Kategorie: Alles mit Apfel

Hier findet ihr alles über Apfelbäume pflanzen, schneiden, veredeln und die Verarbeitung zu Saft, Apfelwein und Apfelessig

Interview-Apfelexpertin Anni ( 82)

Anni Sigl(82) wohnt mit ihrem Mann Alois im Unteren Bayerischen Wald und hat über 210 Apfelsorten in ihrem 3000 qm grossen Garten. Bekannt wurde das Paar 2013 durch den Film des Bayerischen Rundfunk und das Buch „Arm sind wir nicht“.Wir wollten von Anni wissen wie das so ist mit den Äpfeln und haben ihr ein paar Fragen gestellt:

Anni Sigl in ihrem Apfelgarten-Sommer 2018

Wolfgang: Hallo Anni, du hattest vor Kurzem Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch. Wie alt bist den geworden geworden?

Anni Sigl:Ja Danke. I bin erst so jung, bin 82. (Lacht)

Wolfgang: Respekt, das ist ja ein stolzes Alter. Und wie ist das Wetter heute am Fachingsdienstag?

Anni Sigl: i woar grad im Obstgarten und bin bis zu den Knien im Schnee eingesunken. So gute 40 cm Schnee haben mir noch. i schick mal n Meter Schnee nach München damit ihr wisst wie es ist wenn man nicht mehr zur Tür heraus kommt ( lacht )

Wolfgang: Oh, einen Meter Schnee, den brauchen wir nicht in München…Anni, wie bist du den zu den Äpfeln gekommen? Seit wann hast du Äpfel?

Anni:Äpfel ham mir schon immer gehabt, schon bevor i auf der Welt war. Meine Eltern haben schon immer Äpfel angebaut. Als ich hierher geheiratet hab, hab ich auch gleich Äpfel gehobt. Mir haben immer Äpfel.I woas das net anders in meinem Leben wie Äpfel.

Wolfgang: Was für Apfelsorten hat man den deine Eltern früher im Bayerischen Wald angebaut?

Anni: Ja mei, so alte Sorten halt wie den Boskoop, Danziger Kantapfel, Kaiser Wilhelm, Kaiser Alexander, die Schafsnase, Goldparmäne solche Sorten eben.

Wolfgang: Wieviele Apfelbäume hast du in deinem Garten?

Anni: i hob 60 Apfelbam und 210 Sorten, i hob 3000 qm und alles auf niedrigeren Bäumen, Buschbäume und hab alle sehr niedrig gehalten und kann so bis in die Gipfel hinein reichen. Die hohen Deifeln die wo ma a Feierwehrleitern braucht, die mog i net. Erst im letzte Joahr steigt a oalts Wei aufn Bam und fällt 4 Meter tief herunter.Da hat si sich die Schulter brochen, des Becken brochen und Rippen brochen. Des hots gehabt davon so hohe Bam zu haben. Es ist schnell was passiert, braucht bloß die Leiter sich etwas drehen, schon ist passiert.

Wolfgang: Oh je, das ist wirklich gefährlich.

Hast du da auch Lieblingssorten die du besonders gern magst?

Anni: I hob meisten junge Sorten, zu 90%, 10% sind alte Apfelsorten. Am liebsten sind mir der Santana, Rubinola, der Admiral, Rubinstar, Angold, Karneval. Der Karneval ist ein Faschingsapfel, der schaut direkt aus wie verwaschen.Der hat um den Schenkel rum grünen Streifen und wechselt dann mal grün mal rote Streifen. Wie verwaschen eben.

Wolfgang. Dann hast du also auch viele neuere Apfelsorten bei dir?

Anni: Sagen ma mal so. Zu 90% hab ich junge Sorten, international.Zu mir kommen Tschechschen, Österreicher, Franzozen, Spanier, Portugiesen, aus ganz Europa und sogar aus Australien kommen die Apfelexperten zu mir.Und ein jeder bringt mir ein Zweigerl mit.

