Was ist eine Orangerie?
Der Wintergarten und die Orangerie
Quartiere für Pflanzen, die nicht frostfest sind, gibt es schon relativ lange, um das 18.Jahrhundert herum galt so ein „Wintergarten“ gar als Statussymbol bei den Reichen und Schönen. Erste Vertreter dürften die sogenannten Orangerien gewesen sein. Ihre Vorgänger ware die Pomeranzenhäuschen, zerlegbare Holzkonstruktionen für Pomeranzenpflanzen. Orangerien waren in jedem Schloß- oder Gutshofgarten vertreten, der etwas auf sich hielt. Hauptsächlich darin untergebracht waren tatsächlich Orangen- und Zitronenbäumchen. Sie wurden wegen der Beweglichkeit immer mehr in Töpfen kultiviert, da man desöfteren den Platz in den Orangerien für Veranstaltungen nutzte.
Man stellte an die Ausstattung schon damals hohe Ansprüche bzgl. Belüftung oder Beheizung. Ein herausragendes Beispiel ist die Orangerie von Versailles in Paris, erbaut unter Ludwig XIV. Auch heute noch finden dort Veranstaltungen darin statt, aber auch die Lieblingspflanzen des Sonnenkönigs sind von Oktober bis Mai noch dort untergebracht. Die Temperatur beträgt dabei konstant 5-8Grad und die 1000 Pflanzen werden einmal im Monat von Hand gegossen. Etwa ab 1800 wurden öffentliche Wintergärten errichtet, teilweise sogar mit Kaffeehausbetrieb. Die Holzkonstruktionen wurden allmählich durch Eisenbauweise abgelöst. Beispiel dafür ist der sogenannte „Kristallpalast“ auf der Weltausstellung in London. Aber auch wohlhabende Privatleute leisteten sich solche Bauten, private Wintergärten wurden sogar zum unverzichtbaren Teil einer Bürgervilla. Weniger der Wunsch nach dem Garten als die Vergrößerung des Wohnraums waren hier wichtig, allerdings waren die meisten dieser Räume unbeheizt. Heute kann man noch in vielen Villenviertel diese wunderbaren Exemplare, sofern sie nicht im Krieg zerstört wurden, bewundern. Die damals erreichte Vielfalt kann heute mit den modernen Fertigungsweisen nicht erreicht werden. Eine Variantion sind auch noch die Freisitze, sie waren, zumindestens am Anfang, noch an den Seiten offen und nicht beheizt. Eine serienmässige Herstellung von Wintergärten erfolgte bereit im 19.Jhd.
Vor ca. 12Jahren begann eine regelrechte Renaissance des Wintergartens in Deutschland, wie eigentlich zuletzt vor dem Ersten Weltkrieg. Eine große Rolle spielt dabei natürlich die technische Entwicklung, leichtere Verfahren bei den Konstruktionen oder Verglasungen sind wichtig. Außerdem kann man durch die Nutzung der Sonnenwärme auch Energie sparen. Heute wird der „Wintergarten“ eher als „Ganzjahresgarten“ genutzt. Entspannung und Ruhe stehen im Vordergrund, die Pflanzen dienen meistens als Dekoration und sollen pflegeleicht sein.






