Hortensien

Kleine Geschichte der Hortensien

Hortensien in allen Farben, Formen und Arten sind nach wie vor sehr begehrte Bewohner von Gärten. Ihre Geschichte oder Werdegang, ganz wie man es benennen will, beginnt schon recht früh, nämlich um etwa 1740. Man lernt sie unter der Bezeichnung „Hydrangea“ kennen, ein niederländischer Botaniker nennt die Art zum ersten Mal. Später erwähnt sie auch der Schwede Carl von Linne, ein bekannter Naturforscher. Wissenschaftlich zum ersten Mal ausführlich beschrieben, wurde die Eichenblatthortensie etwa um 1790. Man vermutet heute, dass die Hortensie schon vor diesen Erwähnungen in Japan bekannt gewesen sein könnte, es gibt zwar keine wissenschaftliche Aufzeichnungen direkt, aber in Beschreibungen von Gärten und Parks werden die Hortensien mehrfach erwähnt. Dass dies erst später bekannt wurde, liegt zum großen Teil an der lange Zeit abgeschotteten Inselwelt Japans. Und tatsächlich gab es auch einen kaiserlichen Erlass seit 1600, der die Ausfuhr von heimischen Arten verbot.
Mitte des 19.Jhd. kamen einige Hortensienarten aus China nach Europa, wenig später die Schneeballhortensie aus Amerika. Die Beliebtheit der Hortensie mit ihrem aufregenden Aussehen war von Beginn an bei den Gärtnern und Parkbesitztern sehr groß. Ihre Verbreitung erfolgte in dementsprechenden Tempo in Europa. Auf die Frage nach dem Namen der Hortensie gibt es mehrere Varianten.  Eine populäre ist dabei als Namensgeberin Madame Hortense de Nassau, die Tochter des Prinzen von Nassau, aber die meisten Experten denken, dass das lateinische Wort „Hortus“ also Garten den Namen gab, als aus dem Garten stammend.

Wissenswertes über die Hortensien

Die Hortensie gehört zu einer eigenen, ihrer eigenen Familie, nämlich die der Hortensiengewächse oder lat. Hydrangeaceae. Zu dieser Familie gehören auch die Pfeifensträucher und die Schein- und Spalthortensien. Die Ordnung der Hortensiengewächse sind die Hartriegelgewächse.
Fast alle Hortensien gibt es als Bäume, Sträucher oder Halbsträucher von meist mehr oder weniger aufrechtem Wuchs, die Höhe reicht von 1m bis zu tatsächlich 10m. Bei uns hier in Deutschland sind überwiegend  Arten zu Hause, die nicht immergrün sind, also ihre Blätter abwerfen. Ihre Blätter sind von hellgrün bis zu einem mittleren Grün. Die Blüten sind doldenförmig angelegt, den sogenannten Thyrsen. Diese Blütenstände bestehen aus einzelnen Teilblütenständen. Fast alle Hortensienblüten sind so strukturiert, dass in der Mitte die fruchtbaren Blätter sind, die von den sogenannten Schaublüten umrundet werden, diese sind, wie ihr Namen eben schon sagt, sehr auffällig und attraktiv. Sie bestehen aus vier bis fünf recht großen Kelchblättern. Durch Züchtungen sind die meisten Gartenhortensien ohne fruchtbare Blüten. Der Grund ist, dass man bei der Züchtung möglichst viel „Platz“ für die sterilen Schaublüten schaffen wollte. Bei den wildwachsenden oder wenig gezüchteten Hortensien sind dagegen immer viele fruchtbare Blüten vorhanden.
Die Hortensiengewächse, also die Hydrangea werden in verschiedene Gruppen eingeteilt, insgesamt sechs Gruppen, die Americanae, die Asperae, die Heteromallae, die Macrophyllae, die Petalanthe  und die Calyptrante Gruppe. Die Americanaegruppe bezeichnet vier Arten, die aus Nordamerika stammen. Die Asperaegruppe umfasst zehn Hortensienarten, die aus Asien stammen und sehr empfindlich gegen Zugluft und kalten Wind sind. Die Sorten sollten immer gut geschützt im Garten stehen. Die Heteromallaegruppe beinhaltet drei Sorten, die ebenfalls im asiatischen Raum beheimatet sind. Die Macrophyllaegruppe beheimatet drei Wildformen der Hortensien, die ausschließlich in Asien vorkommen. In der Petalanthegruppe befinden sich 10 Exemplare, die selten zu kaufen sind und wahrscheinlich auch deshalb nicht oder kaum kultiviert worden sind. In botanischen Gärten kann man eventuell überzählige Nachtzuchtpflanzen erhalten. In Calyptranthegruppe sind zwei Arten, die aus Asien stammen.