Wolfgang: Und wie behälts du dann noch den Überblick über soviele verschiedene Apfelsorten?

Anni: Ich hobs im Garten auf Nummern und im Haus eine Liste. Dort stehen dann die Sorten drauf.Ich darf draussen keine Sorten hin schreiben sonst reißen mir die Leut die Zweige runter. Bei mir waren jetzt über 6600 Besucher und heuer kommen wieder etliche dazu. Gartenbauvereine und auch Privatpersonen sind darunter.

Wolfgang: Dann bist du ja viel beschäftigt das ganze Jahr.

Anni: Im Sommer stehe ich um 4 Uhr auf, damit ich meine ganze Arbeit erledigt bekomme.

Wolfgang: Jetzt noch einen Frage Anni zum Lagern der Äpfel. Wie lagerst du deine Äpfel? Hast du da etwas Spezielles oder wie machst du das genau?

Anni: Im Momnet (Mitte Februar) hab ich noch so 40 Sorten zu Hause und die sind alle noch ganz frisch.Ich hab die im 1.Stock im Flur. Wir haben ja keine Heizung, Bei uns ist es kalt, gerade haben wir 2 Grad. Die Äpfel liegen ganz einfach in Apfelkisten drin. Voriges Jahr haben wir den letzten Apfel Mitte Juni gegessen. Es war die Sorte Revella. Der Pilot hält auch ganz lang, das ist der Pillnitzer Stein, so wird er auch genannt.

Wolfgang: Jetzt hab ich noch eine Frage zum Veredeln. Du veredelts ja auch ziemlich viel?

Anni:Im vorigen Jahr hab ich nur noch 250 Reiser drauf gemacht. Im Jahr davor waren es über 500. In anderen Jahren hab ich aber auch schon 1000-1800 Reiser pro Jahr veredelt. Immer im April und Mai.

Da komm ich oft den ganzen Tag nicht Heim. Da holt mich einer ab und fährt mich zum nächsten Garten weiter. So geht das Reih um immer weiter.

Ich veredele Zwetschgen, Pfirsich, Äpfel, Birnen. Ich hab Pfirsiche auf einen Aprikosenbaum veredelt. Das war vor 2 Jahren, voriges Jahr hab ich dann schon 40 Pfirsich dran gehabt. Aber ich hab nicht viele ernten können weil die Wespen und Hornissen das meiste gefressen haben.

Ich werde sie wohl heuer mit Marmelade und Saft vom Baum ablenken.

Wolfgang: Nochmal zurück zum Veredeln. Mit welchen Methoden arbeitetest du da genau? Kopulation, Rindenpfropfen?

Anni: Ich mach alle drei Varianten. Hinter die Rinde(Rindenpfropfen), alle beide übereinander schneiden( Kopulation) und mit den Augen (Okulation) des macht man im August.

Wolfgang: Wann beginnst du in etwa mit dem Veredeln?

Anni: Das ist so je nach Witterung 10.-12. April, dann fang ich an mit dem Veredeln. Das geht dann bis längstens 10. Mai. Dann ist Schluss. Weil wenn sie anwachsen und es wird zu warm, dann vertrocknen sie sonst später wieder.

Wolfgang: Sag mal Anni, wie lagerst du deine Edelreiser?

Anni: Ich schneid die Äste so etwa 30 cm lang und beschrifte sie dann. Danach kommen sie fest eingewickelt in einen Gefrierbeutel in den Kühlschrank. Aber bitte nicht ins Gefrierfach. Normal in den Kühlschrank so bei +4-5 Grad etwa. Meine letzten Edelreiser im vorigen Jahr hab ich Ende Juni raus und veredelt und sind auch noch alle angewachsen. Die bleiben im Kühlschrank lange frisch. Die Reiser kommen trocken in den Gefrierbeutel rein. Da kommt dann nix mehr dazu. Ganz normal nur die Reiser rein legen. Wichtig ist das keine Luft in die Tüte kann. Deshalb schlag ich das Ende der Tüte oben um und wickele das fest mit einem Gummi zu.

