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Saatgut gewinnen und für andere verfügbar machen-Teil2 Sortenbetreuung Pro Specie Rara

Vom Saatkorn bis zur Saatgutvermehrung in einem Jahr

Erfahrungsbericht zu meinem ersten Jahr als Sortenbetreuer

Im letzten Jahr hatte ich einen Samenbaukurs von Pro Specie Rara besucht. Danach hatte ich begonnen meine ersten Saaten im Garten aus zu bringen. Was daraus geworden ist und wie es weiter geht- das erzähle ich heute im Teil 2 .

Im Sommer freue ich mich über eine reiche Auswahl an alten Tomatensorten

Im Frühjahr habe ich begonnen mit der Aussaat der Tomatensorte „Auriga“, der Erbsensorte „Graue Buntblühende“ und des Spargelsalat „Roter Stern“. Der Spargelsalat ist nicht wie man ihn sonst kennt, ein Spargel, der als Salat angerichtet wird. Vielmehr ist der „Rote Stern“ eine Salatsorte die hochwächst und einen langen Strunken bildet. Der Hauptstamm wird dann wie Spargel gekocht und gegessen. Die Seitenblätter kann man aber während des Wachstums auch als Schnittsalat immer wieder zwischendurch von der Pflanze ernten. So ist der doppelt nutzbar. Der gekochte Stengel it aber sicher nur etwas für Liebhaber, aber hej, es muss auch eine Vielfalt geben.

Der Spargelsalat „Roter Stern“ ist eine seltene Salatsorte

Das Frühjahr 2021 begann kühl, dunkel und verregnet. Die Erbsen habe ich Mitte März gesät. Der Frost mit minus 10 Grad konnte den Erbsen aber nichts anhaben, sie sind gut gewachsen. Ende März war dann die Aussaat des Spargelsalat und der Tomaten in Vorzucht am Fensterbrett soweit. Aber auch der April und Mai waren in diesem Jahr kälter und mit weniger Sonne als die Jahre zuvor. Deshalb haben auch die Tomaten sehr lange benötigt bis sie keimten und dann heran wuchsen. Ein echtes Geduldsspiel. Einmal habe ich sogar nachgesät weil ich von einem Verlust der ersten Aussaat aus ging. Die Aussaat erfolgte in Saatschalen in Anzuchterde.

Nach dem ersten Heranwachsen der Tomaten kam dann das pikieren Ende April und die Pflänzchen mussten jetzt wegen der drohenden Frostgefahr bis Ende Mai im Haus bleiben. Sie wuchsen sehr gut an meinem hellen Fenster Richtung Osten. Das Westfenster ist bei mir für die Anzucht von Tomaten nicht so gut geeignet. Meine Tomaten sind alle im Freiland ohne Dach gewachsen. Jeweils zwei Tomaten haben sich den Platz in einem 30 Liter Pflanzkübel geteilt. Die Erde war ein Gemisch aus gutem Kompost, Blättern und Gartenerde. Gedüngt habe ich zwischendurch mit Pflanzjauchen, Holzasche und….. Urin. Ja das ist ungewöhnlichund nicht jedermanns Sache. Die Kombination der drei Bestandteile zeigte sich jedoch sehr erfolgreich. Die Düngung habe ich 2-3 mal wiederholt. Urin wurde 1:10 mit den Jauchen gemischt, 1 Teil Urin auf 10 Teile Jauche+ Holzasche.

Zur Tomatenernte ab Mitte August begann dann auch die Samengewinnung. Dabei werden die Tomatensamen mit dem Glibber in ein Glas für einige Tage vergären gelassen. Anschliessend füllt man das Glas mit Wasser auf, wartet kurz bis sich die Samen am Glasboden abgesetzt haben. Dann schüttet man vorsichtig das Wasser ab und achtet darauf das die Tomatensamen im Glas verbleiben. Das Ganze wiederholt man 2-3 mal. Danach spülte ich die Samen noch in einem Sieb mit Wasser ab und klopfe die Tomatensamen anschliessend auf einen Teller. So kann ich die Körner in zwei bis drei Tagen gut ablösen und verpacken.

