Archiv der Kategorie: Gartenpflanzen

Was wächst so alles im Mai

Kleiner Gartenrundgang Ende Mai im Garten und der Obstwiese

Vor etwa 3 Wochen habe ich zum ersten Mal Hummeln als Bestäubungshilfe für die Obstbäume ausprobiert. Jetzt Ende Mai nach der Blüte der meisten Apfelbäume stelle ich fest das die Hummeln ( und vereinzelt auch Bienen) ganze Arbeit geleistet haben. Viele kleine Äpfel erfreuen mein Gartenherz 🙂

Fazit: Hummeln können durchaus für eine bessere Apfelernte nützlich sein. Die Kosten von ca. 90 Euro solle man je nach Größe der Obstwiese abwägen.

Kartoffeln

Junge Kartoffelpflanze aus vorgeimter Kartoffel Ende Mai
Junge Kartoffelpflanze aus vorgekeimter Kartoffel Ende Mai

Im letzten Jahr hatte ich ja einen kleinen Wettbewerb mit mir selbst gemacht 🙂 Zum einen hatte ich diese Pflanztaschen getestet und dann einfach noch ein Stück Rasen als Garten umgegraben. Wie das Ganze bei der Kartoffelernte ausging könnt ihr hier nachlesen.

In diesem Jahr habe ich tradidionell am 01. Mai ein Dutzend vorgekeimte Kartoffeln gesetzt. Ende Mai sieht man schon wo das hinführen wird. Die Pflanzen sind schon ein kleines Stück gewachsen. Sie wachsen in einem kleinen Stück Garten. Die Pfanztaschen nutze ich nicht mehr.

Tobinambur

Tobinambur
Junge Tobinamburpflanze Ende Mai

Im Spätherbst habe ich bei der Ernte feststellen müssen dass es den Wühlmäusen auch gut geschmeckt hat und sie sich die meisten Knollen zu eigen gemacht haben. Die übrigen angefressenen Knollen und die Wurzeln habe ich dann aber wieder verteilt im Garten eingegraben. Jetzt im Mai kommen die ersten Pflanzen an die Oberfläche. Im Büro habe ich 3 Knollen in einem Topf eingepflanzt diese sind jetzt ca. 60 cm hoch. Mal sehen wie das bsi zum Herbst mit der Ernte aussieht.

Heidelbeeren

Hummel
Hummel beim Anflug an die Blüten der Heidelbeere

Die Heidelbeeren stehen in voller Blüte. Und wer ist fleißig beim Pollen und Nekar sameln? Na könnt ihr meine pelzigen Freunde erkennen? Di Hummeln sind ganz bei der Arbeit und vor lauter Pollen torkeln sie nur so von Blüte zu Blüte. En Spass sie bei der Arbeit zu beobachten.

Mangold

Mangold
Mangold vom Vorjahr der im Freiland überwintert hat

Den Mangold habe ich im letzten Jahr Ende Juli nach der Kartoffelernte noch ausgesät. die rsten Pflanzen wrde auch noch bis zu 30-40 cm hoch. Einige Mangoldpflanzen habe ich den Winter über stehen gelassen und auch nicht witer abgedeckt. Einige Wochen lag auch ordentlich Schnee darüber. Jetzt im Mai haben sie sich wieder gut erholt. Ich hoffe vielleicht schon im Herbst eigeen Samen aus diesen gewinnen zu können. Mal sehen obs klappt.

Apfelbäume

Manga Apfel
Manga Superapfel kurz nach der erfolgreichen Bestäubung

Ganz besonders stolz und genau so gespannt bin ich in diesem Jahr auf die ersten Manga Superäpfel. Der Riesenapfel soll bis zu 2 kg schwer werden. Die etwa 12 Äpfelchen habe ich sicher auch den Hummeln zu verdanken. Im letzten Jahr gab es trotz Blüten keinen Ertrag. Weil mich die Riesenäpfel so begeistert hatten, wurden vor 2 Jahren 5 Bäume an Schulen verschenkt. Vielleicht beomme ich von der en oder anderen Stelle noch Bilder wie die Bäume sich bis jetzt entwickelt haben.