Ich tu dann die Reiser erst wieder raus, wenn ich veredele. Immer nur soviele wie ich gerade brauche.

Beim Veredeln nimm ich das flexible Veredelungsband, das ist am besten und verwittert nach 2 Jahren automatisch. Den Bast mag ich überhaupt nicht, der wächst ein und dann hast du vor und hinter dem Bast so Verdickungen und in der Mitte erwürgt es den Ast.

Wolfgang: Welches Messer benutzt du zum Veredeln?

Anni: Ich nehm ein Teppichmesser weil die super scharf sind. So eines mit den kurzen dreieckigen Klingen. Nicht so eines mit den langen Klingen bei dem man die Klingenteile abbricht. Wenn ich eine scharfe Klinge brauch dann leg ich einfach ein neues Messer ein. Wasch es gut ab und desinfiziere es und dann leg ich erst wieder in den Griff. Es darf keine Fettrückstände an der Klinge sein, sonst wachsen die Edelreiser nicht an. Wichtig ist auch das man die Schnittstellen der Reiser nicht mit den Fingern berühren darf. Wenn man doch in die Schnittstelle rein langt, dann wachst es nicht mehr an.

Bei mir wachsen alle an. Wenn ich 500 Veredelungen mach, dann ist höchstens eines dabei das nicht anwächst.Und das hab ich dann im Vorherein schon gewußt das das nicht anwächst.

Selbst meine Veredelungen Pfirsisch auf Aprikosen ist angewachsen. Dabei hat in einer Gartenzeitschrift gestanden das das vollkommen zwecklos ist. Bei mir hat es funktioniert. Dann hab ich denen von der Zeitung ein Foto geschickt und einen Brief geschrieben aber die haben sich dann nicht mehr gerührt.

Da hab ich einen Kirschbaum gehabt, an dem haben sich 4 Jahre lange andere dran versucht, die das Veredeln können. Nie ist ein Edelreis angewachsen. Abschneiden wollten sie den Baum nicht. Dann haben sie mich noch geholt. Dann hab ich es gemacht und alle Reiser sind angegangen.

Wolfgang: Wie veredelst du deine Kirschbäume?

Anni: Ich schneide ich Reiser schon früh damit sie später nicht vertrocknen. Sonst sind die Knospen zu grosss. Dann veredele ich hinter die Rinde. Das ist bei uns so Mitte April. Vorher löst sich die Rinde nicht. Wir sind ja hier etwas hinten dran mit den Temperaturen. Wir sind ja hier auf fast 700 Metern Höhe. Ich sag immer wir sind hier im Bayerischen Sibirien.

Ich hab schon viele Berufsgruppe bei mir zu Hause gehabt, die das Veredeln lernen möchten. Bei uns in der Stuben.Mit den Weidenruten hab ich ihnen das Schneiden gelernt. Heuer muss i eh wieder einen Kurs machen. Bei mir dahoam.

Wolfgang: Anni, vielen herzlichen Dank für deine Zeit und die vielen Tipps. Bleib gesund und munter und bis bald mal wieder.

Anni: Ja gern geschehen.

Anmerkungen:

Anni erzählt mir noch das es immer wieder vorkommt das Leute zu ihr in den Garten wollen um Äpfel zu stehlen. Manch einer geht sogar soweit das er ganze Äste abbricht und mit nimmt. Auch vor Edelreiser auf dem Baum macht so mancher Besucher nicht Halt und reißt sie heraus und nimmt sie mit.Deshalb nummeriert sie alle Ihre Apfelsorten draussen im Garten und schreibt nicht die Sorte direkt an den Baum. Sonst würden noch viel mehr Äste und Äpfel gestohlen, ist sich die Anni sicher.

Dabei muss man wissen das Anni und ihr Mann Alois sehr bescheiden von einer kleinen Rente leben. Im Haus haben sie weder ein Bad noch eine Heizung. Sie leben viel von dem was sie im Garten anbauen.

