Wichtiges und Witziges zum schwarzen Holunder
Jetzt ist mal wieder Holundererntezeit und ich frage mich beim Anblick so vieler reifer Früchte, was es wohl mit dem Holunder auf sich hat. Hier sind meine Ergenisse.
Hätten Sie gewußt, dass der Holunderpilz eine Delikatesse ist?
Repräsentativ wirkt er ja nicht gerade, der Holunderbaum, eher ein bißchen wie der arme Verwandte von irgendwelchen gutgewachsenen, geraden Bäumchen. Mit den knorrigen Ästen und dem Wuchs, der anscheinend sagen will, „ich wachse jetzt mal dahin…..“ , dem etwas ungewöhnlichen Blüten- und Blättergeruch, vor dem mancher Schädling das Weite sucht, ist der ganze Baum eher unscheinbar. Manche betrachteten die Pflanze gar als Unkraut. Doch seine wahren Werte sind mittlerweile sehr wohl bekannt.
Der Biomarkt brachte dem Holunder neuen Glanz
Vor allem mit dem Wachsen der Biobranche wurde der Schwarze Holunder wieder entdeckt. Denn die schwarzen Beeren sind bis zum Rand voll mit Vitaminen, Enzyme, und noch sehr viel mehr. Das ist eigentlich nicht weiter verwunderlich, denn es ist noch gar nicht so lange her, da galt der Schwarze Holunder als die Hausapotheke. Manchmal kann man denken, dass wirklich jedes kleinste Stück noch heilende Wirkung hat. Die Wirkung, die wohl fast jeder kennt, ist die lindernde und teilweise verhindernde Kraft gegen Erkältungen.
Will man sich so einen Alleskönner in den Garten pflanzen, dann sollte man wissen, dass es zwar mehrere Arten gibt, doch der empfehlenswerteste ist eben der Schwarze Holunder, der Sambucus nigra Linne, eine unverwüstliche Pflanze mit hellen Blüten und dunkelblauen bis schwarzen Beeren.
Viele andere Arten wie der Traubenholunder oder Zwergholunder sind sogar teilweise giftig.
Beim Pflanzen sollte man beachten, dass der Holunder bis sieben Meter hoch werden kann und sich meist gleich über dem Boden kräftig verzweigt, wobei er letztendlich stattlich vier bis fünf Meter Breite entwickeln kann, außerdem hat er flache Wurzel, die sich gut in den Boden einkrallen.
Die Holunderernte geht bis in den November hinein
Ernten kann man ab der Blütezeit eigentlich bis in den November, zuerst eben die Blüten und später die Früchte. Auch wenn die Bodenverhältnisse nicht besonders sind, wird der Baum wachsen, wenn auch vielleicht nicht so üppig wie bei perfekten Bedingung, aber aufgeben gilt bei dieser Pflanze nicht. Selbst Abgase oder schlechte Luftverhältnisse nimmt sie hin. Am liebsten hat der Holunder aber eher stickstoffhaltige mittelschwere Böden, er liebt die Sonne, kommt aber auch gut mit widrigeren Wetterverhältnissen zurecht. Also endlich mal eine Pflanze, die auch bei sehr kalten Wintern und überraschenden Frösten nicht gleich zusammenbricht. Ein bißchen Vorsicht brauchts allerdings bei ganz jungen Sprösslingen. Bevorzugte Holundersorten in Deutschland sind die Sorte Donau, mit kleinen Früchten Ende August, die Sorte Korsör, mit einem eher zarten Wuchs und süßen Früchten schon recht früh oder auch die Sorte Hamburg mit bitteren, saueren Früchten Ende September.
Der Holunderpilz
Eine Besonderheit ist der zur Delikatesse aufgestiegene Holunderpilz, der kleine rotbraune Schmarozter macht sich auf dem Holz des Baumes breit, man kennt ihn unter dem Namen „Mu Erh“ aus dem Chinarestaurant. Den Pilz kennt man schon seit dem Mittelalter unter dem Namen Judasohr. Er liefert eine Menge an Vitaminen und soll herausragende heilende Wirkung haben. Unsere Altvorderen speisten den Hollerschwamm gegen Halsentzündungen und legten ihn auf die Augen, außerdem soll er die Blutgerinnung und den Blutfettgehalt regeln, sowie das Immunsystem stabilisieren.
Der Holunderbaum gehört zur Gruppe der Geißblattgewächse, ein Name übrigens, der von dem Märchen Frau Holle herrühren soll. Der Baum der früher auch mal Flieder hieß, bevor dieser kultiviert wurde, hat noch Namen wie Judasbaum, Schießbüchsenstrauch, Holler, Dolder oder Äpler.

