Archiv der Kategorie: Alles mit Apfel

Hier findet ihr alles über Apfelbäume pflanzen, schneiden, veredeln und die Verarbeitung zu Saft, Apfelwein und Apfelessig

Insektenhotel bleibt leer

Was tun wenn das Insektenhotel keine Wildbienen & Co anlockt?

Vor einigen Monaten fragten mich ein paar Kollegen/innen warum sich in ihren Insektenhotels im Garten keine Bienen ansiedeln. Da war ich zuerst einmal überfragt und hatte ehrlich gesagt die Fragen auch bald wieder vergessen. Aber!

Durch ein Video über den Biologen Werner David( www.naturgartenfreude.de) bin dann wieder auf dieses Thema gestossen.   Zum einen erinnerte ich mich wieder an die Frage mit dem Insektenhotel und zum anderen kann ich vielleicht so meine Apfelbäume besser bestäuben lassen. Nach einigen Recherchen war dann klar warum die Insekten sich nicht in den üblichen “ Baumarkt“Hotels ansiedelten. Mein Versuch mit einem gekauften Hummelnest vor 2 Jahren war zwar sehr erfolgreich beim Einsatz zur Bestäubung vonObstbäumen, kostete aber je Saison ca. 100€ pro Nest.

Deshalb suchte ich nach einer natürlichen Lösung die dazu auch noch effektiv und pflegeleicht sein sollte. Durch das Studium der Videos von WernerDavid wurde mir schnell klar das die Wildbienen die Lösung für meine Apfelbäume sein könnten.

Aber warum werden so viele Insektenhotels nicht bewohnt?

1.Falsches Material Viele Insektenhotels sind schlecht verarbeitet und verwenden (z.B. statt Harthölzern), Weichholz wie Fichte oder Tanne. Ausserdem werden meist die Löcher falsch gebohrt ( ins Hirnholz) So splittert das Holz im Inneren des Bohrloches leicht und würde die Biene so verletzten.

Papier-Brutröhren
Diese Papierröhrchen sind speziell für Wildbienen konzipiert.Quelle: www.Bienenhotel.de Die Röhrchen müssen am hinteren Ende mit Watte oder Papier verschlossen werden.

2. Schlechte Verarbeitung Die Schnittkanten von Schilfrohren und anderen Halmen sind zu scharfkantig oder gar gequetscht. Dadurch kann sich die Biene ihre Flügel zerreissen, was den sicheren Tod  bedeuten würde. Auch das Eindringen von Feuchtigkeit und Parasiten durch Risse  an den Halmen würde die spätere Brut gefährden. Beides erkennen die Insekten beim ersten Check des Insektenhotels und fliegen weiter.

Wer sein unbesuchtes Bienenhotel aufbessern möchte, der kann die schadhaften Röhrchen durch neue ersetzen. Die oben gezeigten sind z.B. aus speziellem Papier und kosten ca. 9 Cent pro Stück. Es gibt sie in verschiedenen Durchmessern. Auch ein Hartholzklotz mit Bohrlöchern von 3-9 mm Durchmesser, können gut verschliffen, die Brutchancen von Wildbienen und Wespen stark erhöhen.

Deshalb teste ich den Eigenbau von Insektenhotels um Wildbienen bei mir anzulocken.

Meine 4 Versionen der Insektenhotels im Test

Ich habe mich für einen Obstholzklotz mit ca. 150 Löchern der Stärke 4, 6 und 8 mm entschieden. Die Bohrlöcher habe ich ausgiebig gesäubert und die Oberfläche mit Schleifpapier geglättet.

Insektenhotel
Ein alter Birnbaum mit Löchern von 4-8 mm als Insektenhotel für Wildbienen. Die Löcher müssen quer gebort und sauber verschliefen werden.

