Wie soll ich den Kompost aufschichten?

Kompostaufschichtung mit System

Entscheidend für die erfolgreiche Nutzung eines Komposthaufens ist die richtige Anbringung der Materialien und die Materialien selbst.

Ein Kompost sollte auf lockerer Erde stehen, damit er sich direkt damit verbinden kann. Das hat den Vorteil, dass sich die Erdbewohner, wie Würmer oder Asseln, gleich direkt am Kompost beteiligen können. Schichtet man die erste Lage auf, so dient sie zur Durchlüftung aller anderen späteren Schichten und zur Wasserleitung. Diese Lage besteht üblicherweise aus einem lockeren Zusammenschluss von Ästen, Astresten und Zweigen. Ist der Unterboden zu sandig, gibt man etwas lehmige Gartenerde darunter.


Auf diese Unterlage kommt dann die nächste Schicht, bestehend aus den sogenannten organischen Abfällen, das sind alle biologisch abbaubaren Stoffe von Pflanzen und Tieren.

Alles Stoffe und Materialien sollten immer gut und locker gemischt sein. Da die meisten Abfälle sehr feucht sind, empfiehlt es sich, trockene Stoffe wie Stroh, Zweiglein oder Sägespäne, unterzumischen. Darauf kann man einige Schaufeln Gartenerden geben. Auch schon leicht reifer Kompost kann zugegeben werden, die sich darin befindlichen Organismen und Lebewesen können in die frischen Abfallschichten schon gleich eindringen und müssen sich nicht von ganz unten hocharbeiten. Auch die Zugabe von Mist oder Gesteinsmehl als Zusatzmittel sind eine gute Sache. Sie führen dem Kompost Nährstoffe mineralischer Art zu. Weitere Zusätze sind Algenkalk oder Hornspäne, sowie auch die selbstangesetzte Brennesseljauche. Es folgen immer weitere Schichten der gleichen Ordnung, also Abfälle, Gartenerde, Zusätze,usw.

Hat man eine Höhe von 1,20-1,50m erreicht, deckt man den Haufen mit Erde oder Grassoden ab. Das hält die Wärme und Feuchtigkeit im Haufen. Drohen schwere Regengüsse kann man den Haufen auch dauerhaft mit einer Abdeckung versehen.

Die Breite des Haufen sollte nicht allzu ausufernd sein, 1,20-1,40m sind reichlich. Wird der Kompost zu breit, kann er sich nicht richtig erwärmen und diese Wärme nicht erhalten. Die Höhe kann zwar beliebig sein, aber es empfiehlt sich obig angegebene Höhe. Niedriger sollte der Haufen allerdings nicht sein, sonst gibt es zuwenig Kompostvolumen.

Was darf in den Komposthaufen?

Materialien für den Kompost

Beachtet man die Hauptregel beim Kompostieren, nämlich die richtige Aufschichtung, dann kann eigentlich gar nicht mehr so viel passieren.

Jetzt braucht man nur noch die Art und Sorte der Materialien zu kennen und diese sorgfältig zu mischen.

Gut geeignete Stoffe sind dabei:

Organische Küchen-Abfälle:

das sind hauptsächlich Obstschalen und -reste, von Südfrüchten immer nur in kleineren Mengen und im besten Falle ungespritzt, Kartoffelschalen, Gemüserest- und schalen.

Kaffeesatz, sehr beliebt bei Kompostwürmer,


Eierschalen, haben einen sehr hohen Kalkgehalt, nämlich über 90%, man sollte sie aber auf jeden Fall zerkleinern, manche befürchten eine Salmonellenvergiftung des Komposts, aber wenn man alles gut durchmischt und es möglichst in die Mitte des Haufens bringt, ist die Gefahr sehr gering.

Teebeutel, siehe Kaffeesatz

Asche, keine Kohlenasche, hier ist Schwermetall enthalten.

Und in kleineren Mengen und vor allem zerkleinert Papier und Pappe, keine beschichteten Papiere

Organische Gartenabfälle:

Laub, braucht grundsätzlich länger zum Verrotten, Eichen- und Nussbaumblätter noch länger und enthalten viele Mineralstoffe, große Laubmengen vorher zerkleinern.

