Alte Obstsorten im Garten anpflanzen
Immer mehr geht der Trend mal wieder zu altebewährtem, so auch im Obstanbau. Alte Obstsorten sind durch die vielen Jahre bewährte und resistente Obstsorten. Bei Neuzüchtungen ist man sich da nie so sicher, aber welche Sorten sind den nun alt? Wer einen Obstbaum pflanzen möchte findet hier Tipps.
Bei den Apfelsorten kennen wir alle meist den den Boskop oder Winterrambour, dazu noch die Hauszwetschge. Aber es gibt noch viele andere alte Obstsorten, die man auf den ersten Blick vom Namen her eher eine Neuzüchtung zugeordnent hätte.
Im Folgenden möchte ich nun nach bestem Wissen ohne Anspruch auf Vollständigkeit einige alte Obstsorten aufzählen und deren Eigenschaften beschreiben. Wer im Herbst einen neuen Obstbaum pflanzen möchte, sollte sich an eine Baumschule wenden und dort nur sehr starke Pflanzen kaufen. Mehr zu Baumformen und Obstbaumgrössen finden Sie hier.
Alte Apfelsorten
Klarapfel, seit etwa 1850 bekannt wird der im Juli und August geerntet und ist als Speiseapfel nur kurze Zeit haltbar. Diese Sorte überbrückt aber die Zeit bis zur nächsten Apfelernte im September/Oktober.
Jonathan, ist seit etwa 1800 bekannt und ist ein Tafelapfel der im Oktober geerntet wird und bis etwa Februar/März gelagert werden kann.
Französische Renette ist bereits im 12 Jahrhundert erwähnt worden ist eine sehr alte Apfelsorte aus Frankreich. Sie wird im Oktober geerntet und kann bis März gelagert werden.
Goldparmäne, eine sehr alte Apfelsorte ebenfalls aus Frankreich. Diese Apfelsorte wurde im 15. Jahrhundert erwähnt und gilt als Tafelapfel der im September geerntet und bis Januar gelagert werden kann.
Cox Orange stammt aus England und wurde dort etwa 1820 gezüchtet und ist bis heute in in unseren Läden zu bekommen. Pflückreif ist der Tafelapfel Ende September und lässt sich danach bis etwa in den Januar hinein geniessen.
Winterrambur oder Rheinischer Winterrambur,die Herkunft ist umstritten jedoch geht man davon aus das diese Apfelsorte aus den Benelux-Ländern stammen könnte. Sie wurde bereits im 17. Jahrhundert erwähnt und ist heute noch auf vielen Streuobstwiesen an Eifel und Mosel zu finden.
Gravensteiner ist ebenfalls aus dem 17.Jahrhundert bekannt und wird Anfang September gepflückt. Seinen leicht säuerlichen Geschmack schreckt so Manchen vom Kauf zurück. Diese Apfelsorte sit heute nur noch seltem im Obsthandel zu bekommen.
Alte Birnensorten
Williams Christbirne ist die wohl bekannteste Birne wegen des gleichnamigen Edelbrandes. Sie wurde um 1770 in England gezüchtet. Diese Birnensorte wird ab August geerntet und ist nur sehr kurze Zeit lagerfähig. Am besten gleich essen oder zum Obstbrenner bringen.
Conference stammt aus England und wurd dort etwa 1895 gezüchtet. Diese Birnensorte wird etwa Mitte September gepflückt und ist bis ca. November lagerfähig.
Gute Luise, stammt aus Frankreich und wurde dort 1778 aus Samen gezogen. Die Ernte beginnt Mitte September, die Birne ist dann bis Oktober lagerfähig.
Pastorenbirne, stammt aus Frankreich und wurde etwa 1760 erstmals erwähnt. Die Ernet beginnt Mitte Oktober und diese Birnensorte kann dann bis etwa Januar gelagert werden.
Muskattellerbirne ist eine sehr alte Birnensorte die etwa aus dem 15 Jahrhundert stammen könnte. Diese Birne wird im Juli geerntet und ist nur kurze Zeit lagerfähig.
Nägelesbirne ist eine bekannte Brennobstsorte und wird oft auch Hutzelbirne genannt. Somit ist schon klar, das sie oft als Dörrbirne Verwendung findet und im handel oft als Hutzelbirne verkauft wird. Die Sorte wurde erstmals etwa 1850 erwähnt und wird Mitte September reif. Sie ist nur als Dörrobst, Kompott oder als Obstbrand zu verwenden.
Alte Zwetschgensorten
Bühler Frühzwetschge stammt die Zwetschgensorte aus Bühl bei Baden und wurde dort zufällig etwa 1854 entdeckt. Geerntet wird die Zwetscge ab Mitte Juli und ist ideal für Zwetscgenkuchen geeignet. Sehr gute Ernteerträge.
Hauszwetschge stammt aus dem 17. Jahrhundert ist aber wahrscheinlich noch älter und wurde vermutlich bereits bei den Römern angebaut. Die Ernte dieser Zwetschgensorte beginnt ab August bis nde September. Sie ist für den Frischverzehr, zum Backen oder Einwecken bestens geeignet.
Mirabelle aus Nancy ist eine sehr alte Mirabellensorte die seit dem 15.Jahrhundert bekannt ist und aus Frankreich stammt. Sie ist die bekannteste Mirabellensorte die ab Mitte August geerntet wird und zum Frischverzehr oder als Einweckgut verwendet wird. Auch als Obstbrand hat sich die Mirabelle aus Nancy einen Namen gemacht.
Große grüne Reneklode ist seit dem 15. Jahrhundert aus Frankreich bekannt und wird ab Mitte August gepflückt und zu Kompott, zum Frischverzewhr oder als Marmelade verarbeitet.
Alte Kirschsorten
Schattenmorellen sind seit dem 17. Jahrhundert bekannt und stammen höchstwahrscheinlich aus Frankreich. Die Ernte beginnt meist Mitte Juli, die Früchte sind ambesten zum Einwecken oder zum saften geeignet.
Hedelfinger, stammt aus dem Stuutgarter Vorort Hedelfinger und ist seit der Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt. Die Frucht ist gross und kräftig und zum Naschen und Einwecken geeignet.
Gelbe Knorpelkirsche, diese Kirschsorte ist seit ca. 1820 bekannt und eine der wenigen gelben Kirschsorten.
Mehr Infos zum Schneiden von Obstbäumen finden Sie hier.
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