Dann habe ich eine alte Brombeerhecke(ohne Stacheln) eines Freundes abgeschnitten und die Stengel an einem Gartenbindedraht befestigt. So entstanden 2 lange Ketten a ca. 25 Brombeerstengel mit einer Länge von 20-50 cm. Da die Stengel meist nur besiedelt werden wenn diese senkrecht und einzeln angebracht sind, habe ich noch einen kleinen Videoclip dazu erstellt wie ich meine Stengel am Draht befestige. Neben den Brombeerstengel kann man auch Sonnenblumen, Disteln oder Himbeerstengel verwenden. Holunder soll laut Herrn David nicht so gut funktionieren.

In der dritten Version habe ich mir kleinen Papierröllchen in den Stärken von 5- 9 mm bei www.Bienenhotel.de bestellt. Diese Röllchen werde ich in einem alten Tonrohr und kleinen Holzrahmen platziert und den Eingang mit Hasengitter vor Vogel schützen.

Die unten abgebildeten Brettchen sind aus MDF und ich hab mit einer Oberfräse (8mm)hier Gänge gefräst. Gut ich bin kein Schreiner, aber das sieht man ja auch. Den Bienen wird es wurscht sein, hoffe ich mal 🙂 Die Brettchen werden mit einer Abschlussplatte abgedeckt und einem kleinen Spanngurt zusammen gehalten. Das Ganze dient dazu die Bienenkokons besser über den Winter zu bringen. Dazu aber später mehr.

Brettchen aus MDF-Platten mit einem 8 mm Fräskopf bearbeitet.

Alle Nisthilfen sollen vor Regen halbwegs geschützt aufgehängt werden.

Brut von Wildbienen erhöhen-Kokons kaufen

Um die Chancen zu erhöhen das Wildbienen die vorbereiteten Nisthilfen annehmen  werde ich im Frühjahr noch Bienenkokons von Wildbienen kaufen und diese in der Nähe der Bienenhotels zum Schlüpfen aufstellen. Die Kosten pro Kokon betragen je nach Bienenart ca. 50-80 Cent.

Bezugsquellen: www.Mauerbienen.com oder www.Bienenhotel.de

Jetzt im Oktober habe ich mich an die Arbeit gemacht und muss nun bis zum Frühjahr warten ob und wie die Insektenhotels angenommen werden.

Schaut einfach ab und an hier vorbei. Ich werde den Artikel im Frühjahr spätestens wieder aktualisieren und berichte wie es läuft.

Wenn Ihre Fragen dazu habt, schreibt mir hier in die Kommentare oder eine Email.

 

 

 

Apfelsaft selbst pressen

Äpfel mit einer Minikorbpresse entsaften

Apfelpresse und Apfelmühle
Utensilien zum Apfelsaft pressen. Beim ersten Versuch habe ich die Obstmühle auf 2 Holzsteheln gelegt. später mit Schraubzwingen befestigt.Mittlerweile habe ich mir ein eigenes Holzgestell (nicht im Foto) für die Obstmühle bauen lassen. Dadurch bekommt die Mühle einen besseren Halt.

Seit einigen Wochen überlege ich welche Variante der Saftgewinnung für meinen Zweck die praktikabelste ist. Wir haben ein paar Apfelbäume und von Bekannten bekomme ich noch zusätzliche Äpfel. Alles in allem möchte ich in diesem Jahr etwa 60-80 Liter Apfelsaft pressen. Dafür reicht mein Entsafter von Gastroback( meinen Test hier nachlesen) aber nicht mehr aus. Der reicht zwar mal für 10 Liter, aber nur mit viel Mühe. Deshalb brauche ich eine andere Lösung.

Eine Alternative: Obst- und Gartenbauverein

Diese Lösung ist auf alle Fälle sehr gut wenn man eine komplette Apfelernte auf einmal pressen möchte und die Anschaffung einer eigenen Presse scheut. Mit etwas Geduld klappt das dann ganz gut. Man zahlt je nach Menge je Zentner Äpfel ca. 5-6 Euro und bekommt dafür dann seinen Apfelsaft. Pro Zentner (50 kg) Äpfel erhält man ca. 30 Liter Saft.

Eigene Apfelpresse (und Mühle) anschaffen (meine Variante)

Äpfel zerteilen und dann mahlen – mit dem Brett werden die Äpfel aufs Mahlwerk gedrückt. Vorsicht Verletzungsgefahr.