Die Ernte der Spargelsalatsamen gestaltete sich dagegen schon aufwändiger. Im Spätsommer bildet sich aus den kleinen, gelben Blüten die ersten „Schirmchen“ als zeichen das die Samen reif wurden. Hier muss darauf geachtet werden das man die Blütenstände früh genug erntet um nicht zu riskieren, dass der Wind die Samen weg weht. Ich habe die Stängel mit den Samen abgeschnitten und in einem Karton noch einige Woche gelagert. Danach ging es an das dreschen, zupfen und durchdrücken durch Siebe bis sich die Salatsamen in einer Schlüssel wieder fanden. Die Samen und Pflanzenteile mussten noch von einander getrennt werden. Durch schütteln der Schüssel und gleichzeitigem vorsichtigen pusten, trennten sich die Samen von den Verunreinigungen.

Alle Samen werden jetzt trocken und dunkel in Papiertüten gelagert und warten auf die nächste Aussaat im Frühjahr.

Alte Kartoffelrezepte

Von herzhaft bis süss- so wird in der Oberpfalz gekocht

Kartoffelmaultaschen (oben links), Fingernudeln (oben rechts), Riebler (unten links), Kartoffel-Lebkuchen ( unten rechts).

Vor ein paar Jahren hatte ich die Gelegenheit in der Klostermühle in Cham ( Oberpfalz) an einem Kartoffelkochkurs teilnehmen zu können. Das Motto lautete: “ Alte Oberpfälzer Kartoffelgerichte“. Davon war ich fasziniert und und hatte mich damals gleich bei der VHS in Cham angemeldet. Nur soviel, ich koche 3-4 Gerichte von diesem Kochkurs noch heute regelmäßig bei mir zuhause in der Küche 🙂

Das Grundrezept

Für die allermeisten Kartoffelgericht ist dieses Grundrezept die Basis. Der Kartoffelteig ist ein gut knet- und formbarer leicht trockener Teig. Ausgewalzt lässt er sich in jede beliebiges Rezept einbauen.

1kg Kartoffeln ( vorzugsweise mehlige) mit Schale kochen danach schälen und noch warm durch eine Kartoffelpresse drücken. Diese Masse kalt werden lassen und danach mit etwa 200-300 gr Mehl vermischen. Mit etwas Salz abschmecken und je nach Variante ( herzhaft/süss) weitere Zutaten beigeben.

Mein Lieblingsgericht-Kartoffelmaultaschen mit Äpfeln oder Zwetschgen

Diese Maultaschen schmecken ganz anders als Maultaschen aus Weizenmehl. Ich liebe sie und man kann sie als kleine Mahlzeit zwischendurch auch sehr gut kalt essen. Als Hauptmahlzeit einfach eine Portion mehr essen. Sehr gut können die vorbereiteten und noch nicht gebackenen Maultauschen auch eingefroren( mit der Backform) werden und dann bei Bedarf einfach schnell gebacken werden. So spart man sich die Vorbereitungen für den Teig

Mit dem Grundteig wie oben beschrieben bei Bedarf noch ein Ei zugeben. Es geht aber stattdessen auch ein Esslöffel Sojamehl. Den Teig gut durchkneten und etwa einen halben Centimeter dick ausrollen. Dazu die Masse vorher in 6-8 gleichgrosse Stücke teilen. Dann ausrollen, danach die Äpfel oder Zwetschgen auf der Teigfläche verteilen und die Gegenseite darüber schlagen. So dann die nächsten Teile verarbeiten bis eine gefettete Backform gefüllt ist.

Das Ganze dann bei 180 Grad etwa 45 min gold gelb backen lassen. Zwichendurch mit etwas Butter bestreichen.