Die übrigen Apfelbäume aus der Obstwiese tragen jetzt sehr unterschiedlich viele Äpfel. Nach der ersten Sichtung rechne ich mit einer durchschnittlichen Apfelernte. Ein Totalausfall wie vor 2 Jahren wollte ich unter allen Umständen vermeide. Deshalb auch der Hummeltest.

Wie die Apfelernte ausfällt könnt ihr hier im Herbst nachlesen. Was wir letzten Herbst damit gemacht haben lest ihr hier.

 

Kartoffeln auf kleinem Raum

Wie kann ich auf kleinstem Raum im Garten oder auf dem Balkon Kartoffeln pflanzen?

gekeimte Kartoffeln zum pflanzen
Kartoffeln mit Keimen

Diese Frage habe ich mir nach einigen Berichten im Internet auch einmal gestellt. Meine Lösung ist anders ausgefallen, als man sich das so üblicher Weise vorstellt. Normalerweise gräbt man einen Garten oder ein Feld um. Dann werden die Setzkartoffeln eingepflanzt und die Reihen werden angehäuft. Nach und nach muss dann das Unkraut geharkt werden. Was aber tun wenn man zu wenig Platz oder keine Maschinen hat? Bei Ralf von Neulichimgarten.de habe ich gelesen, dass man Kartoffeln auch auf eine Wiese legen kann. Die Kartoffeln mit Stroh abdeckt und im Herbst erntet.

Kartoffeln im Blumenerdesack
Die Kartoffeln nach etwa 2 Wochen

 

Kartoffeln im Blumenerdesack
Mini Kartoffelfeld beim einpflanzen der Knollen

Verena aus Schleiden in der Eifel hat einen Kartoffelturm gebaut und freut sich hoffentlich im Herbst über eine reiche Kartoffelernte. Auch die Pflanzvariante von Stephanie vom Gaertnerblog hat dazu beigetragen meine eigene Variante des Kartoffelanbaues zu probieren.

Kartoffelpflanzen 2 Wochen alt
Kartoffeln nach 2 Wochen

Hier könnt ihr mein „Kartoffelfeld“ sehen. Es besteht aus einem Sack Blumenerde und 4 vorgekeimten Kartoffeln die ich in der Küche gefunden habe. Anstatt die Kartoffel weg zu werfen habe ich sie eingepflanz. Da ich aber keinen Platz hatte fiel mir das mit der Blumenerde ein. Ja, ich weiss, wirtschaftlich ist das nicht gerade. Oben habe ich die 4 Löcher in die Tüte gemacht um die Kartofeln zu vergraben. An der Unterseite habe ich dann noch ein paar Löcher gemacht, damit es keine Staunässe gibt und das Wasser einfach ablaufen kann. Ab und an giesse ich die Kartoffeln auch. Die Blumenerde alleine hat schon 2 Euro oder so gekostet. Aber es ist einfach mal interessant es zu testen. Verfeinern kann man das ja immer noch. Bei 4 Pflanzen wird es auch noch keine Riesenkartoffelernte geben. Ich muss mir auch noch keine Gedanken zum einlagern machen. Hat auch seine Vorteile- Gott sei Danke:-)

Ich habe etwas spät ( Anfang Juli) mit dem einpflanzen der Kartoffeln begonnen. Aber ich warte einfach mal ab was passiert. Ich wollte nicht bis zum nächsten Frühjahr warten. Meine Idee wollte jetzt noch umgesetzt werden.

Da der Pflanzerdesack im Schatten liegt sehe ich nach etwa 4 Wochen, dass die Kartoffelpflanzen schon etwas „langhalsig“ werden. Aber es bleibt dabei, einfach testen. Nachbessern kann ich dann ja im nächsten Jahr. Ihr werden rechtzeitig zur Ernte über den Stand der Dinge hier informiert.

Hier der Sachstand Ende September. Das ist aus den Kartoffelfeld geworden.

