Meine Lieblingspflaume aus der Kindheit wieder finden und vermehren

So fand ich die vergessene Obstsorte aus Kindertagen nach Jahrzehnten wieder

In meiner Kindheit hatten wir einen Pflaumenbaum mit großen, roten,saftigen Pflaumen. Es war jeden Sommer ein Ereignis wie die Pflaumen reif wurden und wir als Kinder uns diese frisch vom Baum einverleibt haben. Viele Jahre später, der Garten und das Haus sind nicht mehr da. Der Baum fiel einem Sturm zum Opfer und wurde abgeschnitten. So war es eben und sollte auch viele, viele Jahre keine Rolle spielen.

Die veredelte Pflaume aus dem Vorjahr blüht Mitte April sehr schön- ich hoffe auf die ersten Pflaumen

Eines Tages fragte mich mein Bruder ob ich bei meiner Recherche über Äpfel und Pflaumen nicht mal über unsere rote Pflaume aus Kindertagen gestoßen bin. Nein, eigentlich nicht, aber wo du es ansprichst…… meine Neugierde war geweckt und ich hatte diese Pflaumen lebhaft vor Augen. Und wie es immer so ist, kein Mensch nennt die Obstsorten bei seinem richtigen Namen. So war es auch bei uns. Wir nannten Sie immer „Russische Kirsche“. Dabei war es eine Pflaume, rund wie eine Kirsche, aber große wie eine Reneklode oder größer. Einen Namen aber suchte ich vergeblich.

Diese Wege führten zum Erfolg

Zwei Wege haben dann zum Erfolg geführt. Ich postete meine Suche in einem großen Gartenforum und beschrieb die Pflaume. Darauf hin bekam ich einige Antworten und schließlich auch ein paar Edelreiser um diese Pflaume zu vermehren. Diese Pflaumensorte entsprach aber laut den Fotos noch nicht ganz meiner „Wunschpflaume“ aber ich bin neugierig und versuche es einfach mal damit.

Im nächsten Schritt habe ich nach Fotos und Texten im Internet recherchiert, sehr lange ohne Erfolg. Dann sah ich ein Fotos in einem Gartenblog das genau die Pflaumen zeigt, die ich aus meiner Kindheit kannte 🙂 Schnell schrieb ich der Bloggerin und wir vereinbarten das ich im Winter ein paar Reiser bekommen kann. Das ist jetzt ein Jahr her und die Reiser sind auch gut angewachsen. Jetzt heißt es auf die erstenPflaumen warten. Wie das Veredeln funktioniert erkläre ich hier anhand von Äpfeln. Das funktioniert aber genau so auch bei anderem Obst. Reiser oder Edelreiser genannt sind die Ästchen die im letzten Jhar am Baum gewachsen sind. Durch das vermeherne über Ästchen können die Eigenschaften der Pflanze 1:1 übertragen werden. Bei der Vermehrung über Kerne wäre dies nicht unbedingt gegeben.

So sieht die Veredelung meiner Pflaume aus.

Ich möchte damit zeigen das man sich sein Liebingsobst aus der Kindheit schon wieder besorgen und in den eigenen Garten bringen kann. Gerade bei meinem Schwerpunkt, den alten Apfelsorten, höre ich immer wieder das jemand eine Apfelsorte sucht, die er früher liebte. Dann gilt es so viele Informationen wiemöglich zusammen zu tragen. Wann war die Sorte reif, wann hat man sie gegessen. Gib es meine Nachbarn noch solche Sorten? Auc h das ist mir schon passiert, das die Lieblingssorte noch beim Nachbarn zu finden ist. Einfach mit dem Nachbarn gesprochen und ein Jahr später wächst ein neuer Baum mit dieser Sorte im Garten

Mit wenig Aufwand wächst die Pflaume jetzt in meinem Garten

Hier seht ihr wie die Veredelung nach einem Jahr aussieht. Die roten Kreise zeigen genau die Stelle an denen jetzt die Pflaumensorte wächst. Die Reiser wachsen auf einem Pfirsichbaum. Ein Zwetschgenbaum wäre auch möglich gewesen.

Das veredeln von Obst ist mittlerweile keine Hexerei mehr. Die Hilfsmittel wie z.B.eine Veredelungszange und die Veredelungsbänder sind heut zu Tage fast überall beziehbar. Ein paar Versuche reichen auch bei Anfängerns aus um Erfolg zu haben. Bei mir war das ganz genau so.

Es gibt keine Garantie, aber mit den oben beschriebenen Wegen kann man sich sicher schon mal einen großen Schritt hin zur Kindheits-Lieblings-vergessene-Obstsorte machen.

Wie die Pflaumensorte heißt, weiß ich leider immer noch nicht. Es handelt sich aber wohl um eine Kirschpflaume oder Myrobalane.

Was brauche ich als Anfänger fürs veredeln?

Ein scharfes Messer, die Reiser, im Winter geschnitten(Ästchen) der Lieblingssorte und ein Klebeband ( z.B. Malerband, Kreppband) zum verbinden. Das sind so die Basisdinge in Kürze beschrieben. Es muss nicht immer ein Veredelungsmesser sein und es sind nicht unbedingt teure Veredelungsbänder nötig. Die Technik und ein paar Versuche an Weidenästen sind schon wichtiger. Aber das könnte ihr auch in meinem Artikel weiter ober verlinkt, nachlesen.

Ich wünsche euch viel Erfolg bei eurer Recherche. Bei Fragen dazu, schreibt mir eine Email.