Zutaten:

1 kg Kartoffel

Salz und 1 Ei

200-300 gr Mehl

etwa 700-800 gr Äpfel oder Zwetschgen

Zucker, Zimt

Butter für die Backform und das Bestreichen

Mit dem Grundteig können aber noch viele weitere Rezepte gebacken werden. Ob Lebkuchen oder herzhafte Brotaufstriche bis hin zu Fingernudeln oder dem Riebler( bröselig, gebacken). Letzteres zusammen mit Apfelmus serviert, ein Gedicht.

Wortspiel: Die Gerichte werden je nach Region oder Ort anders genannt, manche der Gerichte haben viele verschiedene Namen. So zum Beispiel der Riebler, eine krümmelige Kartoffelspeise die auch Bröislboat, Sterz, Henna Gschoara oder Zwirl genannt wird.

Alte Kartoffelgerichte erfreuen sich in den letzten Jahren sehr großer Beliebtheit.Die Kochkurse waren immer komplett ausgebucht. Aber auch die Gastronomie nimmt immer öfter solche Gerichte auf die Speisekarten und kann sich damit von anderen Betrieben abheben. Ein ,wie ich finde, schöner Trend zugunster der Knolle.

Buchtipp:

“ Erdäpfl, a so a Freid“ Buch und Kunstverlag Oberpfalz

“ Großes Oberpfälzer Kartoffelkochbuch“ Bavarica Verlag

Ein anderes altes Kartoffelgericht

Hier noch ein etwa 100 Jahre altes Kartoffelknödel Rezept aus unserer Familie. Es wird aus gekochten und rohen Kartoffel hergestellt.

Rübenkraut-milchsauer eingelegte Herbstrübe

Eingeltes Rübenkraut

Bisher kenne ich das Rübenkraut nur aus einer kleinen Region im Oberer Bayerischen Wald. Das milchsauer eingelegte Rübenkraut ist dort die Beilage zu Schweinebraten mit Kartoffelknödel. Zu beziehen meist beim örtlichen Metzger, der es oft auf Vorbestellung herstellt. Dieses Kraut wird aus der weiss/violetten und kugeligen Herbstrübe hergestellt. Der Geschmack ähnelt dem von Sauerkraut, um es grob einordnen zu können. Es hat natürlich einen eigenen leicht scharfen Geschmack.

Als Beilage für 4 Personen werden etwa 500-700 gr benötigt. Das entspricht zwei mittel grossen Rüben.

Zubereitung: Die Rübe wird gewaschen, geschält und mit einer Küchenreibe gerieben. Danach lege ich das Kraut in ein Einweckglas und bedecke die Oberfläche mit einem Teil der Rübenschalen. Danach beschwere ich das Ganze mit einem Glasgewicht und fülle das Ganze bis zum Glasgewicht mit Salzlake auf. Salzlake ist Salzwasser das ich so mische bis es einen für mich einen guten salzig, würzigen Geschmack hat. Andere mischen es im genauen Mischungsverhältnis, z.B. 10-20gr pro Kilogramm Rübe Das ist mir aber zu viel Aufwand. Ich schmecke einfach ein Salzwasser ab und fertig 🙂

Vorbereitung zum milchsauer eingelegten Rübenkraut
Vorbereitung für das milchsauer einlegen der Herbstrübe
Frisch gehobeltes Rübenkraut
Die Konsitenz des gehobelten Rübenkrauts

Danach wird das Glas warm gestellt damit der Gärprozess in Gang kommt. Nach 3-6 Tagen ist dieser Prozess abgeschlossen, je nach Temperatur. Danch ist das Kraut fertig um gegessen zu werden. Wer es lagern möchte, kann es einfrieren oder das Glas kühl stellen.

Es gibt aber noch viele andere Methoden des milchsauer Einlegens. Als gutes Buch zum Thema kann ich “ Milchsauer einlegen“ von Claudia Lorenz-Ladener aus dem Ökobuch Verlage empfehlen.

Probiert es doch am besten einfach mal aus und bietet euren Lieben eine Alternative zum Sauerkraut an.

