Die richtige Fettwiese oder Heuwiese pflanzen
Meist sind Fettwiesen typische Heuwiesen, die relativ wenig gedüngt werden und regelmässigen Schnitt erhalten. Außerdem besitzen sie basenreiche Böden mit guter Nährstoffversorgung und viel Wasser. Im Normalfall entwickeln sich artenreiche Bestände. Frühsommerwiesen mit viel gelben Löwenzahnblumen ohne andere Blumen gehörten zu dieser Wiesenart.
Die Fettwiese besteht eigentlich aus mehreren Schichten, angefangen von einer unteren Schicht aus kriechenden Pflanzen, einer mittleren Schicht mit Kräutern und halbhohem Gras, sowie eine obere Schicht aus ebenfalls Kräutern und Gras, diesmal aber hochwüchsig. Diese obere Schicht hängt von dem Feuchtigkeitsgehalt in der Wiese ab. Typisches und am meisten vertretenes Gras ist der Glatthafer. Nach dem Frühling mit der Löwenzahnexplosion, wird eine solche Wiese im Sommer richtig bunt mit Glockenblumen, Wiesenbocksbart oder gelben Hahnenfuss. Verschiedene Typen der Fettwiese sind die Feuchte Fettwiese(sattgrün, feucht, dicht mit hochwüchsigen Pflanzen besetzt), die trockene Glatthaferwiese(meist an Südhängen, sehr artenreich, Thymian, Wiesensalbei, Johanniskraut) und die Bergfettwiese(mittlere Gebirgslage, hauptsächlich Goldhafer, eher kühle Witterung). Bei den Fettwiesen gibt es ein paar sehr charakteristische Pflanzen wie die Echte Schafgarbe, die bis zu 60cm hoch werden kann. Sie liebt die Sonne und ist sehr anpassungsfähig, einzig feuchte Böden liebt die Pflanze nicht besonders. Außerdem ist die Schafgarbe eine, vor allem in der Frauenheilkunde, wichtige Pflanze. Eine weiterer Bewohner ist der Große Wiesenbocksbart. Er besitzt auffällig große Blüten von Mai bis Juli, die nur am Vormittag und bei Sonne offen sind. Ebenfalls sehr anpassungsfähig wird die Pflanze mit dem hohlen Stängel bis 60cm hoch. Sehr bekannt ist auch noch die Wiesenmargerite. Sie wird auch recht hoch im Wuchs und verbreitet sich mehr, wenn man sie erst nach dem Aussamen mäht. Volle Sonne und viele Nährstoffe sind wichtig für den Blüher, außerdem wird sie von der Krabbenspinne gerne besucht, dies selbst gelb ist und deshalb im Zentrum der Blüte kaum zu sehen ist.
Die Feuchtwiese liegt wie der Name schon sagt, meist dort, wo der Boden schon mal überschwemmt wird. Meist also bei Flüssen und Seen. Ihr Merkmal ist die fehlende Düngung und das einmal jährliche Mähen. So entstehen sehr stabile Lebensgemeinschaften. Sie wird auch gelegentlich als Streuwiese bezeichnet, da das Mähgut oft im Stall als Einstreu verwendet wird. Diese Wiesen sind recht arbeitsintensiv, weil sie kaum mit Maschinen bearbeitet werden können. Es gibt bei dieser Wiesenart einige Unterarten wie die Sumpfwiese, Wiesen mit kalkreichen Böden oder mit sauren Böden. Hauptpflanze ist das Pfeifengras. Weitere typische Pflanzen der Echte Beinwell, der seinen Namen dem Beinknochen verdankt, in der Volksheilkunde wurde die Pflanze nämlich bei Knochenbrüchen und schlecht verheilenden Wunden eingesetzt. Berührt man die mittelhohe Pflanze, so spürt man eine steife Behaarung auf den Blättern. Der Beinwell liebt frische und feuchte Lehmböden. Seine dicke, rübenförmige Wurzel wird für die Salbenherstellung verwendet. Eine weitere Pflalnze ist Echtes Mädesüß. Sie ist eine eher auffallende Pflanze, die bis 1,50m hoch werden kann. Sie blüht von Juni bis August und duftet betörend süß. Mädesüß bevorzugt feuchte Böden und den lichten Schatten. Die Pflanze enthält Salicylsäure(Aspirin). Eine sehr seltene Pflanze ist ebenfalls auf Feuchtwiesen zu finden, die Trollblume mit ihren kugeligen Blüten. Hauptsächlich kleine Insekten besuchen diese hübsche Blume, größere haben Schwierigkeiten sich zischen die Blütenblätter zu zwängen. Die Trollblume ist eher auf den feuchten Bergwiesen zu finden, bis zu einer Höhe von 3000m. Diese Blume gehört zu den gefährdetsten Blühern und ist vom Aussterben bedroht, in einigen Bundesländern ist sie dies leider schon, vernichtet durch Düngung und Entwässerung.
Eine weitere Wiesenart ist die Magerwiese, am ehestens die typisch landläufige Blumenwiese. Sie entwickeln sich auf eher trockenen, flachgründigen Böden. Die Pflanzenbestände sind niederwüchsig und kräuterreich. Magerwiesen gehören wie die Feuchtwiesen zum gefährdeten Lebensraum. Magerwiesen erkennt man daran, dass sie keine hochwüchsigen Gräser beherbergen. Rotschwingel, Zittergrass und die Trespe gehören zu den wichtigsten Pflanzen. Manchmal findet man auch Orchideen auf dieser Wiese. Orchideen gehen mit ihren Wurzeln eine Gemeinschaft mit einem Pilz ein. Deshalb können sie nicht versetzt werden, auch eine Vermehrung durch Samen an anderen Orten ist deshalb unmöglich. Der Pilz ist hochempfindlich gegen Umwelteinflüsse und Düngemittel.
Von den Fettwiesen unterscheidet sich dieser Wiesentyp vor allem durch die Farbe. Nicht sattgrün, sondern eher silbrig ist hier vorherrschend. Wichtigster Bewohner ist das Echte Labkraut, dessen Labferment zur Käseherstellung verwendet wird. Die Pflanze zählt auch zu den Bienenfutterpflanzen. Außerdem gibt es viele Kräuter wie der Feldthymian und Wiesensalbei.
Neben den drei Hauptwiesenvertretern gibt es noch besondere Wiesentypen wie Streuobstwiesen(extrem artenreich, robuste hochstämmige Obstbäume), Narzissenwiesen oder Iriswiesen.