Hortensien

Kleine Geschichte der Hortensien

Hortensien in allen Farben, Formen und Arten sind nach wie vor sehr begehrte Bewohner von Gärten. Ihre Geschichte oder Werdegang, ganz wie man es benennen will, beginnt schon recht früh, nämlich um etwa 1740. Man lernt sie unter der Bezeichnung „Hydrangea“ kennen, ein niederländischer Botaniker nennt die Art zum ersten Mal. Später erwähnt sie auch der Schwede Carl von Linne, ein bekannter Naturforscher. Wissenschaftlich zum ersten Mal ausführlich beschrieben, wurde die Eichenblatthortensie etwa um 1790. Man vermutet heute, dass die Hortensie schon vor diesen Erwähnungen in Japan bekannt gewesen sein könnte, es gibt zwar keine wissenschaftliche Aufzeichnungen direkt, aber in Beschreibungen von Gärten und Parks werden die Hortensien mehrfach erwähnt. Dass dies erst später bekannt wurde, liegt zum großen Teil an der lange Zeit abgeschotteten Inselwelt Japans. Und tatsächlich gab es auch einen kaiserlichen Erlass seit 1600, der die Ausfuhr von heimischen Arten verbot.
Mitte des 19.Jhd. kamen einige Hortensienarten aus China nach Europa, wenig später die Schneeballhortensie aus Amerika. Die Beliebtheit der Hortensie mit ihrem aufregenden Aussehen war von Beginn an bei den Gärtnern und Parkbesitztern sehr groß. Ihre Verbreitung erfolgte in dementsprechenden Tempo in Europa. Auf die Frage nach dem Namen der Hortensie gibt es mehrere Varianten.  Eine populäre ist dabei als Namensgeberin Madame Hortense de Nassau, die Tochter des Prinzen von Nassau, aber die meisten Experten denken, dass das lateinische Wort „Hortus“ also Garten den Namen gab, als aus dem Garten stammend.

Wissenswertes über die Hortensien

Die Hortensie gehört zu einer eigenen, ihrer eigenen Familie, nämlich die der Hortensiengewächse oder lat. Hydrangeaceae. Zu dieser Familie gehören auch die Pfeifensträucher und die Schein- und Spalthortensien. Die Ordnung der Hortensiengewächse sind die Hartriegelgewächse.
Fast alle Hortensien gibt es als Bäume, Sträucher oder Halbsträucher von meist mehr oder weniger aufrechtem Wuchs, die Höhe reicht von 1m bis zu tatsächlich 10m. Bei uns hier in Deutschland sind überwiegend  Arten zu Hause, die nicht immergrün sind, also ihre Blätter abwerfen. Ihre Blätter sind von hellgrün bis zu einem mittleren Grün. Die Blüten sind doldenförmig angelegt, den sogenannten Thyrsen. Diese Blütenstände bestehen aus einzelnen Teilblütenständen. Fast alle Hortensienblüten sind so strukturiert, dass in der Mitte die fruchtbaren Blätter sind, die von den sogenannten Schaublüten umrundet werden, diese sind, wie ihr Namen eben schon sagt, sehr auffällig und attraktiv. Sie bestehen aus vier bis fünf recht großen Kelchblättern. Durch Züchtungen sind die meisten Gartenhortensien ohne fruchtbare Blüten. Der Grund ist, dass man bei der Züchtung möglichst viel „Platz“ für die sterilen Schaublüten schaffen wollte. Bei den wildwachsenden oder wenig gezüchteten Hortensien sind dagegen immer viele fruchtbare Blüten vorhanden.
Die Hortensiengewächse, also die Hydrangea werden in verschiedene Gruppen eingeteilt, insgesamt sechs Gruppen, die Americanae, die Asperae, die Heteromallae, die Macrophyllae, die Petalanthe  und die Calyptrante Gruppe. Die Americanaegruppe bezeichnet vier Arten, die aus Nordamerika stammen. Die Asperaegruppe umfasst zehn Hortensienarten, die aus Asien stammen und sehr empfindlich gegen Zugluft und kalten Wind sind. Die Sorten sollten immer gut geschützt im Garten stehen. Die Heteromallaegruppe beinhaltet drei Sorten, die ebenfalls im asiatischen Raum beheimatet sind. Die Macrophyllaegruppe beheimatet drei Wildformen der Hortensien, die ausschließlich in Asien vorkommen. In der Petalanthegruppe befinden sich 10 Exemplare, die selten zu kaufen sind und wahrscheinlich auch deshalb nicht oder kaum kultiviert worden sind. In botanischen Gärten kann man eventuell überzählige Nachtzuchtpflanzen erhalten. In Calyptranthegruppe sind zwei Arten, die aus Asien stammen.