Grasschnitt, nicht zuviel aufbringen, möglichst mischen mit Strauchschnitt oder Heckenschnitt, mit Erdschicht bedecken und trocknen lassen

Moos

Unkraut, möglichst in die Mitte des Haufens geben, dadurch werden eventuelle Samen durch die hohe Temperatur abgetötet.

Baumnadeln

Eingeschränkte Abfälle:

Kranke Pflanzenteile, von Pilzen und Bakterien befallene Teile werden in der Heißrottphase eliminiert oder durch die Bodenlebewesen abgetötet.

Äste, Zweige oder Häckselgut, möglichst in geringer Auflage, dienen zur Durchlüftung oder zur Abdeckung

Schnittblumenreste, mit Vorsicht geniessen, möglichst Blumen aus dem Fair Trade-Handel kaufen, alle anderen sind oft mit Pestiziden behandelt, immer in die Haufenmitte geben.

Sägemehl, nur sehr dünn aufbringen und feucht halten

Mist, möglichst wenig, und eher Hühnermist, da er sehr stickstoff- und phosphorhaltig ist

Ein Sonderfall sind Thujen, sie soll man nur in Kleinstmengen aufbringen, da sie giftig sind. Wenn unbedingt, dann sollte man sie an einem anderen Platz vorverrotten lassen und erst nach einiger Zeit zugeben.

Auf keinen Fall zugeben sollte man:

Kunststoffe, Glas oder Metall, Knochen und Leder

Metalle

Speiseöle

Staubsauerbeutel mit Inhalt

Kleintierstreu und Abfall

Fäkalien

Gekochte Speisereste, sonst gibt es eine eigene Rattenzucht

Zigarettenreste

Windel mit Plastikfolie

Mehr Infos zum richtigen Aufschichten des Kompost finden Sie im folgenden Artikel.

Komposterde kaufen oder selbst machen?

Welche Komposterde gibt es?

Für Kompost gibt es zwei Reifegrade, den frischen,rohen Kompost und die reife Komposterde. Der frische Kompost ist zwar schon braun, aber noch sehr grob und voller Krümmel. Diese Krümmel sind Materialien wie Zweige und ähnl., die länger zur Verrottung brauchen. Man kann die Teil noch gut erkennen. Dieser frische Kompost ist recht nährstoffreich und kann sofort eingesetzt werden. Solchen „scharfen“ Kompost sollte man nur in lockere, gut durchlüftete Erde einarbeiten und dies auch nur in Maßen und an der Oberfläche. Diese Erdauflage sollte man nach dem Einarbeiten mit Laub oder Gras bedecken, damit die Erde warm und feucht bleibt. Da die innewohnenden Lebewesen weiter arbeiten sollen, ist dies sehr wichtig.


Anders beim reifen Kompost, er ist zu Humus ausgebildet. Dabei werden die Materialien, die schwerer verrotten, weiter umgewandelt und kleingemacht. Je mehr der Kompost dabei reift, desto feiner und gleichmäßiger wird die Konsistenz. Es werden immer mehr der Bestandteile eingearbeitet und zerlegt. Dabei wird der Umsetzungsvorgang immer langsamer. Durch die Lebewesen im Boden werden dabei die Materialien bearbeitet. Einen großen Anteil hat, wie allgemein bekannt, dabei der Regenwurm. Sie vermehren die Mikroorganismen in ihrem Darm im großen Stil. Reifer Kompost dient zur Bodenverbesserung und auch zur Düngung. Was alles auf den Komposthaufen darf finden Sie im weiteren Artikel zum Thema Kompostierung.

Es gibt den sogenannten Kressetest, um zu testen in welcher Reifestufe der Kompost sich gerade befindet. Man verteilt eine kleine Menge Kompost in einem flachen Gefäß und sät Kressesamen aus. Das Ganze wird abgedeckt und leicht feucht gehalten. Nach drei bis vier Tagen erfolgt die Keimung. Passiert dagegen nichts, ist der Kompost noch sehr unfertig. Werden die Keime aber noch ein paar Tage später gar gleichmäßig grün, ist der Kompost reif. Werden die Keime unterschiedlich groß und gelb oder braun, muss man mit dem Ausbringen noch etwas warten.