Unter jungen Apfelsorten versteht man die modernen, resitenten Apfelsorten

Insektenhotel bleibt leer

Was tun wenn das Insektenhotel keine Wildbienen & Co anlockt?

Mein erfolgreicher Versuch und die Ergebnisse nach einem Gartenjahr

Vor einigen Monaten fragten mich ein paar Kollegen/innen warum sich in ihren Insektenhotels im Garten keine Bienen ansiedeln. Da war ich zuerst einmal überfragt und hatte ehrlich gesagt die Fragen auch bald wieder vergessen. Aber!

Durch ein Video über den Biologen Werner David( www.naturgartenfreude.de) bin dann wieder auf dieses Thema gestossen.   Zum einen erinnerte ich mich wieder an die Frage mit dem Insektenhotel und zum anderen kann ich vielleicht so meine Apfelbäume besser bestäuben lassen. Nach einigen Recherchen war dann klar warum die Insekten sich nicht in den üblichen “ Baumarkt“Hotels ansiedelten. Mein Versuch mit einem gekauften Hummelnest vor 2 Jahren war zwar sehr erfolgreich beim Einsatz zur Bestäubung von Obstbäumen, kostete aber je Saison ca. 100€ pro Nest.

Deshalb suchte ich nach einer natürlichen Lösung die dazu auch noch effektiv und pflegeleicht sein sollte. Durch das Studium der Videos von Werner David wurde mir schnell klar das die Wildbienen die Lösung für meine Apfelbäume sein könnten.

Brutröhren Wildbienen

Brutröhren für Wildbienen aus impragniertem Papier

Aber warum werden so viele Insektenhotels nicht bewohnt?

1.Falsches Material Viele Insektenhotels sind schlecht verarbeitet und verwenden (z.B. statt Harthölzern), Weichholz wie Fichte oder Tanne. Ausserdem werden meist die Löcher falsch gebohrt ( ins Hirnholz) So splittert das Holz im Inneren des Bohrloches leicht und würde die Biene so verletzten.

2. Schlechte Verarbeitung Die Schnittkanten von Schilfrohren und anderen Halmen sind zu scharfkantig oder gar gequetscht. Dadurch kann sich die Biene ihre Flügel zerreissen, was den sicheren Tod  bedeuten würde. Auch das Eindringen von Feuchtigkeit und Parasiten durch Risse  an den Halmen würde die spätere Brut gefährden. Beides erkennen die Insekten beim ersten Check des Insektenhotels und fliegen weiter.

Wer sein unbesuchtes Bienenhotel aufbessern möchte, der kann die schadhaften Röhrchen durch neue ersetzen. Die oben gezeigten sind z.B. aus speziellem Papier und kosten ca. 9 Cent pro Stück. Es gibt sie in verschiedenen Durchmessern. Auch ein Hartholzklotz mit Bohrlöchern von 3-9 mm Durchmesser, können gut verschliffen, die Brutchancen von Wildbienen und Wespen stark erhöhen.

Deshalb teste ich den Eigenbau von Insektenhotels um Wildbienen bei mir anzulocken.

Meine 4 Versionen der Insektenhotels im Test

Ich habe mich für einen Obstholzklotz mit ca. 150 Löchern der Stärke 4, 6 und 8 mm entschieden. Die Bohrlöcher habe ich ausgiebig gesäubert und die Oberfläche mit Schleifpapier geglättet.

Wildbienenhotel-Holzstamm

Trockener Birnenstamm mit Bohrlöchern von 3-9 mm als Wildbienenhotel umfunktioniert

Dann habe ich eine alte Brombeerhecke(ohne Stacheln) eines Freundes abgeschnitten und die Stengel an einem Gartenbindedraht befestigt. So entstanden 2 lange Ketten a ca. 25 Brombeerstengel mit einer Länge von 20-50 cm. Da die Stengel meist nur besiedelt werden wenn diese senkrecht und einzeln angebracht sind, habe ich noch einen kleinen Videoclip dazu erstellt wie ich meine Stengel am Draht befestige. Neben den Brombeerstengeln kann man auch Sonnenblumen, Disteln oder Himbeerstengel verwenden. Holunder soll laut Herrn David nicht so gut funktionieren.

