Welche Heckensorten brauchen wenig Schnitt?
Mancher wünscht sich in seinem Garten eine Hecke, die in ihrer ganzen Blütenpracht erstrahlt. Leider läßt das Blütenwachstum bei Schnitthecken sehr zu wünschen übrig. Doch man kann sich behelfen, es gibt eine schöne Palette von ungeschnittenen Hecken, die erfahrungsgemäß sehr farbenfroh blühen. Ein Nachteil dürfte dabei für kleine Gärten sein, dass diese Hecken sich natürlich mehr ausbreiten und damit auch mehr Platz einnehmen.
Hecken schneiden – je nach Größe ein hoher Aufwand
Anderersseits benötigen sie aber auch weniger Pflege, wer schon mal Hecken geschnitten hat, weiß von wieviel Zeitaufwand die Rede ist. Dass die Hecken nicht geschnitten werden, bedeutet aber auch nicht, dass die Pflanzen nicht alle paar Jahre ein bißchen ausgedünnt werden müssen und einen leichten Verjüngungsschnitt durchgeführt werden muss. Bei Platzmangel empfiehlt es ich, Pflanzen auszuwählen, die eher in die Höhe als in die Breite wachsen. Durch die normal, natürliche Wuchsform blühen diese Hecken üppig und abwechslungsreich. Wer im Herbst noch schöne Farben will, kann bei der Auswahl darauf achten, dass sich das Laub schön färbt. Ungeschnitten teilt man ein in solche Pflanzen, die ihr Laub abwerfen und solche, die es nicht tun. Fällt das Laub im Herbst, bedeutet dies natürlich auch mehr Arbeit als mit solchen Gehölzen, die ihr Kleid behalten.
Die Gartenhortensie ist z.Bsp. Eine wunderschön anzusehende ungeschnittene Hecke. Ursprünglich auch den Gebirgen Japans stammend wird der Strauch bis zu 3m hoch und entwickelt eine Vielzahl von Zweigen, Blüten und Blättern. Die Blüte findet meistens ab Juni bis Ende August statt, es erscheinen zahlreiche flache Blütenstände, die bis zu 20cm im Durchmesser groß werden können. Die ursprüngliche wilde Form wird aber heute selten angepflanzt, man entscheidet sich eher für die wirklich zahlreichen attraktiven Sorten, die mittlerweile gezüchtet werden. Entscheidet man sich für die Gartenhortensie, sollte der Boden für die Pflanze möglichst lehmig-sandig sein und eher feucht als zu trocken. Eine wirklich wunderbare Heckenpflanze ist der Straucheibisch, Hibiskus, wie er auch oft genannt wird. Da diese Pflanze recht spät blüht, eignet sie sich hervorragend für blühende Hecken, als Schlusslicht sozusagen.
Aus Asien kommend, kann der Eibischstrauch bis zu 3m hoch werden und von Anfang August bis Ende September blühen die großen Blüten üppig.
Sehr attraktiv sind auch Korallen- und Schneebeere. Beide sind weit verbreitet, aber auch recht anspruchslos in den Anforderungen, eigentlich hält sie es auf jedem Boden aus, sowohl in der Sonne wie auch im Schatten. Mit bis zu 2m Höhe gehören sie nicht zu den größten Hecken.
Ein großer Vorteil ist ihr leichtes und recht schnelles Wachstum, so schaffen sie nach einiger Zeit eine Hecke von großer Dichtigkeit. Die Beeren bei der Korallenbeere sind leicht rosa oder schön weiß und tauchen erstmals Anfang Juni auf. Bis in den September machen sie dann ihren Namen alle Ehre und erscheinen knallrot.
Die Schneebeere bildet ebenfalls eine hohe Dichte und ihre weißen Beeren, wenn auch giftig, sind bis in den Winter an der Plflanze zu sehen.
Zu den immergrünen Hecken/Pflanzen bei ungeschnittenen Hecken gehören die bekannte Stechpalme. Sie ist im wahrsten Sinne des Wortes immer grün. Mit ihren satt dunkelgrünen teils stachelig, teils gewellten Blättern sind sie sehr attraktiv, dazu erscheinen auch noch ab Mai kleine weiße Blüten, die stark duften. Aus ihnen bilden sich die knallig roten Beerenfrüchte, die sehr lange an der Pflanze bleiben und mit ihrem Kontrast dunkelgrün-dunkelrot sehr attraktiv aussehen. Sowohl Beeren als auch die Blätter sind giftig. Eine sehr beliebte Sorte ist dabei „Alaska“, die mit 2,5m recht hoch wird, noch höher allerdings strebt die Sorte „Golden van Tol“, sie erreicht tatsächlich 5m.
Eine sehr unempfindliche Pflanze für ungeschnittene immergrüne Hecken sind die Mahonien, den Namen kennt fast keiner, ihr Aussehen aber fast jeder. Wer eine geringe Höhe bei seiner Hecke will, ist bei ihr an der richtigen Stelle. In den Wäldern Nordamerikas findet man sie oft als sogenannten Unterwuchs. Sie wird etwa 1m hoch und verzweigt sich stark. April und Mai trägt sie üppig gelbe Blütenstände, wieder ein wunderbarer Kontrast zu den dunkelgrünen glänzenden Blättern. Im Winter zeigen sie eine wahre Pracht an purpur-bronzenen Blätter mit schwarz-pupurnen Beeren, die man tatsächlich auch essen kann. Die Pflanze selbst ist sehr anspruchslos.
Immer beliebter bei uns wird der Kirschlorbeer und der Feuerdorn mit seinen auffälligen knallig orangenen Beeren, sowie die immergrüne Eibe, die sich auch gut für geschnittene Hecken eignet.
Die wohl bekannteste und bei guten Bedingungen am prächtigsten blühendste Pflanze ist der immergrüne Rhododendron. Für ungeschnittene Hecken wird er allerdings in Deutschland selten und wenn, dann ehe in Norddeutschland, verwendet. Manche der Exemplare erreichen tatsächlich bis zu 6m Höhe. Sie blühen überwältigend, allerdings leider nur im Mai und Juni, dann ist es mit der Pracht auch schon wieder vorbei. Dies sollte man in seine Planungen für eine Blütenhecke unbedingt mit einbeziehen. Und außerdem auch bedenken, dass der Rhododendron im Laufe der Zeit eine ganze Menge Gartenplatz einnehmen wird. Um optimalen Blütenreichtum zu erreichen, sollte man beachten, dass der Boden gut durchlässig, locker und eher mit Humus versetzt sein sollte. Was die Pflanzen überhaupt nicht mögen, ist Staunässe. Sehr robuste Sorten sind „Cunningham White und Roseum Elegans“.