Ich möchte meine Äpfel jetzt je nach Reifegrad pressen, dass ist nicht bei jedem Gartenbauverein so ohne weiteres zeitlich möglich. Deshalb habe ich mich kurzfristig zum Kauf einer kleinen Korbpresse und einer Obstmühle entschieden. Die Kosten für beides betrugen etwa 300 Euro. Dafür bin ich jetzt von den Presszeiten der Vereine, unabhängig.

Saft pressen ist anstrengend, macht aber glücklich

Apfelminipresse
Frisch gemahlene Äpfel kommen in die Minipresse- das weisse Presstuch filtert die Apfelmaische

Das Anstrengendste an meiner  Saftgewinnung per Handpressung ist das Mahlen der Äpfel. Die Hälfte der Äpfel müssen mindestens einmal durchgeschnitten werden und müssen dann mit der Beerenmühle gemahlen werden. Dieser Vorgang ist der mühsamste und zeitaufwendigste. Erst danach kommen die gemahlenen Äpfel in die Korbpresse. Die Presse wird vorher noch mit einem Presssack ( Presstuch) ausgelegt. Dadurch fallen keine Apfelstückchen und Trübteile in den frischen Apfelsaft. Der Presssack ist ein Sack aus grobem Stoff, der ein Loch für den Gewindestab der Beerenpresse besitzt.

Ist die Apfelpresse ( Minikelter) gefüllt, wird er mit zwei halbrunden Holzplatten abgedeckt und kreuzweise mit Holzklötzchen versehen. Hier musste ich mir noch 4 zusätzliche Klötzchen schneiden um eine optimale Saftausbeute  zu erhalten. Aber das ist wie immer Erfahrungssache und muss jeder selbst etwas ausprobieren. Durch langsames drehen des Abschluss-Stückes läuft der Saft aus der Maische heraus. Das Ganze sollte langsam erfolgen, damit der Saft nicht schäumt und so unnötig viel mit Sauerstoff in Berührung kommt.

Apfelsaft aus der Presse
Der frisch gepresste Apfelsaft als Lohn der Mühe

Gegenüber dem Saft aus dem elektrischen Entsafter ist dieser Apfelsaft nicht so geschäumt und die Kerne werden nicht beschädigt. Der Saft aus der Korbpresse ist besser gefiltert, da er langsamer gewonnen wird. Aus ca. 20 Liter gemahlenen Äpfeln werden dann in etwa 7 Liter Saft. Je nach Apfelsorte und Reifezeitpunkt.

Was macht man mit dem Apfelsaft?

Aus dem  (nicht erhitzten) frisch gepressten Apfelsaft kann man Apfelgeele oder Apfelwein machen. Wir trinken den frischen Apfelsaft  pur oder mit Mineralwasser gemischt.  Im Kühlschrank hält sich der Saft ein paar Tage frisch. Man kann aber auch den Apfelsaft abkochen und heiß in Gläser oder Flachen füllen. Dann so kann er bis zu einem Jahr haltbar bleiben.

Der Großteil des Saftes wird bei uns aber zu Most vergoren. Aus dem fertigen Apfelwein machen wir dann Apfelglühwein und Apfelessig.Wie ihr Apfelwein selbst macht, könnt ihr in diesem Artikel lesen.

Fazit: Um effektiver Apfelsaft zu gewinnen werde ich über eine neue Mühle nach denken. Im Internet habe ich einige Eigenkonstruktionen gesehen. Mal sehen wie die Apfelmühle in der nächsten Saison aussieht.

Update Herbst 2017:

Da das teilen der Äpfel sehr viel Kraft kostet ( vorallem bei 200kg) habe ich mir einen Apfelteiler aus Edelstahl machen lassen. Mit dem Sauerkrautstampfer einmal drauf und der Apfel liegt im Behälter in 4-8 Teilen. Danach kommt das Ganze in die Apfelmühle, dann in die Apfelpresse.

Apfelteiler
Die Gitter sind etwas angeschliffen und teilen den Apfel sehr leicht.