In der dritten Version habe ich mir kleinen Papierröllchen in den Stärken von 5- 9 mm bei www.Bienenhotel.de bestellt. Diese Röllchen werde ich in einem alten Tonrohr und kleinen Holzrahmen platzieren und den Eingang mit Hasengitter vor Vogel schützen.

Die unten abgebildeten Brettchen sind aus MDF und ich hab mit einer Oberfräse (8mm)hier Gänge gefräst. Gut ich bin kein Schreiner, aber das sieht man ja auch. Den Bienen wird es wurscht sein, hoffe ich mal 🙂 Die Brettchen werden mit einer Abschlussplatte abgedeckt und einem kleinen Spanngurt zusammen gehalten. Das Ganze dient dazu die Bienenkokons besser über den Winter zu bringen. Dazu aber später mehr.

Wildbienen Brutbrettchen

Brutröhren aus MDF-Platten gefräst-nicht schön aber selbstgemacht. Auf die letzte Platte kommt einen klarsicht Folie und eine Abschlussplatte. So kann ich später die Deckplatte entfernen und in die Nisthilfe schauen.

Alle Nisthilfen sollen vor Regen halbwegs geschützt aufgehängt werden.

Brut von Wildbienen erhöhen-Kokons kaufen

Um die Chancen zu erhöhen das Wildbienen die vorbereiteten Nisthilfen annehmen  werde ich im Frühjahr noch Bienenkokons von Wildbienen kaufen und diese in der Nähe der Bienenhotels zum Schlüpfen aufstellen. Die Kosten pro Kokon betragen je nach Bienenart ca. 50-80 Cent.

Bezugsquellen: www.Mauerbienen.com oder www.Bienenhotel.de

Jetzt im Oktober habe ich mich an die Arbeit gemacht und muss nun bis zum Frühjahr warten ob und wie die Insektenhotels angenommen werden.

Wildbienenzucht

Der Block aus gefrästen MDF Platten soll den künftigen Bienen einen Ablageplatz für ihre Eier bieten. Der Block ist gut zu reinigen und kann wieder verwendet werden.

Update Ende März: Die Kokons der roten Mauerbienen und der gehörnten Mauerbiene sind bei mir angekommen. Ich hatte mir etwa 200 Kokons bei bienenhotel.de bestellt. Die kleinen Schachteln mit den kleinen grauen Eiern werden mit einem Beistift 2-3 Mal gelöchert. Gerade so das die Bienen auch von dort entweichen können. Zusammen mit meinen Nisthilfen ( Insektenhotel) habe ich alles regensicher im Garten aufgestellt. Sobald ich die Mauerbienen bei der Arbeit sehen kann, melde ich mich wieder.

Rote Mauerbieneneier

200 Kokons (Eier) der roten Mauerbiene passten fast in einer Streichholzschachtel. In jedem Kokon befindet sich eine junge, fertig entwickelte Mauerbienen die  auf das Schlüpfen wartet.

 

Update Ende April: Die Wildbienen nehmen meine Nisthilfen gut an. Etwa 50 Brutröhren sind schon belegt und verschlossen. Solange es noch schön ist geht es wohl weiter gehen mit Eier legen und Röhren verschliessen. Es stellt sich heraus das die Papierröhrchen sehr gut angenommen werden. Hierin nisten die meisten Wildbienen. Aber auch im MDF Block sind bereits 8 Röhren verschlossen.

In den Brombeerstängeln konnte ich noch keinen Aktivitäten erkennen.

Widlbienen-Brutröhre

Wildbienen beim verschließen der Niströhre

Im gebohrten Birnbaumholz sind 3 Löcher verschlossen. Das freut mich besonders. Da ich diesen Block in einem Garten ohne zusätzliche Bienenkokons gestellt habe. So habe ich hinterher den direkten Vergleich mit und ohne Kokon Zukauf. Aber die Kokons haben sich jetzt schon rentiert.