Hortensien und der pH-WErt

Bevor man mit dem Gedanken spielt Hortensien, gleich welche Sorte, im Garten einen Platz gibt, muss man den pH-Wert der vorgesehenen Pflanzstelle wissen. Denn bei den Hortensien spielt der pH-Wert eine wichtige Rolle. Messen kann man den Wert mit einfach handzuhabenden Teststreifen, die man in jedem Gartengeschäft oder auch Zoohandlungen bekommen kann. Damit, und mit einer Vergleichstabelle, kann man den genauen Wert feststellen. Senken kann man einen zu hohen Wert übrigens mit dem untermischen von Torf oder Eichenrindenspänen ins Substrat. Da sich der Wert nach einiger Zeit wieder in seinen Ursprungszustand begeben wird, ist es ratsam, den Boden monatlich mit angereicherten Wasser zu gießen. Dazu gibt man etwa 7-10 Handvoll Eichenrindenspäne in 10l Wasser, das warm sein sollte und läßt es über Nacht, aber mindestens 24Stunden stehen. Das braune Gebräu gießt man dann einfach in die gewünschte Substratstelle. Aber zurück zu den Hortensien. Sie brauchen einen bestimmten Wert für die ihre blauen Farben. Bei einem bestimmten pH-Wert wechseln sie eben in diese Färbung, allerdings sind die weißblühenden Pflanzen davon nicht betroffen. Das Ganze ist keine Zauberei, sondern hat mit Aluminium-Ionen und mit dem Stoff Delphinidin in der Hortensie zu tun. Dieser ist in rosa oder rotblühenden Hortensien enthalten. Bei einem pH-Wert von etwa 4,0 – 5 im Substrat nehmen die Pflanzen eben Aluminium-Ionen auf und aktivieren damit ihr Delphinium. Die ruft eine mehr oder minder starke Blaufärbung hervor, bei höheren pH-Wert kommt es leicht zu der unbeliebten violett-blau-rot-was auch immer Färbung. Stimmt der pH-Wert und die Blüten erscheinen trotzdem nicht schön blau, so ist ganz einfach zu wenig Aluminium im Boden. Man geht von einem optimalen Wert von 7-8g Aluminiumsulfat auf einen Liter Boden aus. Durch die Düngung mit Alaun im Gießwasser kann man den Mangel beheben. Man kann natürlich ganz einfach speziellen Hortensiendünger verwenden, jedoch nur nach fachlicher Beratung, sonst kann die Farbgebung auch mal daneben gehen. Und die Farben bleiben dann meist recht lang bestehen und sind dann leider auch im Garten zu sehen.

Pflanznachbarn für die Hortensien

Die Hortensien sind dafür bekannt, dass sie gut mit anderen Pflanzen können. Natürlich wählt man am besten Pflanzen aus, die die gleichen oder zumindest ähnlichsten Bedingungen möchten. Herzlilien z.Bsp. lieben die Nachbarschaft von Hortensien, die den Halbschatten mögen. Manchmal kenn man sie auch unter der Bezeichnung Funkien. Sie sind äußerst langlebig und können tatsächlich bis zu 1,30m hoch werden. Aus den buschigen bodennahen Blättern ragen dann die fast ein Meter hohen Blüten heraus, die von Juni bis August blühen. Die Blütenfärbung ist bläulich-violett oder kräftig blau. Weiter nette Nachbarn sind die Taglilien, sie sind für Hortensien, die sowohl den Halbschatten als auch die Sonne mögen, geeignet. Da die Taglilien äußerst extensiv gezüchtet und bezüchtet werden, kann man sie in fast jeder Blütenfarbe pflanzen. Leider existiert jede Blüte bei den Taglilien nur einen Tag in voller Pracht, danach beginnt sie bereits zu welken.
Eher ungewöhnliche, aber sehr attraktive Begleiter sind die Lupinen. Diese Schmetterlingsblütler vertragen ebenso wie die Lupinen nur wenig stickstoffhaltigen Dünger. Außerdem lockern sie den boden mit ihren ausgeprägten Wurzeln auf. Will man verhindern, dass sie sich im ganzen Garten ungehemmt ausbreiten, sollte man die Blüten schneiden, bevor die Samen heranreifen.
Magnolien und Rhododendren fühlen sich neben den Hortensien ebenfalls sehr wohl, beide lieben genau wie die Hortensie saure, leicht feuchte Böden.
Ein Gehölz, das ebenfalls sehr gut zur Hortensie passt, ist der Fächerahorn, er stammt aus Ostasien und besticht mit seinen filigranem Laub, das sich von grün bis rot färbt. Bei dieser Pflanze sollte man aber dringend darauf achten, dass es keine Staunässe am Standplatz gibt.


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