Saatgut alter Gemüsesorten retten vermehren und für die Allgemeinheit verfügbar machen

Erhaltunggarten von ProSpecieRara bei Freiburg

Teilnahme am Samenbaukurs von Pro Specie Rara in Freiburg

Seit längerer Zeit beschäftige ich mich schon mit dem Gedanken etwas Gutes zu tun, am besten mit und im Garten. Erst durch eine Fernsehsendung über ProSpecieRara hat das dann bei mir Klick gemacht.

ProSpecieRara ist eine gemeinnützliche Gesellschaft für die kulturhistorische und genetische Vielfalt von Pflanzen und Tieren in Deutschland. Die Ideen kommt aus der Schweiz, wo auch der Sitz der Muttergesellschaft ihren Platz hat.

Das Wissen um die Vermehrung und seine Tücken

Der erste Schritt um mich als Sortenerhalter zu qualifizieren ist die Teilnahme an einem Samenbaukurs. Dazu fahre ich Ende Juli nach Freiburg und treffe dort auf eine kleine Gruppe Menschen die zum Teil viele hunderte Kilometer (wie ich auch) angereist sind. Der eine hat einen Balkon, die Nächste eine große ungenutzte Wiese. Alle vereint der Wunsch Samen zu vermehren, alte Gemüsesorten anzubauen und die eigene Zeit im Garten sinnvoll zu nutzen.

Im Einsteiger-Samenbaukurs lernen wir erst in Theorie und dann im Garten eines Dreschflegelbetriebes die wichtigen Punkte um eine sortenreine Vermehrung zu erreichen. Im Einsteigerkurs sind dies die Selbstbefruchter wie Salat, Erbsen ode Bohnen

Nach dem Kurs weiß ich dass durch Insekten oder der Wind Einkreuzungen bei Gemüsesorten möglich sind. Dies gilt es unbedingt zu vermeiden. Bei den Selbstbefruchtern ist die Gefahr hierbei klein. Entweder durch Netze oder durch Abstand zu den einzenen Pflanzen lässt sich das verkreuzen bei anderen Sorten unterbinden.

Aber auch das der Bohnenkäfer ein Schädling ist dem man nur durch das einfrieren der Bohnensamen nach der getrockneten Ernte bekämpfen kann.

Wie geht es jetzt weiter?

Im nächsten Schritt werde ich im Winter ein Einsteiger-Set bekommen und kann mich dann mit den ersten leichten Gemüssorten anbauen und das Vermehren wagen. Pro Gemüsesorten sollen etwa 10 Pflanzen angebaut werden. Nur so kann ausreichend Saatgut gewonnen werden. Danach werde ich die Saaten dreschen und die Samen an ProSpecieRara schicken. Dort wird ein Teil im Pflanzenarchiv hinterlegt. Wenn ich dann noch Saatgut habe,kann ich dieses über den Sortenfinder auf der Internetseite der Gesellschaft anderen interessierten zur Verfügung stellen.

Meine anfängliche Begeisterung für Gemüsesamen steigt von Woche zu Woche. Ich werde hier natürlich weiter berichten und halte euch auf dem Laufenden.

Mehr Informationen findet ihr bei: www.ProSpecieRara.de

Wer die gute Sache unterstützen möchte kann ebenfalls Sortenbetreuer werden. Oder kann die Gesellschaft mit einer Spende unterstützen.

IBAN: DE64 6805 0101 0013 0483 03

ProSpecieRara Deutschland gGmbH- Karthäuserstr.49- 79102 Freiburg

Und hilft so mit bei der Sortenvielfalt im Garten.

Der Sortenerhalt ist ein wichtiges Thema und muss immer wieder aufs Neue thematisiert werden. Nur so sind Gärtner frei und unabhängig in ihrer Gemüsevielfalt im Garten.

Buchtipp: „Handbuch Samengärtnerei“ von Andrea Heistinger mit über 400 Seiten zum Thema Sorten erhalten.

Ein kurzer Film von ProSpecieRara aus Basel

Hier gehts zum Teil 2 der Saatgutvermehrung und meinen persönlichen Erfahrungen.