Eine Arbeitskollegin von mir hatte sich zeitgleich ebenfalls Kokons (120 Stk.)bestellt und im Garten dann Nisthilfen mit Papierröhrchen aufgehangen. Sie hat Ende April fast belegt 200 Röhrchen mit Eiern der Wildbienen. Das heißt wenn alles klappt könnten bis zu 2000 neue Wildbienen im nächsten Frühjahr dort schlüpfen.

Ende September öffne ich den MDF Block und schau mir an wie sich die Wildbienen entwickeln. Interessant wie viele unterschiedliche Insekten Platz in der Röhre haben.

Die Papierröhren wurden gut von den Wildbienen angenommen. Deshalb werde ich auch im kommenden Frühjahr wieder welche bereitstellen.

Fazit Ende November: Jeder kann Wildbienen anlocken und Brutplätze bereit stellen. Mit ein paar gekauften Kokons geht es schneller mit der Population, ist aber kein Muss. Meine Wildbienenpopulation war erfolgreich und wird sich von selbst weiter vermehren. Ich werde ab und zu noch ein paar Röhren bereit stellen. Wer es etwas aufwändiger machen möchte sollte sich die aufklappbaren Nistblöcke kaufen und kann dann ab September die Kokons reinigen und lagern.In meinem Versuch hatte ich über 140 verschlossene Brutröhren, wieviele Wildbienen daraus schlüpfen kann man natürlich nicht sagen. Aber ich bin stolz und glücklich über den Erfolg meiner Wildbienen.

Hier noch ein Blick in den MDF Block. Die roten Pfeile zeigen die Wildbienenkokons an. In den restlichen Kammern befinden sich andere Insektenlarven und Milben.

Blick in den MDF Bl.ockEnde September haben sich die Bienen im Kokon vollständig entwickelt.

Ein fast volles Bienenhotel, die Papierröhrchen haben sich bewährt

Wer sich näher mit dem Thema beschäftigen möchte, dem lege ich den Youtubekanal von Werner David ans Herz. https://www.youtube.com/channel/UCDR9D9vrq3r-B1tHE8R_lrg

 

Apfelsaft selbst pressen

Äpfel mit einer Minikorbpresse entsaften

Apfelpresse und Apfelmühle

Utensilien zum Apfelsaft pressen. Beim ersten Versuch habe ich die Obstmühle auf 2 Holzsteheln gelegt. später mit Schraubzwingen befestigt.Mittlerweile habe ich mir ein eigenes Holzgestell (nicht im Foto) für die Obstmühle bauen lassen. Dadurch bekommt die Mühle einen besseren Halt.

Seit einigen Wochen überlege ich welche Variante der Saftgewinnung für meinen Zweck die praktikabelste ist. Wir haben ein paar Apfelbäume und von Bekannten bekomme ich noch zusätzliche Äpfel. Alles in allem möchte ich in diesem Jahr etwa 60-80 Liter Apfelsaft pressen. Dafür reicht mein Entsafter von Gastroback( meinen Test hier nachlesen) aber nicht mehr aus. Der reicht zwar mal für 10 Liter, aber nur mit viel Mühe. Deshalb brauche ich eine andere Lösung.

Eine Alternative: Obst- und Gartenbauverein

Diese Lösung ist auf alle Fälle sehr gut wenn man eine komplette Apfelernte auf einmal pressen möchte und die Anschaffung einer eigenen Presse scheut. Mit etwas Geduld klappt das dann ganz gut. Man zahlt je nach Menge je Zentner Äpfel ca. 5-6 Euro und bekommt dafür dann seinen Apfelsaft. Pro Zentner (50 kg) Äpfel erhält man ca. 30 Liter Saft.

Eigene Apfelpresse (und Mühle) anschaffen (meine Variante)

Äpfel zerteilen und dann mahlen – mit dem Brett werden die Äpfel aufs Mahlwerk gedrückt. Vorsicht Verletzungsgefahr.