Hortensien und der pH-WErt

Bevor man mit dem Gedanken spielt Hortensien, gleich welche Sorte, im Garten einen Platz gibt, muss man den pH-Wert der vorgesehenen Pflanzstelle wissen. Denn bei den Hortensien spielt der pH-Wert eine wichtige Rolle. Messen kann man den Wert mit einfach handzuhabenden Teststreifen, die man in jedem Gartengeschäft oder auch Zoohandlungen bekommen kann. Damit, und mit einer Vergleichstabelle, kann man den genauen Wert feststellen. Senken kann man einen zu hohen Wert übrigens mit dem untermischen von Torf oder Eichenrindenspänen ins Substrat. Da sich der Wert nach einiger Zeit wieder in seinen Ursprungszustand begeben wird, ist es ratsam, den Boden monatlich mit angereicherten Wasser zu gießen. Dazu gibt man etwa 7-10 Handvoll Eichenrindenspäne in 10l Wasser, das warm sein sollte und läßt es über Nacht, aber mindestens 24Stunden stehen. Das braune Gebräu gießt man dann einfach in die gewünschte Substratstelle. Aber zurück zu den Hortensien. Sie brauchen einen bestimmten Wert für die ihre blauen Farben. Bei einem bestimmten pH-Wert wechseln sie eben in diese Färbung, allerdings sind die weißblühenden Pflanzen davon nicht betroffen. Das Ganze ist keine Zauberei, sondern hat mit Aluminium-Ionen und mit dem Stoff Delphinidin in der Hortensie zu tun. Dieser ist in rosa oder rotblühenden Hortensien enthalten. Bei einem pH-Wert von etwa 4,0 – 5 im Substrat nehmen die Pflanzen eben Aluminium-Ionen auf und aktivieren damit ihr Delphinium. Die ruft eine mehr oder minder starke Blaufärbung hervor, bei höheren pH-Wert kommt es leicht zu der unbeliebten violett-blau-rot-was auch immer Färbung. Stimmt der pH-Wert und die Blüten erscheinen trotzdem nicht schön blau, so ist ganz einfach zu wenig Aluminium im Boden. Man geht von einem optimalen Wert von 7-8g Aluminiumsulfat auf einen Liter Boden aus. Durch die Düngung mit Alaun im Gießwasser kann man den Mangel beheben. Man kann natürlich ganz einfach speziellen Hortensiendünger verwenden, jedoch nur nach fachlicher Beratung, sonst kann die Farbgebung auch mal daneben gehen. Und die Farben bleiben dann meist recht lang bestehen und sind dann leider auch im Garten zu sehen.

