Die eigene Pilzzucht im Garten aufbauen
Wer Pilze oder „Schwammerl“ gerne isst, sollte sich vielleicht an eine eigene Pilzzucht im Garten wagen. Anders als die Wildpilze, die sich hauptsächlich durch die Sporen vermehren, nimmt man bei der hauseigenen Zucht lieber die sogenannte Brut, das sind einfach Samen von Pilzen. Im Moment ist es am einfachsten Speisepilze zu ziehen, Wildpilzen sind dagegen eine Herausforderung , der man sich als Laie nicht stellen muss. Die Speisepilze reichen in ihrer Auswahl von den allseits beliebten Champignons bis zu Shiitake aus Japan.
Die Pilzbrut muss unbedingt steril sein
Mit der Pilz-Brut kann man einfach, schnell und gut an seine eigenen Pilze kommen. Die Brut wird im Fachhandel als lebende Kultur verkauft. Bezugsquellen z.Bsp. www.edelpilzzucht.de, www.gamu.de, www.pilzbrut.de .Selbst sollte man eine solche Brut nicht unbedingt herstellen, da dies absolute Sterilität erfordert. Die Qualität erkennt man schon am Geruch, sie soll einfach nach Schwammerln riechen, es darf auf keinen Fall Schimmel oder irgendwelche Fremdpilze vorhanden sein. Man erkennt das auch gut durch die andere Färbung. Es hilft auch gar nichts, irgendetwas wegzuschneiden, diese Brut wird immer schadhaft bleiben, also am besten zurückgeben oder gar nicht erst mitnehmen.
Mehr als ein paar Monate sollte man eine Pilzbrut nicht aufheben, auch nicht im Kühlschrank. Ist sie frisch gekauft, sollte man sie bei etwa 6Grad im Kühlschrank lagern. Das Auspflanzen oder besser gesagt „anlegen“ geschieht im Herbst, deshalb ist es ratsam mindestens im September mit der Pilzkultur zu beginnen. Grundsätzlich unterscheidet man in Substratbrut, Stäbchen-oder Dübelbrut und der Körnerbrut. Bei der Substratbrut handelt es sich um Strohhäcksel bzw. -mehl oder Sägespänen, sie ist relativ unempfindlich, vor allem gegen Temperaturschwankunge. Die Stäbchen-oder Dübelbrut ist besonders gut für das Spicken von Strohballen und Baumstämmen geeignet, außerdem braucht sie sehr wenig Platz. Zuletzt die Körnerbrut, hier werden meist Getreidekörner genutzt, sie wird auch desöfteren unter die Substratbrut gemischt.
Hervorragend geeignet ist sie für Champignons auf Kompost. Ein Nachteil ist die schlechte Verträglichkeit von Temperaturen über 25Grad. Als Kulturstätten eignen sich verschiedene Örtlichkeiten und eine davon steht den meisten Gartenbesitzer immer zur Verfügung.
Schnecken und Ameisen schädigen die Pilzzucht
Die Kultur auf Holz ist gut geeignet für Gärten, man unterscheidet dabei Holzstämme, aber auch Holzspäne. Kultur auf Strohbasis dürfte für erfahrene Pilzzüchter die erste Wahl sein, vor allem weil man sie auch in Töpfe stecken kann. Und als letztes die Kultur auf dem Mistkompost und natürlich gibt es auch Fertigkulturen zum Bestellen. Leider treffen auch zeitgleich mit den Pilzen Schädlinge und Krankheiten bei der Zucht ein. Grundsätzlich gilt, je länger die Kulturdauer, desto eher kommen die Schädlinge, sie sind eben auch keine Kostverächter. Dazu gehören -natürlich- Schnecken, aber auch Schadpilze, sowie Ameisen, Maden, Mücken und Asseln. Ein eher seltener,aber hübsch anzuschauender Schädling ist der Pilzkurzflügler. Hat man außer diesen Gesellen sonst noch Schwierigkeiten bei der Pilzzucht, so kann es auch an der Brut selbst liegen. Unsaubere, nicht frische und nicht gerade gut riechende Brut rufen geradezu nach Schimmel, andere Pilze und ähnlichem.
Hat man es dann zur Ernte geschafft, kann man vorsichtig die Stiele der Pilze herausdrehen und möglichst an der tiefsten Stelle abschneiden, vor allem sollte man das Myzel nicht groß schädigen. Ein Merkmal zur Ernte ist das Öffnen des Pilzhutes. Transportiert und Aufbewahrt sollten die Pilze in luftigen Gefäßen, sie dürfen nicht schwitzen, also auf keinen Fall in die Plastiktüte. Und für die Zubereitung der Leckereien weiß bestimmt jeder Pilzgärtner die besten Rezepte und Möglichkeiten.

