Kieselstein Mosaike selbst machen

Steinmosaik im Garten selbst machen

Immer öfter findet man in privaten Gärten selbstgelegte Mosaike aus verschiedenen Steintypen, Pflastersteinen oder Kiesel. Da diese Kunstwerke meistens vom Gartenbesitzer mit viel Engagement und Hingabe gefertigt werden, und dies über Wochen, sehen fast alle wunderschön und ungewöhnlich aus. Manchmal werden dabei einfach verschiedene Materialien benutzt und dies allein genügt dabei, ein ungewöhnliches Bild zu ergeben oder es werden ganze Geschichten und Märchen erzählt und beeindrucken dabei durch ihre schiere Größe und Oppulenz.
Tatsächlich dürfte das Stein- oder Kieselmosaik aus alltäglichen Bedürfnissen heraus entstanden sein, und das schon vor mehreren tausenden von Jahren. Heute vermutet man, dass eine ebene und feste Fläche für bestimmte Zwecke benötigt wurde, die sich möglichst nicht buchstäblich aus dem Staub machte. Der Mittelmeerraum und Kleinasien sind wahrscheinlich die bekanntesten Kieselmosaikfundorte. Prächtige römische Mosaike mit kleinen Tonscherben und geschnittenen Steinwürfel findet man gut überliefert z.Bsp. im Trierer Landesmuseum. Das Schneiden der Steinwürfel dürfte dabei unerquickliche Sklavenarbeit gewesen sein. Heutzutage kennen die meisten von uns Stein- und Kieselmosaike aus Italien, wo sie sich in den riesigen Gärten aus der Renaissance befinden, aber immer auch noch in privaten Gärten.
Als Materialien werden Kieselsteine in allen Variationen genutzt, sowie verschiedene Steine, ungewöhnliche „Findlinge“ und Steine aus Steinbrüchen. Eines müssen sie jedoch alle gemeinsam haben, sie müssen hart sein. Der einfachste Test ist das Schlagen an einen anderen harten Stein. Bei Sandsteinarten wird die Auswahl schon recht schwierig, denn wegen der porösen, offenen Oberfläche kann es bei manchen Steinen sein, dass sie bei Frost springen, später brechen und schlussendlich zerbröseln. Steine mit einem hohen Kalksteinanteil, sowie Marmor, sollten ebenfalls deswegen gemieden werden. Für alles Hartgesottene geeignet sind Granit, Porphyr und Schiefer, außerdem Feuerstein, gesammelt vielleicht im Urlaub an der Ostsee…..
Mehrfarbigkeit ist natürlich sehr erwünscht, damit die schönen und kontrastreichen Muster entstehen können. Am ehestens findet man schöne Farben bei allen Graniten oder Steinen mit Quarz.

Frühzeitig mit dem Sammeln beginnen

Dann gibt es natürlich die „Sammlerstücke“, also Kiesel oder Steine, die ungewöhnliche Maserungen aufweisen, meist findet man sie an den Stränden oder beim Wandern. Allerdings bitte nicht in Massen mitnehmen.
Kies kann man im Handel beziehen, ebenso farbigen Kies. Bei aller Begeisterung für gesammelte Steine sollte man vielleicht daran denken, dass sehr kleine Kiesel auch mehr Arbeit machen.
Je nach Größe des ganzen Mosaiks ist es ratsam recht zeitig mit dem Materialsammeln anzufangen. Denn, obwohl die meisten Händler oder Gärtner immer ein gewisses Sortiment an Kieseln haben, ist es doch in Form und Farbe sehr beschränkt. Deshalb ist das Selbersammeln wahrscheinlich die beste Möglichkeit. Dafür bieten sich Steinbrüche oder Flussbänke an, man muss allerdings bedenken, dass manche dieser Stellen Privatgrundstücke sind und nicht einfach so mitgenommen werden darf, also vorher recherchieren und nachfragen.