Pflanznachbarn für die Hortensien

Die Hortensien sind dafür bekannt, dass sie gut mit anderen Pflanzen können. Natürlich wählt man am besten Pflanzen aus, die die gleichen oder zumindest ähnlichsten Bedingungen möchten. Herzlilien z.Bsp. lieben die Nachbarschaft von Hortensien, die den Halbschatten mögen. Manchmal kenn man sie auch unter der Bezeichnung Funkien. Sie sind äußerst langlebig und können tatsächlich bis zu 1,30m hoch werden. Aus den buschigen bodennahen Blättern ragen dann die fast ein Meter hohen Blüten heraus, die von Juni bis August blühen. Die Blütenfärbung ist bläulich-violett oder kräftig blau. Weiter nette Nachbarn sind die Taglilien, sie sind für Hortensien, die sowohl den Halbschatten als auch die Sonne mögen, geeignet. Da die Taglilien äußerst extensiv gezüchtet und bezüchtet werden, kann man sie in fast jeder Blütenfarbe pflanzen. Leider existiert jede Blüte bei den Taglilien nur einen Tag in voller Pracht, danach beginnt sie bereits zu welken.
Eher ungewöhnliche, aber sehr attraktive Begleiter sind die Lupinen. Diese Schmetterlingsblütler vertragen ebenso wie die Lupinen nur wenig stickstoffhaltigen Dünger. Außerdem lockern sie den boden mit ihren ausgeprägten Wurzeln auf. Will man verhindern, dass sie sich im ganzen Garten ungehemmt ausbreiten, sollte man die Blüten schneiden, bevor die Samen heranreifen.
Magnolien und Rhododendren fühlen sich neben den Hortensien ebenfalls sehr wohl, beide lieben genau wie die Hortensie saure, leicht feuchte Böden.
Ein Gehölz, das ebenfalls sehr gut zur Hortensie passt, ist der Fächerahorn, er stammt aus Ostasien und besticht mit seinen filigranem Laub, das sich von grün bis rot färbt. Bei dieser Pflanze sollte man aber dringend darauf achten, dass es keine Staunässe am Standplatz gibt.

Holunderrezepte

Die Holunderernte flüssig verarbeiten

Viele kennen ihn, den traditionellen Holunderblütensekt. Er gehört oft zu den Erinnerungen aus der Vergangenheit und ist auch nicht immer gelungen oder hielt sich nicht lange. Trotzdem umweht ihn ein Hauch von Ungewöhnlichem, schon allein durch sein Aussehen mit den schwimmenden Blütendolden und den Zitronenscheiben. Tatsächlich scheinen wieder immer mehr Leute den Hollersekt anzusetzen, auch wenn die Rezepte stark varieren, hier eines davon.

Rezept für Holundersekt

Das Wichtigste sind natürlich die Blütendolden, davon etwa vier Tassen der einzelnen Blüten.  Das reicht für etwa 5-6Liter Wasser je nach Geschmack. Dieses Wasser erwärmen und etwa 800g Zucker einrühren, wer es süßer mag, ca. 1kg. Das Ganze kochen lassen. Die Hollerblüten gemeinsam mit den geschnittenen Scheiben von drei Zitronen (unbehandelt) in ein Glas oder Porzellangefäss füllen, darauf das heiße Zuckerwasser geben und mindestens 5Tage abgedeckt an einem warmen Ort stehen lassen. Gelegentlich das Ganze umrühren. Manche geben noch einen kleinen Spritzer Holunderblütenessig hinzu, aber das ist Geschmackssache. Ist die Zeit um, die Flüssigkeit in dickwandige Flaschen durch ein Sieb einfüllen und fest verschließen. Nun muss der Sekt nur mehr mindestens einen Monat an einem kühlen Platz gären lassen. Dabei gilt, je länger die Gärung, desto spritziger der Sekt. Natürlich muss man die Flaschen immer wieder kontrollieren und beim Öffnen sollte man ganz vorsichtig vorgehen. Das Gegenstück zum Blütensekt ist der Beerensaft, nicht ganz so beliebt in der Kindheit, denn es bedeutete meistens, dass eine Erkältung mit im Spiel war. Auch hier ein Rezept für die süße Variante des Saftes. Holunderbeeren im Topf zerquetschen und Wasser zugeben, die Menge liegen etwa bei 1Kg Beeren auf 1 kleines Glas Wasser. Diese Beerenmasse kurz aufkochen und dann durch ein Tuch oder ein Sieb die Flüssigkeit ablaufen lassen. Je nach Bedarf und Geschmack Zitronnensaft hinzugeben und natürlich Zucker einrühren, hier die Menge etwa 1 l Saft mit 300g Zucker versetzen. Das Ganze danach nochmals kurz aufkochen und durch z.Bsp. Einen Kaffeefilter abgießen, in Flaschen abfüllen und dunkel lagern.