Meine Lieblingspflaume aus der Kindheit wieder finden und vermehren

So fand ich die vergessene Obstsorte aus Kindertagen nach Jahrzehnten wieder

In meiner Kindheit hatten wir einen Pflaumenbaum mit großen, roten,saftigen Pflaumen. Es war jeden Sommer ein Ereignis wie die Pflaumen reif wurden und wir als Kinder uns diese frisch vom Baum einverleibt haben. Viele Jahre später, der Garten und das Haus sind nicht mehr da. Der Baum fiel einem Sturm zum Opfer und wurde abgeschnitten. So war es eben und sollte auch viele, viele Jahre keine Rolle spielen.

Die veredelte Pflaume aus dem Vorjahr blüht Mitte April sehr schön- ich hoffe auf die ersten Pflaumen

Eines Tages fragte mich mein Bruder ob ich bei meiner Recherche über Äpfel und Pflaumen nicht mal über unsere rote Pflaume aus Kindertagen gestoßen bin. Nein, eigentlich nicht, aber wo du es ansprichst…… meine Neugierde war geweckt und ich hatte diese Pflaumen lebhaft vor Augen. Und wie es immer so ist, kein Mensch nennt die Obstsorten bei seinem richtigen Namen. So war es auch bei uns. Wir nannten Sie immer „Russische Kirsche“. Dabei war es eine Pflaume, rund wie eine Kirsche, aber große wie eine Reneklode oder größer. Einen Namen aber suchte ich vergeblich.

Diese Wege führten zum Erfolg

Zwei Wege haben dann zum Erfolg geführt. Ich postete meine Suche in einem großen Gartenforum und beschrieb die Pflaume. Darauf hin bekam ich einige Antworten und schließlich auch ein paar Edelreiser um diese Pflaume zu vermehren. Diese Pflaumensorte entsprach aber laut den Fotos noch nicht ganz meiner „Wunschpflaume“ aber ich bin neugierig und versuche es einfach mal damit.

Im nächsten Schritt habe ich nach Fotos und Texten im Internet recherchiert, sehr lange ohne Erfolg. Dann sah ich ein Fotos in einem Gartenblog das genau die Pflaumen zeigt, die ich aus meiner Kindheit kannte 🙂 Schnell schrieb ich der Bloggerin und wir vereinbarten das ich im Winter ein paar Reiser bekommen kann. Das ist jetzt ein Jahr her und die Reiser sind auch gut angewachsen. Jetzt heißt es auf die erstenPflaumen warten. Wie das Veredeln funktioniert erkläre ich hier anhand von Äpfeln. Das funktioniert aber genau so auch bei anderem Obst. Reiser oder Edelreiser genannt sind die Ästchen die im letzten Jhar am Baum gewachsen sind. Durch das vermeherne über Ästchen können die Eigenschaften der Pflanze 1:1 übertragen werden. Bei der Vermehrung über Kerne wäre dies nicht unbedingt gegeben.

So sieht die Veredelung meiner Pflaume aus.

Ich möchte damit zeigen das man sich sein Liebingsobst aus der Kindheit schon wieder besorgen und in den eigenen Garten bringen kann. Gerade bei meinem Schwerpunkt, den alten Apfelsorten, höre ich immer wieder das jemand eine Apfelsorte sucht, die er früher liebte. Dann gilt es so viele Informationen wiemöglich zusammen zu tragen. Wann war die Sorte reif, wann hat man sie gegessen. Gib es meine Nachbarn noch solche Sorten? Auc h das ist mir schon passiert, das die Lieblingssorte noch beim Nachbarn zu finden ist. Einfach mit dem Nachbarn gesprochen und ein Jahr später wächst ein neuer Baum mit dieser Sorte im Garten

Mit wenig Aufwand wächst die Pflaume jetzt in meinem Garten

Hier seht ihr wie die Veredelung nach einem Jahr aussieht. Die roten Kreise zeigen genau die Stelle an denen jetzt die Pflaumensorte wächst. Die Reiser wachsen auf einem Pfirsichbaum. Ein Zwetschgenbaum wäre auch möglich gewesen.