Den richtigen Platz für das Mosak finden

Sind diese Vorarbeiten alle erledigt, dann kann man sich an den Entwurf des eigenen Kiesel- und Steinmosaiks machen.
Dafür wichtig ist auch die Überlegung, wohin dieses Kunstwerk im Garten kommt, die am meisten frequentierte Fussgängerstelle sollte es nicht gerade sein. Außerdem sollte man darauf verzichten, direkt neben Asphalt- oder Betonplatten und neben Kieswegen, ein Mosaik anzulegen. Zu ersteren passt es nicht und bei zweitem trägt man ständig den Kies über die Mosaiksteine. Eine weitere eher unpassende Stelle ist mitten im Rasen oder Gras, da es zu starken Verunreinigungen und Moosbewuchs kommen kann. Die beste Stelle ist ein Platz, der recht offen der Witterung ausgesetzt ist, denn so wird das Bild auch ständig natürlich gereinigt. Gut gegeeignet ist z.Bsp. der Grillplatz oder ein Aussichtsplatz, eine Wegbegrenzung oder als Platz für Wasserbecken und Sonnenuhren.

 Planungen, Zeichnung und Unterbau des Mosaikes

Sind alle diese Punkte berücksichtigt, dann kann es mit einer kleinen Zeichnung, einer leichten Skizze, losgehen. Danach muss man eine maßstabsgetreue Zeichnung anfertigen, angenehm ist dabei der Maßstab 1:10, d.h. 1cm entspricht 10cm in der Realität. Am besten verwendet man kariertes Papier. Wird das Mosaik sehr ambitioniert, also sehr umfangreich mit viel Geschehen auf dem Bild, ist es empfehlenswert, das Ganze  1:1 aufzuzeichnen, das ist zwar doch recht aufwendig, aber für das Legen am einfachsten.
Bevor man mit dem Legen der Steine anfängt, muss der vorgesehene Platz noch vorbereitet werden. Dabei spielt die Entwässerung eine große Rolle, das Bild sollte also leicht über dem es umgebenden Boden sein und leicht abfällig sein, damit Regen abfließen kann. Außerdem muss man dringend darauf achten, dass das Kieselmosaik sich zur Mitte hin wölbt und nicht einsinkt, da sonst Wasser stehen bleibt. Für das Ausmessen  bedient man sich üblicherweise der Wasserwaage und eines Lineals. Vier Außenpflöcke und einen Mittelpflock einschlagen und die Höhen des Bodens ausmessen.
Wichtig für das Mosaik ist auch die richtige Unterkonstruktion, wobei man unterscheidet, ob es ständig oder kaum betreten wird. Man hebt also ca. 20cm Boden aus und entfernt die Erde, dann kräftig feststampfen, danach Schotter einfüllen, ca. 8-10cm, wieder feststampfen und darauf Sand geben, ebenfalls feststampfen. Es darf sich auf keinen Fall Wasser unter den Kieseln sammeln, sonst hebt sich das ganze Kunstwerk bei Frost.
Man nennt das Ganze die Tragschicht, sie muss sehr gut verdichtet sein. Vielleicht ist es möglich, sich ein Rüttelgerät auszuleihen und damit zu arbeiten. Ist eine Randeinfassung vorgesehen, dann wird sie auf ein Betonfundament, etwa10cm tief, gesetzt. Je nach Größe der verwendeten Materialien sollte man eine Arbeitstiefe von 5-10cm einplanen.
Als Füllung für das Mosaik verwendet man entweder nur Sand oder mit Zement vermischten Sand. Diese Füllung verteilt man über die vorgesehene Fläche und legt die Kiesel nach Zeichnung, Schablone oder wie gewünscht. Dabei auf die sogenannte Schattenfuge achten, d.h. der Abstand zwischen Kiesel/Steinobergrenze und Füllmaterial. Sie sollte dringend eingehalten werden, meist etwa 1-1,2cm.
Verlegt man in reinem Sand, sollte man scharfen Sand und normalen Sand mischen, bei der Sand-Zement-Mischung verwendet man Sand mit scharfen Kanten zu 2Teilen, Sand normal zu 1Teil, Zement zu 1Teil und Split zu 3Teilen. Dann gibt es noch die Variation mit angemachten Zement, also nass. Dabei empfiehlt es sich einen Verzögerer zu verwenden, der im Baufachhandel erhältlich ist.