Apfelwein – mein Selbstversuch

Was kann ich mit vielen Äpfeln machen? Mein Selbstversuch Apfelwein herzustellen.

Am 11.11.12  habe ich den ersten Ballon getestet. Nach ca. 6 Wochen Gärung schmeckt der Apfelwein recht frisch und perlig. Aber noch ist die Gärung nicht abgeschlossen. Der 3.Ballon mit vielen Boskopäpfeln hat noch immer die goldgelbe Farbe wie der frische Apfelsaft und gärt langsam weiter. Alle drei Behälter lasse ich noch etwas stehen um die Apfelköstlichkeit reifen zu lassen.

Entsatungsmaschine für Apfelmost
Entsafter zur Herstellung von Most

Es gibt Obstjahre, da hat man so viele Äpfel und weiß nicht was man damit machen kann.

So ein Jahr haben wir jetzt auch. Ich habe jede Menge Äpfel die zu schade sind einfach liegen gelassen zu werden.

Deshalb möchte ich Ihnen heute einmal meinen Selbstversuch zur Mostherstellung zeigen. Apfelwein, Apfelmost oder auch Viez genannt ist Apfelsaft der vergoren wurde. Dieses goldgelbe, naturtrübe Getränke schmeckt etwas säuerlich und hat in der Regel 5-7 % Alkoholgehalt. Das ist mehr Alkohol als so manches Bier.

Besonderheit: Apfelglühwein Der wird genauso wie der Glühwein aus Wein hergestellt. Aber der Apfelgeschmack ist schon etwas ganz besonderes.

Was brauche ich für Apfelmost?

Reife, möglichst verschiedene Äpfel ( je Liter Saft ca. 3kg Äpfel)

Entsafter ( elektrischer, ohne Hitze)

Eimer,Schüsseln zum Umfüllen

Glasballon, z.B. 10 Liter Fassungsvermögen oder einen Gäreimer

Gärkappe (Gummikappe mit Loch) oder Flaschenkorken mit Loch

Gärröhrchen oder kleiner Gärtrichter

Keller oder anderen Raum mit Temperaturen von mind. 10 C bis max.20 C.

Die Herausforderung – das Entsaften

Was in grossen Keltereien die Apfelmühle und eine hydraulische Apfelpresse übernimmt muss hier im Kleinen geschehen. Ich habe dazu meinen Entsafter ( siehe Bild oben) herangezogen. Die kleine Maschine schafft in ca. 1 Stunde gut 10 Liter für einen Glasballon. Plant man eine grössere Menge, sollte man dem Entsafter immer wieder eine Pause gönnen.

Der Saft aus dem Entsafter besitzt viel Schaum und ich habe ihn etwa 30 Minuten stehen gelassen. So können sich die Schebteile noch am Boden der Schüssel absetzen und gelangen nicht mehr in den Gärbehälter.

Hier zeige ich Ihnen meinen Test. Wichtig war mir, dass ich nur den reinen Saft zum Gären gebrache, ohne Zusatzstoffe wie Hefen oder andere Hilfsmittel. Ich möchte mit meinem Versuch herausfinden, ob es auf einfache und natürliche Weise möglich ist, Apfelwein zu produzieren. Wer grössere Mengen keltern möchte, liest am besten meinen anderen Artikel dazu.

Das Füllen und verschliessen der Gärbehälter

Ich habe insgesamt 3 verschiedene Ballons  mit Apfelwein gemacht. Ballon Nr. 1 wurde am 22.September befüllte, Ballon Nr. 2 am 29. September.Den dritten Glasballon habe ich dann relativ spät, erst am 13.Oktober gefüllt. Alle drei sind mittlerweile am gären und entwickeln sich sehr unterschiedlich.

Glasballon für Apfelweinherstellung
Frischer Apfelsaft im Glasballon

Beim füllen mit Apfelsaft in den Ballon schwimmen die Apfelreste, Schaum und Schwebteile nach oben. Um besser nachfüllen zu können entferne ich den Schaum mit einem kleinen Löffel und giesse vorsichtig wieder nach.

Bitte den Glasbehälter nur etwa zu 4/5 auffüllen und den Rest frei lassen. Ich verwende nur Apfelsaft und verdünne auch nicht mit Wasser. Danach desinfiziere ich die Gummikappe (Gärkappe) in kochendem Wasser um sie besser über die Großflasche zu stülpen. Die Kappe hat oben ein Loch, durch das der Gärtrichter oder ein Gärröhrchen gesteckt wird. Diese Gäraufsätze werden mit etwas Wasser gefüllt, damit keine Luft in das Innere gelangen kann. Das entstehende Kohlendioxid steigt durch das Wasser im Gäraufsatz auf und entweicht. Es muss immer soviel Wasser vorhanden sein, dass keine Luft und auch kein Wasser eindringen können. Das Wasser bitte immer wieder einmal wechseln. So können keine Bakterien oder faules Wasser den Erfolg zu Nichte machen.

