Weidenzäune, die natürliche Gartengrenze
Der Weidenzaun erlebt im Moment so etwas wie eine Wiederentdeckung.
Hauptmaterial sind natürlich Weiden. Es gibt viele verschiedene Weidenarten, die man eventuell für einen Zaun benutzen könnte. Will man das Zaunmaterial nicht kaufen, sondern selbst abschneiden, muss man sich unbedingt erst einmal mit den Weidenarten beschäftigen. Dies ist allerdings auch für Fachleute manchmal schwierig. Es gibt dabei eine Faustregel, Weidenarten, die schmale Blätter tragen sind grundsätzlich für den Zaunbau geeignet.

Weidenzaun als natürlicher Sichtschutz
Es darf jedoch nicht vergessen werden, dass man vor dem Schneiden „in freier Wildbahn“ unbedingt den jeweiligen Eigentümer um Erlaubnis fragen muss. Weiden eigenen sich deshalb leicht zum Bau eines Sichtschutzes, weil sie keinen festen Holzkern ausbilden.
Hier eine Reihe heimischer Weidenarten, die sich für den Flechtzaun eignen:
Die Korbweide, starkwüchsig und strauch- bis baumförmig, 2-10m Höhe, ergeben eine Rutenlänge von 2-3m.
Die Mandelweide, strauchwuchs, Länge etwa 1-4m
Die Purpurweide, ebenfalls Strauchwuchs, jedoch Länge bis 8m
Die Silberweide, baumförmig, 5-25m, stärkwüchsig, jährlicher Zuwachs von ca. 2m
Die Flechtweidenarbeit eignet sich auch ganz hervorragend für dekorativen Sicht- oder Windschutz.
Richtige Vorbereitung für den Bau eines Zaunes
Bevor man mit dem Bau beginnt, muss man die Höhe der Latten und der sogenannten Steher wissen. Steher sind größer und breitere Pfosten, die zwischen den jeweiligen Zaunfeldern sind. Sie können gemauert sein, aus Naturstein oder Metall. Da sie der tragende Teil eines Zaunes sind, müssen sie gut verankert werden. Der Abstand der Steher sollte von ca.1,5m bis maximal 3,5 betragen. Und natürlich muss man sich auch schon vor dem Bau die Form der Latten überlegen. Wichtig ist auch, zu wissen, ob hinter oder vor dem Zaun noch Pflanzen, wie Hainbuchenhecken oder Liguster, gepflanzt werden sollen. Am besten macht man sich vor Beginn der Arbeiten eine genaue und maßstabsgetreue Skizze. Damit kann man Fehler schon vor dem Bau vermeiden. Im Normalfall sorgt das ausgewogene Verhältnis zwischen Steher, Zaunlatten und Querhölzern für den Gesamteindruck. So wirken schmale Latten eleganter und Natursteinsteher sorgen für den eher rustikalen Eindruck.
Beim Holzeinkauf sollte man die Feuchte von Holz beachten(Risse und Verwerfung). Meist erkennt man hohe Feuchte schon am Holzgewicht. Außerdem ist es ratsam ein paar Hölzer mehr zu nehmen, als Reserve bei Fehlbohrungen oder gravierende Farbunterschiede im Holz, die nicht vorhersehbar waren.
Steht der Zaun einmal, sollte man es sich zweimal überlegen, ob man das Holz wirklich streichen sollte. Naturbelassen nimmt das Holz unter Sonneneinstrahlung eine schöne silbergraue Patina an und das Holz kann atmen. Außerdem bedeutet Streichen eines Holzzaunes immense Arbeit, hat man ihn einmal eingelassen, muss dies beizeiten immer wieder wiederholt werden. Ohne dass die Lebensdauer erhöht wird.
Mit einem Gartenzaunpfosten fängt es an
Holzzäune sind ein traditioneller Bestandteil von Gärten. Das kann ein einfacher Weidenzaun oder ein ornamental ausgestalteter Zaun aus Hartholz sein, dass spielt keine Rolle. Holz als Werkstoff für die Zäune hat einige gewichtige Vorteile, allerdings auch ein paar, wenn auch wenige Nachteile.

Englischer Gartenzaun aus Holz
Die Vorteil eines Holzzaunes sind zum ersten die geringen Kosten bei der Anschaffung von Holz, zum anderen lässt es sich recht einfach und gut bearbeiten. Holz ist nachhaltig und als nachwachsender Rohstoff auch ökologisch eine gute Wahl. Unübertroffen ist der Werkstoff Holz in der Vielseitigkeit seiner Verarbeitung und Verwendung. Zäune aus Holz lassen sich auch deshalb, sogar für Laien, leicht bearbeiten, da es eigentlich immer jemanden gibt, der Holzbearbeitungsmaschinen wie Kreis- oder Bandsäge
besitzt und einem gerne mal daran arbeiten läßt. Einer der größten Vorteile von Holzlatten ist allerdings die Reparatur eines Zaunes. Gefaulte oder morsche Latten lassen sich meist leicht austauschen. Und, in der heutigen Zeit recht wichtig, Holz ist zu 100% biologisch abbaubar. Dem gegenüber steht einer der größten Nachteile bei Holz, nämlich die Haltbarkeit. Im Ideal liegt diese bei ca. 25 – 30 Jahren. Und manchmal passen die Holzzäune einfach nicht zum jeweiligen Haus oder Garten.
Bei der Verwendung von Holz für Zaunlatten, gibt es einige Regeln, die man möglichst berücksichtigen sollte. So gibt es Hölzer, die sich für einen Zaun eigentlich garnicht eignen. Dies sind Fichte und Kiefer wegen ihrer Witterungsanfälligkeit. Deshalb sollte man sich auch nicht vom billigen Preis beeinflussen lassen. Ein weiteres ungeeignetes Holz ist die Zirbe, früher oft benutzt, heute jedoch viel zu selten im Vorkommen, um als Zaun verwendet zu werden. Auch die sibirische Lärche ist ungeeignet, mehr aus moralisch-ethischen Gründen ähnlich dem Tropenholz, es wird recht unkontrolliert abgebaut und außerdem leben viele seltene Tierarten auf, in und in der Nähe der Bäume. Denn durch den hohen Harz- und Gerbstoffgehalt ist das Lärchenholz witterungsbeständig und resistent gegen Schädlinge. Allerdings sollte man dabei unbedingt auf heimische Arten zurückgreifen. Das leidige Thema „Tropenholz“ ist auch hier Thema, kein Gütesiegel der Welt kann über lange Transportwege und wilde Abholzung hinwegtäuschen. Für Holzpuristen und –tradionalisten sind Hölzer aus der Region oder dem Land sowieso tabu. Sehr gut für den Holzzaun eignen sich Robinie, Edelkastanie und Eichen, alles sehr witterungsbeständige Arten, aber als Hartholz auch schwieriger zu bearbeiten und teuerer. So entwickelt neben der Pilz- und Fäulnisresistenz und langen Haltbarkeit eine wunderschöne Patina. Vorsicht allerdings in der Nähe von Pflaster und Mauern, bei Regen kann die Gerbsäure ausschwemmen und Steine färben.