Das veredeln von Obst ist mittlerweile keine Hexerei mehr. Die Hilfsmittel wie z.B.eine Veredelungszange und die Veredelungsbänder sind heut zu Tage fast überall beziehbar. Ein paar Versuche reichen auch bei Anfängerns aus um Erfolg zu haben. Bei mir war das ganz genau so.

Es gibt keine Garantie, aber mit den oben beschriebenen Wegen kann man sich sicher schon mal einen großen Schritt hin zur Kindheits-Lieblings-vergessene-Obstsorte machen.

Wie die Pflaumensorte heißt, weiß ich leider immer noch nicht. Es handelt sich aber wohl um eine Kirschpflaume oder Myrobalane.

Was brauche ich als Anfänger fürs veredeln?

Ein scharfes Messer, die Reiser, im Winter geschnitten(Ästchen) der Lieblingssorte und ein Klebeband ( z.B. Malerband, Kreppband) zum verbinden. Das sind so die Basisdinge in Kürze beschrieben. Es muss nicht immer ein Veredelungsmesser sein und es sind nicht unbedingt teure Veredelungsbänder nötig. Die Technik und ein paar Versuche an Weidenästen sind schon wichtiger. Aber das könnte ihr auch in meinem Artikel weiter ober verlinkt, nachlesen.

Ich wünsche euch viel Erfolg bei eurer Recherche. Bei Fragen dazu, schreibt mir eine Email.

Insektenhotel bleibt leer

Diese Papierröhrchen sind speziell für Wildbienen konzipiert. Die Röhrchen müssen am hinteren Ende mit Watte oder Papier verschlossen werden.

Was tun wenn das Insektenhotel keine Wildbienen & Co anlockt?

Vor einigen Monaten fragten mich ein paar Kollegen/innen warum sich in ihren Insektenhotels im Garten keine Bienen ansiedeln. Da war ich zuerst einmal überfragt und hatte ehrlich gesagt die Fragen auch bald wieder vergessen. Aber!

Durch ein Video über den Biologen Werner David( www.naturgartenfreude.de) bin dann wieder auf dieses Thema gestossen.   Zum einen erinnerte ich mich wieder an die Frage mit dem Insektenhotel und zum anderen kann ich vielleicht so meine Apfelbäume besser bestäuben lassen. Nach einigen Recherchen war dann klar warum die Insekten sich nicht in den üblichen “ Baumarkt“Hotels ansiedelten. Mein Versuch mit einem gekauften Hummelnest vor 2 Jahren war zwar sehr erfolgreich beim Einsatz zur Bestäubung vonObstbäumen, kostete aber je Saison ca. 100€ pro Nest.

Deshalb suchte ich nach einer natürlichen Lösung die dazu auch noch effektiv und pflegeleicht sein sollte. Durch das Studium der Videos von WernerDavid wurde mir schnell klar das die Wildbienen die Lösung für meine Apfelbäume sein könnten.

Aber warum werden so viele Insektenhotels nicht bewohnt?

1.Falsches Material Viele Insektenhotels sind schlecht verarbeitet und verwenden (z.B. statt Harthölzern), Weichholz wie Fichte oder Tanne. Ausserdem werden meist die Löcher falsch gebohrt ( ins Hirnholz) So splittert das Holz im Inneren des Bohrloches leicht und würde die Biene so verletzten.

2. Schlechte Verarbeitung Die Schnittkanten von Schilfrohren und anderen Halmen sind zu scharfkantig oder gar gequetscht. Dadurch kann sich die Biene ihre Flügel zerreissen, was den sicheren Tod  bedeuten würde. Auch das Eindringen von Feuchtigkeit und Parasiten durch Risse  an den Halmen würde die spätere Brut gefährden. Beides erkennen die Insekten beim ersten Check des Insektenhotels und fliegen weiter.