Wirkstoffe des Holunder

Inhaltsstoffe des Holunder und die Anwendungen

Der Holunder ist eigentlich fast ein Alleskönner, er ist für viele nicht nur Heilmittel, sondern auch Hilfsmittel in allerlei Dingen und wohlschmeckende Speise.
Tatsächlich hält die Beere auch als Farbgeber her, ob im Wein, schon bei den Römern an der Mosel, oder fürs Haar, dabei war die Rinde für schwarz, die Blätter für Moosgrün und die Beeren natürlich für dunkle rotblau, violette Töne.
Ausserdem munkelte man beizeiten, dass das Betupfen der Sommersprossen mit Blütenwasser diejenigen, schwups, verschwinden lässt.
Man sollte vielleicht auch noch wissen, dass Wühlmäuse und Maulwürfe den Geruch des Holunders geradezu verabscheuen und Reißaus nehmen. Ein Sud aus den Blättern soll auch viele Insekten aus dem Garten vertreiben, wer es denn versuchen möchte.
Die Holunderpflanzen enthalten Vitamine und Mineralien in großer Zahl, doch die sogenannten bioaktiven Stoffe sind es, die heutzutage die Forscher interessieren. Dies sind Pflanzenstoffe, die eigentlich nicht die Hauptbestandteile der Pflanze sind und die eine ganz spezielle gesundtheitlich Wirkung haben. Sie sind meist in winzigst kleinen Mengen in den Pflanzen vorhanden und wirken gemeinsam mit anderen Stoffen wie Vitaminen sehr effektiv im menschlichen Körper. Mittlerweile weiß man auch, dass viele von den bioaktiven Substanzen eine Arzneimittel-ähnliche Wirkung besitzen. Von diesen Stoffen besitzt der Holunder große Mengen, dazu noch weitere Antioxidanzien wie Karotin, Kalzium, Selen, Zink, Vitamin C usw. Auffällig gut mit den sogenannten Polyphenolen, und darunten den Flavonoiden, ist der Holunder versorgt. Diese sorgen für Elastizität bei den Blütgefäßen und erhöhen den Sauerstoffgehalt im Blut, sie schützen vor verkalken der Arterien und regulieren den Blutdruck. Mittlerweile glaubt man sogar, dass diese Stoffe den Cholesterinspiegel senken. Betakarotin, oder auch Provitamin A genannt, ist auch ein Stoff, den der Holunderbaum in großen Mengen besitzt ist. Ein Stoff, der wichtig für den Stoffwechsel, für die Sehkraft, Nerven und so weiter und so fort, ist.

Vorsicht bei der Anwendung von Holunder

Stoffe mit ungeheurer Wirkung im schlechten Sinn sind ebenfalls im Holler enthalten, dazu gehören Sambunigrin oder Zierin. Sie setzen im menschlichem Körper giftige Blausäure frei. Getrocknete Holunderblüten, genannt „Sambuci flos“, eine richtige Droge, ist Bestandteil vieler Erkältungstees, da sie schweiß- und sekretsfördernd ist. Dies ist übrigens die einzige“amtlich anerkannte“ Wirkung des Holunders. Um wieder zum Positiven zu kommen, Holunder liefert viel Vitamine aus der B-Gruppe und große Mengen an Vitamin C, davon enthält Holundersaft z.Bsp. 260Mg pro Liter. Außerdem unerläßlich für unseren Körper sind Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium, Chlorid und Phosphor, und das berühmte Selen.
Man kann getrost sagen, dass noch nicht alle Inhaltsstoffe des Holunders, die ja reichlich vorhanden sind, erforscht sind. Und sowie es aussieht, wird man noch viel von den vielfältigen Wirkungen des  Holunders hören.

Holunder pflanzen

Pflanzen und vermehren eines Holunder

Wer schon einmal Holundergelee, Holundersirup oder andere Köstlichkeiten aus Holuder probiert hat, der möchte vielleicht selbst einen Holunder im Garten haben. Wie Holunder gepflanzt wird und welche Sorten zu empfehlen sind lesen Sie hier.