Die  schnellste Kompostierung ist im Spätsommer, manchmal auch im Frühjahr, wenn es sehr warm ist. Dann braucht der Kompost nur etwa drei bis vier Monate. Im Winter dagegen gibt es keine Verrottung, oder fast keine. Fängt man also im Herbst mit einem Komposthaufen an, muss man auf jeden Fall bis zum nächsten Sommer warten.

Kompostplatz planen und errichten

Was muss man bei einem Komposthaufen alles bedenken?

Wer plant einen Komposthaufen oder Kompoststelle anzulegen, der fragt sich meistens zuerst, wohin mit dem neuen Gartenelement. Wählt man dabei den Platz vorausschauend und unter praktischen Überlegungen, kann man sich eine Menge an Arbeit ersparen.


Ist der Garten klein, kann man davon ausgehen, dass jeder kleine Platz verplant ist. Deshalb ist es gerade hier sehr wichtig, dass beim Kompost bestimmte Regeln beachtet werden. Eine schöne Alternative sind hier die handelsüblichen Kompostbehälter, sie benötigen dazu auch noch kaum Raum. Bei großen Gärten, bei denen auch normalerweiser viel Kompost anfällt, bietet es sich an, zwei Kompoststellen anzulegen.

Ein Kompost sollte seinen Standort möglichst im Halbschatten haben, zudem sollten alle extremen Bedingungen wie Wind und Starkregen, große Hitze und starker Frost, möglichst ausgeschlossen werden. Allerdings ist davon abzuraten, ihn in die dunkelste Ecke zu verbannen. Mangelnde Wärme und Nässe könnten die Aktion Kompost zum Alptraum werden lassen. In solchen Situationen bilden sich auch Schädlinge.

Deshalb wäre es am besten, der Kompostplatz ist durch kurze Wege leicht zu erreichen, also ohne Auszurutschen  oder dreckige, nasse Füsse.  Um den Kompost sollte genügend Platz sein, um Eimer und Schaufel, im besten Fall auch den Schubkarren abstellen zu können. Bei viel Platz und zwei Komposthaufen, sollte man einen alleine für Laub und ähnliches anlegen, da die Verrottung hier um einiges länger dauert. Der Komposthaufen selbst braucht dabei einen lockeren Boden, um nicht dauernd in Erde zu stehen, empfiehlt es sich, davor Trittsteine oder dicke Bretter zu legen.

Auch die Pflanzen neben der geeigneten Kompoststelle sind eine Überlegung wert. Bäume geben Schatten und bieten gewissen Windschutz. Auch an einem Zaun ist ein geschützter Platz, allerdings sollte man in Erfahrung bringen, was der Nachbar direkt auf der anderen Seite anbaut. Obstbäume bieten durch ihr dichtes Blätterdach einen guten Regenschutz. Einer der idealsten Nachbarn für Kompost ist der Holunder, er mag stickstoffreichen Boden und liebt deshalb die nährstoffreiche Nachbarschaft, zudem wächst er sehr schnell und überhängend, dadurch bietet er guten Wind- und Regenschutz.

Außerdem noch gut geeignet, der Haselstrauch wegen seines dichten Laubes und der großen Höhe, der Flieder, ebenfalls wegen seiner Höhe und des überhängenden Wuchses und natürlich wegen seines betörenden Duftes.

Für eine schöne Einfassung und damit einen schönen Anblick sorgen einjährige Pflanzen wie Sonnenblumen oder Feuerbohnen. Sehr beliebt auch die Kapuzinerkresse mit ihren leuchten Blüten, noch dazu wuchert sie, wenn sie sich wohlfühlt. Und zuletzt das Kompostgemüse schlechthin, Zucchini in allen Formen und Farben und Kürbisse an.