Wer sein unbesuchtes Bienenhotel aufbessern möchte, der kann die schadhaften Röhrchen durch neue ersetzen. Die oben gezeigten sind z.B. aus speziellem Papier und kosten ca. 9 Cent pro Stück. Es gibt sie in verschiedenen Durchmessern. Auch ein Hartholzklotz mit Bohrlöchern von 3-9 mm Durchmesser, können gut verschliffen, die Brutchancen von Wildbienen und Wespen stark erhöhen.

Deshalb teste ich den Eigenbau von Insektenhotels um Wildbienen bei mir anzulocken.

Meine 4 Versionen der Insektenhotels im Test

Ich habe mich für einen Obstholzklotz mit ca. 150 Löchern der Stärke 4, 6 und 8 mm entschieden. Die Bohrlöcher habe ich ausgiebig gesäubert und die Oberfläche mit Schleifpapier geglättet.

Wildbienenhotel
Ein Birnbaumstamm mit verschiedenen Bohrlöchern als Nisthilfe für Wildbienen

Dann habe ich eine alte Brombeerhecke(ohne Stacheln) eines Freundes abgeschnitten und die Stengel an einem Gartenbindedraht befestigt. So entstanden 2 lange Ketten a ca. 25 Brombeerstengel mit einer Länge von 20-50 cm. Da die Stengel meist nur besiedelt werden wenn diese senkrecht und einzeln angebracht sind, habe ich noch einen kleinen Videoclip dazu erstellt wie ich meine Stengel am Draht befestige. Neben den Brombeerstengel kann man auch Sonnenblumen, Disteln oder Himbeerstengel verwenden. Holunder soll laut Herrn David nicht so gut funktionieren.

In der dritten Version habe ich mir kleinen Papierröllchen in den Stärken von 5- 9 mm bei www.Bienenhotel.de bestellt. Diese Röllchen werde ich in einem alten Tonrohr und kleinen Holzrahmen platziert und den Eingang mit Hasengitter vor Vogel schützen.

Die unten abgebildeten Brettchen sind aus MDF und ich hab mit einer Oberfräse (8mm)hier Gänge gefräst. Gut ich bin kein Schreiner, aber das sieht man ja auch. Den Bienen wird es wurscht sein, hoffe ich mal 🙂 Die Brettchen werden mit einer Abschlussplatte abgedeckt und einem kleinen Spanngurt zusammen gehalten. Das Ganze dient dazu die Bienenkokons besser über den Winter zu bringen. Dazu aber später mehr.

MDF Platten mit der Oberfräse bearbeitet. Die Brutgänge sind ca 14cm lang.

Alle Nisthilfen sollen vor Regen halbwegs geschützt aufgehängt werden.

Brut von Wildbienen erhöhen-Kokons kaufen

Um die Chancen zu erhöhen das Wildbienen die vorbereiteten Nisthilfen annehmen  werde ich im Frühjahr noch Bienenkokons von Wildbienen kaufen und diese in der Nähe der Bienenhotels zum Schlüpfen aufstellen. Die Kosten pro Kokon betragen je nach Bienenart ca. 50-80 Cent.

Bezugsquellen: www.Mauerbienen.com oder www.Bienenhotel.de

Jetzt im Oktober habe ich mich an die Arbeit gemacht und muss nun bis zum Frühjahr warten ob und wie die Insektenhotels angenommen werden.

Fazit: Die Papierröhrchen wurden am besten angenommen, aber auch der Birnenholz Stamm. Die MDF Platten wurden sehr schlecht bei mir angenommen. Hinzu kamen noch ein paar Schilfhalme, die sofort angenommen wurden.

Ich werde jetzt im Folgejahr noch Bambusröhrchen und weitere Naturschilfrohre testen. Ich bin sicher das die Wildbienen beides ebenfalls gut annehmen werden.

Nisthilfe-Rote Mauerbienen
Das Wildbienehotel ist schon ziemlich gefüllt.  Hier habe ich Papierröhrchen mit 9-10 mm verwendet. Anhand der Verschlüsse kann man die Bienenart erkennen. Z.B.Gehörnte Mauerbienen oder rote Mauerbienen etc.

