Große Bonsai-Bäume gestalten
Diese für europäische Augen leicht exotisch wirkenden Bäume stammen aus der asiatischen Gartenkunst. Im Zuge der Beliebtheit japanischer Gärten, gibt es jetzt immer mehr dieser Bäume, die einem an Bonsaibäumchen erinnern, nur größer. Wer ein solches „Kunstwerk“ in seinem Garten haben möchte, sollte aber auch bedenken, dass hinter allem eine Philosophie steckt, nämlich das Idealisieren der Natur. Also muss man auch alle Details genau beachten. Salopp gesagt: „ Wo und an welchen Ast kommt so ein grünes Kissen hin?“ oder „Wohin mit der Pflanze, an welche Stelle darf ich sie setzen“
Für den Big Bonsai verwendet man Kiefern, in der Regel sind dies Schwarzkiefern, Drehkiefern oder Bergkiefern. Der Stamm sollte schon etwa 5Jahre alt sein, höchstens aber 8Jahre. Will man in von Anfang an schief pflanzen, darf der Neigungswinkel nicht mehr als 30 Grad betragen. Ansonsten macht sich der Wurzelballen selbstständig und steht aus der Erde heraus. Die Schiefstelllung sorgt dafür, dass beim erneuten Wachsen die Kiefer sozusagen die Biege macht und wieder senkrecht nach oben wächst. Für alle Fälle sollte man die erdabgewandte Seite abstützen. Dann werden die jungen Triebe mit Schnüren heruntergebunden, damit sie wieder waagrecht stehen. Ist die Kiefer noch recht jung und damit geschmeidig und biegsam, dann kann man sich beim Ziehen des Stammes auch an einer S-Form orientieren. Um dies zu erreichen, steckt man am besten an zwei gegenüberliegenden Seiten Stangen schräg in die Erde. Mit einer Befestigung, die dem Holz nicht schadet, z.Bsp. Gewebebänder oder Juteband, befestigt man den Stab an dem ersten Stab für die erste Biegung, für die zweite Biegung an dem entgegengesetzten Stab. Das zweite Band muss im Laufe der nächsten zwei Jahre immer wieder locker gemacht werden, um zu verhindern, dass sie einwachsen, da ja der Stamm dicker wird. Danach werden die Triebe direkt am Stamm entfernt und in die gewünschte Position gezogen, möglichst vom Stamm weg.
Auffallend am Big Bonsai sind ja vor allem die Nadelkissen, sie sind entweder rund oder oval. Erreicht wird der Effekt dadurch, dass man nur an den Triebspitzen die Seitenzweige mit den Nadeln stehen lässt. Als Mass für das Beschneiden der Nadeln gilt die Stelle, wo die Nadel am höchsten und vor allem am dichtesten stehen. Überstehende Äste werden abgeschnitten.
Plant man einen Big Bonsai, dann ist die beste Zeit der Ausführung der Monat Mai, da sich dann die neuen Trieb bereits zeigen. Die Nadelkissen sollte man in Größe und Aussehen variieren, da es sonst doch ein bißchen langweilig aussieht. Die Gesamtwirkung muss man während der Arbei immer wieder aus der Distanz betrachten und eventuell korrigieren. In Japan werden übrigens auch Azaleen zu Kissen geschnitten.
Eine Besonderheit ist der Erhaltungsschnitt der Kissen, so schneidet man jeden Mai mit einer kleinen Gartenschere, oder man bricht die noch weichen teile einfach mit den Fingern. Insgesamt sollen ca. zwei Drittel des Neuaustriebs verschwinden.
Übrigens kann man den Big Bonsai auch im Kübel ziehen, Standfestigkeit und Kübelgröße müssen dabei stimmetn.
Zu Bonsaibäumen passen Holzpavillons oder Teehäuser sehr gut. Sie bilden eine harmonische Einheit und sind oft auch Bestandteil eines Feng-Schui Garten.