Sorte Samidor und Samy aus der Baumschule

Am einfachsten ist es natürlich das Pflänzchen in der Baumschule zu holen, wo man sich eine kräftige Jungpflanze holen sollte. Man kann zwischen mehreren Sorten, die gute Ernte bringen auswählen. Außerdem ist es vielleicht sinnvoll auf die verschiedenen Reifezeiten zu achten und die Pflanze damit sinnvoll zu den anderen Nutzpflanzen im Garten auszusuchen. Eine Züchtung, die ungewöhnlich größe Früchte hervorbringt ist dabei die Sorte „Haschberg“. Für die frühe Ernte empfehlen sich Sorten wie Samidor oder Samy. Wird im Frühjahr gepflanzt, dürften die die Sprösslinge schon bis zum Winter Holz gebildet haben, danach gehen die Vögel an die Arbeit.

Den Pflanzabstand unbedingt beachten

Sind mehrere Bäumchen vorgesehen, dann einen Abstand von mindestens vier Metern einhalten, damit sich der Hollunder oberhalb und unterhalb der Erde gut ausbreiten kann. „Wachstumsbeschleuniger“ aus dem Fachhandel sind völlig unnötig. Es genügt, denn Baum nach der Blüte immer gut zu gießen, damit die Beeren nicht „abrieseln“. Düngen sollte man so gut wie vermeiden. Allerdings sollte der Holunderbaum regelmässig ausgelichtet werden, indem man die älteren Äste vorsichtig kürzt und schwaches Holz abschneidet, ebenso wie abgetragene Triebe.Wenn nach der Einpflanzung alles gut klappt, kann man schon im zweiten Jahr Früchte ernten.

Wie Holunder selbst vermehren?

Wer sich beim Holunder „anstrengen“ will, zieht die Pflanze selbst. Suchen Sie ein halbschattiges feuchtes Plätzchen im Garten, idealerweise in der Nähe des Kompostes, und los geht’s. Die ganz simple Methode, allerdings nicht die zuverlässigste ist, im Frühjahr einen grünen Hollerzweig ins Wasser zu stellen, dabei alle Blätter bis auf drei entfernen. Kommt es zur Wurzelbildung, direkt in die lockere Gartenerde setzen, Stützen dabei nicht vergessen.
Dann kann man die Pflanze noch aus dem Samen ziehen, vereinfacht wie in der Natur. Die Vögel fressen und hinterlassen die unverdauten Kerne auf dem Boden.
Man steckt also getrocknete, vollreife Beeren in ein Töpfchen mit Gartenerde, stellt es sonnig und ohne Zug, ohne Staunässe, aber gut feucht. Sind die ersten Keimlinge zu sehen, das Ganze unbedingt in den Halbschatten stellen. Sind die Pflänzchen dann kräftig genug einfach auspflanzen und warten.
Die sicherste Methode dürfte das Vermehren durch harte Stecklinge sein. Vor dem erstem Starkfrost dicke Hartholzstecklinge von einjährigen Treiben abschneiden. Ein Steckholz sollte dabei eine gewisse Zahl von Augenpaaren, also Knospen, haben. Kann man es nicht erkennen, einfach im Sommer einen ca. 40-50cm langen jungen Ast von einem Holler abschneiden, eine handbreit in die Erde eines Blumentopfes stecken oder in humusreichen Gartenboden, die Erde dabei stets gut feucht, aber nicht nass halten. Hat alles gut funktioniert, treiben nach etwa einem Monat die ersten Wurzeln.

Holunder

Wichtiges und Witziges  zum schwarzen Holunder

Jetzt ist mal wieder Holundererntezeit und ich frage mich beim Anblick so vieler reifer Früchte, was es wohl  mit dem Holunder auf sich hat. Hier sind meine Ergenisse.

Hätten Sie gewußt, dass der Holunderpilz eine Delikatesse ist?

