Champignions selbst züchten
Ein schöner Vorteil bei den Fertigkulturen ist die Zeitersparniss bis zum ersten Ernten, meist dauert es nach Erhalt der Fertigkultur nur wenige Tage, dann gibt’s frische Schwammerl. Der Grund dafür ist natürlich, dass die meisten Hersteller ihre Pilze unter den besten Bedingungen groß ziehen. Bei Kräuterseitlingen, Austernpilzen oder auch Shiitake kann man reichlich Ertrag nach kurzer Zeit gewinnen. Bei den Fertigkulturen ist das jeweilige Substrat bereit vom Mycel durchwachsen. Danach braucht man eigentlich nur noch dafür zu sorgen, dass es der Zucht auch bei sich zu Hause gutgeht, z.Bsp. Mit hoher Luftfeuchtigkeit oder regelmässigem Giessen. Bei den Kulturen gibt es je nach Pilzart einiges Unterschiede. Champignons oder Egerlinge erhält man meist einen Beutel mit dem Substrat, dazu oft noch ein Planzgefäß und noch extra einen Beutel mit Deckerde.
Man muss das Substrat dann etwa 5cm dick im Gefäß ausbreiten und leicht glatt drücken. Danach die Deckerde gleichmässig darüber krümmeln, keinesfalls andrücken. Unbedingt darauf achten, dass man nicht zuviel gießt, am besten nur dann, wenn es auszutrocknen beginnt, sind dabei die Fruchtkörper schon zu sehen, nicht direkt mit Wasser gießen oder besprühen. Bei dieser Fertigkultur ist eigentlich kein Licht nötig, einfach dunkel und schattig stellen. Da die Luft zirkulieren soll, nicht die ganze Zeit abdecken. Die Temperatur darf die 20Grad nicht oder nicht dauerhaft überschreiten. Nach einiger Zeit hat sich das Mycel bis dicht unter die Oberfläche vorgearbeitet, es darf aber nicht an die Oberfläche kommen. Man kann mit einer Gabel ganz vorsichtig die Erdschicht aufkratzen und nachsehen. Wird die Erdoberfläche weiß, stehen die Champignons zu warm. Bei einer Temperatur unter 10Grad und über 20Grad stellen die Pilze die Fruchtkörperbildung einfach ein.
Nach zwei Wochen dürften schon die ersten Pilze zu sehen sein. Deshalb kann man auch jetzt reichlich frische Luft zugeben. Nach ca. 5 Monaten hat sich die Kultur meist erschöpft, danach das „leere“ Substrat einfach zum Kompost geben.


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