Fotos von Bambus folgen dann im Frühsommer.

Rezept für Kartoffelknödel nach Großmutters Art

Kartoffelknödel (ohne Ei) nach Bayerisch-Böhmischer Art aus der Grenzregion

Kartoffelknödel mit Rübenkraut und Schweinebraten

Die Verlockungen Kartoffelklöße oder Knödel aus fertigem Teig oder angerührtem Pulver zu machen ist sicher groß. Aber wer sich mal selbst etwas herausfordern möchte, der probiert vielleicht dieses Rezept  aus. Das Rezept stammt von meiner Schwiegermutter, die es von ihrer Mutter übernommen hat. Die Knödel werden traditionell zusamenn mit Rübenkraut und Schweinebraten gegessen.

Die Knödel nennt man Ritschiknödel oder auch “ Haarige“, wegen der etwas abstehenden Kartoffelfasern beim fertigen Knödel.

Zutaten für 4-6 Personen:

6 gekochte, geschälte Kartoffel(vw.mehlige) vom Vortag

12-14 rohe, geschälte Kartoffeln(vw. mehlige)

3 alte, geschnittene Semmeln (Brötchen) 1-2 Semmeln zusätzlich zur Reserve sind optimal.

Kartoffelmehl

Salz

Knödelhilfe (nicht zwingend, nur wer schöne weisse Knödel möchte)

Material:

Kartoffelreibe , Küchentuch, Abseiher,Schüssel, sauberes Küchentuch, hoher Kochtopf

Rohe Kartoffeln und geschnittene Semmeln warten auf die Verarbeitung. Die Knödelhilfe lässt die fertigen Knödel schön weiss. Muss man aber nicht machen, ist eine Sache der Optik.

Schritt 1: Die gekochten und geschälten Kartoffeln vom Vortag auf der Kartoffelreibe durchreiben.

Schritt 2: Die rohen Kartoffeln in ein Küchentuch reiben ( die anstrengendste Arbeit) und danach im Küchentuch fest ausdrücken. Die Kartoffelmasse sollte danach eine feste Konsistenz haben.

Mit der Kronenreibe werden die Kartoffel gerieben.

Schritt 3: Die 3 alten, festen Semmeln in kleine Stückchen schneiden(oder fertig geschnitten  kaufen)

Die Kartoffelmasse wird im Küchentuch ausgedrückt

Schritt 4: Die beiden Kartoffelmassen und die Semmeln in eine Schüssel geben und gut durchkneten. Dann noch Kartoffelmehl und wenn gewünscht die Knödelhilfe hinein streuen. Alles nochmal durchkneten und testen ob ein erster kleinerTestknödel beim Formen schon zusammen hält. Wenn nicht, könnt ihr jetzt nochmal Semmeln oder Mehl dazu geben. Wer hierbei unsicher ist ob das Ganze gelingt kann ein Ei dazu geben. Das ist dann die Rückversicherung für diejenigen die unsicher sind.

Schritt 5: Wasser salzen und im Topf leicht zum Kochen bringen. Dann einen kleinen Testknödel machen und diesen für 15 Minuten im Wasser leicht köcheln lassen. Diese Methode ist für den Anfänger sehr gut geeignet um ein Gefühl für die Kartoffelmasse zu bekommen. Wenn der Testknödel hält und sich nicht auflöst, stimmt das Verhältnis des Teiges. Wenn nicht, dem Teig etwas Mehl oder Semmeln zugeben.

Schritt: 6: Knödelteig formen und dabei zuerst die Portion kräftig zusammen drücken und dann erst rollen. Das Rollen der Knödel gelingt am besten mit feuchten Händen. Einfach kurz die Hände unter den Wasserhahn halten.

Die knödel kommen für ca 30 min in leicht köchelndes Salzwasser

Schritt 7: Alle fertig gerollten Knödel vorsichtig ist das kochende Salzwasser legen und zu Anfang für etwa 10 Minuten den Deckel auflegen. