. Hat man nur einen direkten Sonnenplatz, muss immer wieder Wasser über die Ballen „geregnet“ werden. Danach wird alles mit der Brut gespickt. Da das Stroh durch das Wasser aufgequollen ist, hilft beim Spitzen nur ein Pflanzholz.
Auf Stroh gedeihen Austerpilze und Braunkappen am besten
Einfach alle 20cm ca. 15cm tiefe Löcher bohren, in die man ein Bröckchen oder einen Dübel, Stäbchen steckt, danach das Loch verschließen. Läuft alles gut, dann ist das Stroh bereits nach ca. 5 Wochen vom Pilzmycel durchdrungen. Jetzt ist das Wichtigste, die Kultur immer feucht zu halten. Aber nicht einfach über alles drüberschütten, sondern fein regnen oder mit zartem Strahl gießen. Nur gießen, wenn es nötig ist, nicht vorbeugend! Das kann man sehen, wenn man das Stroh etwas auseinanderzieht und die Nässe noch etwa 2cm weit reicht. Gibt es Dauerregen, dann empfiehlt es sich, mit Folie mit Löcher abzudecken. Sieht man ein feines Gespinst mit bloßem Auge, ist alles bisher gut gelaufen. Nach einer weiteren Zeitspanne kann man dann schon die ersten Fruchtkörper auf dem Strohballen sehen. Auch jetzt noch ist wichtig, dass das Stroh nie ganz austrocknet. Gehts zur Ernte, sollen alle Hilfsmittel wie Folien entfernt sein. Ein Ballen Stroh liefert seinem Züchter etwa 4-5kg Pilze, allerdings nicht schön der Reihe nach, sondern manchmal viel, dann wieder weniger oder ein paar Tage gar nichts. Für die Strohballenzucht eignen sich am besten Austernpilze und Braunkappen.


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