Düfte und seine Hintergründe
Pflanzendüfte im Frühling erkennen
Empfindet der eine den Duft von manchen Blumen als lieblich und betörend, kann es sehr wohl sein, dass schon der Nachbar den Duft eher als störend oder gar als Gestank empfindet. Dieser Gegensatz beschreibt das Thema Pflanzenduft sehr genau, nämlich wie teile ich die Gerüche, die Pflanzen ausströmen ein?
Carl von Linne hat schon im 18.Jahrhundert eine Art Skala für Pflanzendüfte angelegt. Später dann im 20.Jahrhundert teilte Hans Henning die Düfte in Kategorien wie würzig, fruchtig, blumig, faulig oder harzig ein. Heute hingegen wird eher nach der jeweiligen chemischen Struktur der Pflanzen eingeteilt. Das bedeutet, das es so nüchterne und profane Geruchsklassen wie Aldehyde, Alkohol, Keton oder Ester gibt. Dabei ist es bemerkenswert, wieviele einzelne Duftkomponenten es in einer einzigen Blume gibt, so besteht der Rosenduft aus über 500 einzelnen Bestandteilen.
Weil die Einteilung so kompliziert ist, ist man dazu übergegangen, Duftgruppen durch sogenannte Leitpflanzen zu kategorisieren. D.h. dass sich große Hauptdüfte wie Vanille oder Nelken sich nicht bloss in der so benannten Pflanze befinden, sondern auch in ganz anderen Blumen.
Die Grundaufgabe der Düfte ist nicht die Menschen zu beglücken, sondern sie dienen in der Natur der Anlockung, Verteidigung und Umgarnung. So werden manchen Pflanzendüfte durch die Herstellung von ätherischen Ölen produziert und für die so verschiedenen Aufgaben wie Insektenanlockung und Schutz vor Wetter und Witterung genutzt.
Da Farben bei vielen Pflanzen eine ebensolche Aufgabe erfüllen, kann man manchmal beobachten, dass Blumen, die äußerst farbenprächtig sind, kaum oder sehr schwach duften. Das bedeutet, dass diese Pflanzen ihre ganze Kraft in Chlorophyll, das die Farbe umwandelt, geben.
Demgegenüber stehen eher pudrige und pastellfarbene Pflanzen, die extrem stark duften, hier gibt es vor allem bei den Rosen viele Beispiele.
In den meisten „Duftfällen“ aber dienen die Duftstoffe der Verteidigung. Blumen und andere Pflanzen können nun mal ihre Beine nicht in die Hand nehmen und die Flucht ergreifen. Deshalb haben sie im Laufe der Evolution raffinierte Strategien entwickelt, um sich gegen Schädlinge zu wehren. Trotz allem aber gibt es natürlich immer Schädlinge, hier vor allem Raupen, die auch solchen Duftstrategien widerstehen können. Dagegen gibt es aber wiederum auch ein paar Mittelchen, wie das Abgeben von Duftterpenoide durch Blattöffnungen. Dieser Lockstoff zieht manche Insekten magisch an, die sich dann über Frassräuber wie Raupen hermachen. Manche Pflanzen produzieren auch ohne Not Duftstoffe, die Insekten zur Verteidigung anlocken. Damit warnen sie auch ihre pflanzlichen Nachbarn, die daraufhin ebenfalls Düfte freisetzen.