Wer keinen Glasballon zur Hand hat, kann sich auch einen Gäreimer besorgen. Die gibt es im Internet meist komplett mit Dichtung und Gärtrichter für um die 15€. Wer grössere Mengen an Apfelmost herstellen möchte, dem empfehle ich ein Gärfass mit Ablasshahn, Gärtrichter und einer grossen Öffnung oben. Die gibt es in verschieden Grössen, ba 60 Liter. Kosten je Liter Fassungsvermögen ca. 1 Euro. Die Fässer bestehen aus lebensmittelechtem Kunststoff und sind viele Jahre verwendbar. Ausserdem kann man sie durch die grosse Schraubdeckelöffnung sehr leicht reinigen. Einer der besten Argumente m.M. nach für ein Kunststoff-Fass gegenüber einem Holzfass.

Die Lagerung und der Gärprozess

Ich habe den ersten Ballon direkt nach dem befüllen in den Keller (13 C)  gestellt und  ihn sich selbst überlassen. Verschlossen mit einer Gärkappe und einem kleinen Gärröhchen mit etwas Wasser befüllt. Dieser Ballon gärt sehr langsam vor sich hin. Nach und nach färbt sich der goldgelbe Apfelsaft in eine gelb-milchige Brühe.

Den zweiten Ballon habe ich hingegen bei Zimmertemperatur 1 Woche gelagert. Hier hat sich eine stürmische Gärung ergeben. Der Ballon sah fürchterlich aus. Grüner Schaum hat sich aus dem Inneren heraus gedrückt und verstopfte das Gärröhrchen. Ich habe hier den Schaum und die anderen Verunreinigungen mit einem kleinen Löffel beseitigt.Danach etwas mit frischem Apfelsaft aufgefüllt und in den Keller gestellt. Nach 2 Tagen beginnt der Ballon seine Gärung von neuem. Ich habe nach dem der eine Behälter übergelaufen ist alle Glasballons in eine grosse Schlüssel bzw. auf einen Blumenuntersetzer gestellt.

Wichtig: Gerade am Anfang, etwa in den erstenbeiden Wochen sollte man nach Möglichkeit die Gärung täglich kontrollieren. Nur so kann man Überraschungen vermeiden. Ist der Behälter übergegangen, reinigt man alle Teile kurz und schöpft überflüssigen Schaum aus dem Behälter. Alle bitte immer mit sauberen Materialien, Nur so kann man Sorge dafür Tragen, dass die Gärung ordentlich weiter geht.

Apfelmost bei der Gärung
Glasballon mit Gärkappe und kleinem Gärtrichter nach ca. 2 Wochen

Nach etwa 2 Monaten ist die Hauptgärung bei meinem Versuch abgeschlossen. Die Raumtemperatur betrug meist 12-15 Grad. Wenn der Raum in dem die Gärung statt findet wärmer ist, ist der Prozess schneller abgeschlossen.
Nach nun mehr 8 Wochen teste ich meinen noch jungen Apfelwein erneut. Ich muss sagen, ich bin begeistert. Mein Experiment ist geglückt. Der Geschmack ist ganz so wie er sein sollte. Apflig, perlig, frisch. Prost.

Ich freue mich schon auf die Wintermonate mit einer Tasse Apfelglühwein in der Hand. Vielleicht sogar an Weihnachten mit viel Schnee und dem Geschmack von frichen Äpfeln im Raum.

Auf unserem Video sehen Sie zwei verschiedene Glasballon bei der Gärung
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Fazit der Mostherstellung

Eigentlich kann man bei der Mostzubereitung meiner Meinung nach nicht all zuviel falsch machen. Oder anders ausgedrückt, es sollte immer klappen. Nun das stimmt vielleicht auch nicht. Aber wenn ich an meine Jugend denke und hörte, wie die alten Holzfässer nur grob gereinigt wurden. Dann denke ich mir, kann es bei etwas Achtsamkeit eigentlich fast immer gelingen. Wer sich nicht wirklich beim ersten Mal traut, der sollte wie ich verschiedene Behälter befüllen. Dann ist das Risiko nochmal verteilt.

Nur Mut, probieren Sie es ruhig auch einmal aus.

Wer nicht weiß wie Apfelmost schmeckt, der kann sich auch zuerst einmal eine Flasche fertigen Most im Getränkehandel besorgen. Der frische,eigene Most schmeckt aber immer anders als der fertig gekauft im Laden. Logisch, ist auch gut so.

Was passiert als Nächstes?

Ich habe einen halben Liter alten Apfelweinessig aus einem alten Mostfass gezapft. Mal sehen ob ich daraus zusammen mit dem neuen Apfelwein etwas Apfelweinessig machen kann. Wenn es funktioniert, lest ihr es hier im Blog. Aber zuerst einmal brauche ich einen reifen Apfelwein…

Hier noch mein Abschlussbericht zum Apfelmost

Ein Gedanke zu „Apfelwein – mein Selbstversuch“

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