Repräsentativ wirkt er ja nicht gerade, der Holunderbaum, eher ein bißchen wie der arme Verwandte von irgendwelchen gutgewachsenen, geraden Bäumchen. Mit den knorrigen Ästen und dem Wuchs, der anscheinend sagen will, „ich wachse jetzt mal dahin…..“ , dem etwas ungewöhnlichen Blüten- und Blättergeruch, vor dem mancher Schädling das Weite sucht, ist der ganze Baum eher unscheinbar. Manche betrachteten die Pflanze gar als Unkraut. Doch seine wahren Werte sind mittlerweile sehr wohl bekannt.

Der Biomarkt brachte dem Holunder neuen Glanz

Vor allem mit dem Wachsen der Biobranche wurde der Schwarze Holunder wieder entdeckt. Denn die schwarzen Beeren sind bis zum Rand voll mit Vitaminen, Enzyme, und noch sehr viel mehr. Das ist eigentlich nicht weiter verwunderlich, denn es ist noch gar nicht so lange her, da galt der Schwarze Holunder als die Hausapotheke. Manchmal kann man denken, dass wirklich jedes kleinste Stück noch heilende Wirkung hat. Die Wirkung, die wohl fast jeder kennt, ist die lindernde und teilweise verhindernde Kraft gegen Erkältungen.
Will man sich so einen Alleskönner in den Garten pflanzen, dann sollte man wissen, dass es zwar mehrere Arten gibt, doch der empfehlenswerteste ist eben der Schwarze Holunder, der Sambucus nigra Linne, eine unverwüstliche Pflanze mit hellen Blüten und dunkelblauen bis schwarzen Beeren.

Viele andere Arten wie der Traubenholunder oder Zwergholunder sind sogar teilweise giftig.

Beim Pflanzen sollte man beachten, dass der Holunder bis sieben Meter hoch werden kann und sich meist gleich über dem  Boden kräftig verzweigt, wobei er letztendlich stattlich vier bis fünf Meter Breite entwickeln kann, außerdem hat er flache Wurzel, die sich gut in den Boden einkrallen.

Die Holunderernte geht bis in den November hinein

Ernten kann man ab der Blütezeit eigentlich bis in den November, zuerst eben die Blüten und später die Früchte. Auch wenn die Bodenverhältnisse nicht besonders sind, wird der Baum wachsen, wenn auch vielleicht nicht so üppig wie bei perfekten Bedingung, aber aufgeben gilt bei dieser Pflanze nicht. Selbst Abgase oder schlechte Luftverhältnisse nimmt sie hin. Am liebsten hat der Holunder aber eher stickstoffhaltige mittelschwere Böden, er liebt die Sonne, kommt aber auch gut mit widrigeren Wetterverhältnissen zurecht.  Also endlich mal eine Pflanze, die auch bei sehr kalten Wintern und überraschenden Frösten nicht gleich zusammenbricht. Ein bißchen Vorsicht brauchts allerdings bei ganz jungen Sprösslingen. Bevorzugte Holundersorten in Deutschland sind die Sorte Donau, mit kleinen Früchten Ende August, die Sorte Korsör, mit einem eher zarten Wuchs und süßen Früchten schon recht früh oder auch die Sorte Hamburg mit bitteren, saueren Früchten Ende September.

Der Holunderpilz

Eine Besonderheit ist der zur Delikatesse aufgestiegene Holunderpilz, der kleine rotbraune Schmarozter macht sich auf dem Holz des Baumes breit, man kennt ihn unter dem Namen „Mu Erh“ aus dem Chinarestaurant. Den Pilz kennt man schon seit dem Mittelalter unter dem Namen Judasohr. Er liefert eine Menge an Vitaminen und soll herausragende heilende Wirkung haben. Unsere Altvorderen speisten den Hollerschwamm gegen Halsentzündungen und legten ihn auf die Augen, außerdem soll er die Blutgerinnung und den Blutfettgehalt regeln, sowie das Immunsystem stabilisieren.
Der Holunderbaum gehört zur Gruppe der Geißblattgewächse, ein Name übrigens, der von dem Märchen Frau Holle herrühren soll. Der Baum der früher auch mal Flieder hieß, bevor dieser kultiviert wurde, hat noch Namen wie Judasbaum, Schießbüchsenstrauch, Holler, Dolder oder Äpler.