Ich möchte meine Äpfel jetzt je nach Reifegrad pressen, dass ist nicht bei jedem Gartenbauverein so ohne weiteres zeitlich möglich. Deshalb habe ich mich kurzfristig zum Kauf einer kleinen Korbpresse und einer Obstmühle entschieden. Die Kosten für beides betrugen etwa 300 Euro. Dafür bin ich jetzt von den Presszeiten der Vereine, unabhängig.

Saft pressen ist anstrengend, macht aber glücklich

Apfelminipresse

Frisch gemahlene Äpfel kommen in die Minipresse- das weisse Presstuch filtert die Apfelmaische

Das Anstrengendste an meiner  Saftgewinnung per Handpressung ist das Mahlen der Äpfel. Die Hälfte der Äpfel müssen mindestens einmal durchgeschnitten werden und müssen dann mit der Beerenmühle gemahlen werden. Dieser Vorgang ist der mühsamste und zeitaufwendigste. Erst danach kommen die gemahlenen Äpfel in die Korbpresse. Die Presse wird vorher noch mit einem Presssack ( Presstuch) ausgelegt. Dadurch fallen keine Apfelstückchen und Trübteile in den frischen Apfelsaft. Der Presssack ist ein Sack aus grobem Stoff, der ein Loch für den Gewindestab der Beerenpresse besitzt.

Ist die Apfelpresse ( Minikelter) gefüllt, wird er mit zwei halbrunden Holzplatten abgedeckt und kreuzweise mit Holzklötzchen versehen. Hier musste ich mir noch 4 zusätzliche Klötzchen schneiden um eine optimale Saftausbeute  zu erhalten. Aber das ist wie immer Erfahrungssache und muss jeder selbst etwas ausprobieren. Durch langsames drehen des Abschluss-Stückes läuft der Saft aus der Maische heraus. Das Ganze sollte langsam erfolgen, damit der Saft nicht schäumt und so unnötig viel mit Sauerstoff in Berührung kommt.

Apfelsaft aus der Presse

Der frisch gepresste Apfelsaft als Lohn der Mühe

Gegenüber dem Saft aus dem elektrischen Entsafter ist dieser Apfelsaft nicht so geschäumt und die Kerne werden nicht beschädigt. Der Saft aus der Korbpresse ist besser gefiltert, da er langsamer gewonnen wird. Aus ca. 20 Liter gemahlenen Äpfeln werden dann in etwa 7 Liter Saft. Je nach Apfelsorte und Reifezeitpunkt.

Was macht man mit dem Apfelsaft?

Aus dem  (nicht erhitzten) frisch gepressten Apfelsaft kann man Apfelgeele oder Apfelwein machen. Wir trinken den frischen Apfelsaft  pur oder mit Mineralwasser gemischt.  Im Kühlschrank hält sich der Saft ein paar Tage frisch. Man kann aber auch den Apfelsaft abkochen und heiß in Gläser oder Flachen füllen. Dann so kann er bis zu einem Jahr haltbar bleiben.

Der Großteil des Saftes wird bei uns aber zu Most vergoren. Aus dem fertigen Apfelwein machen wir dann Apfelglühwein und Apfelessig.Wie ihr Apfelwein selbst macht, könnt ihr in diesem Artikel lesen.

Fazit: Um effektiver Apfelsaft zu gewinnen werde ich über eine neue Mühle nach denken. Im Internet habe ich einige Eigenkonstruktionen gesehen. Mal sehen wie die Apfelmühle in der nächsten Saison aussieht.

Update Herbst 2017:

Da das teilen der Äpfel sehr viel Kraft kostet ( vorallem bei 200kg) habe ich mir einen Apfelteiler aus Edelstahl machen lassen. Mit dem Sauerkrautstampfer einmal drauf und der Apfel liegt im Behälter in 4-8 Teilen. Danach kommt das Ganze in die Apfelmühle, dann in die Apfelpresse.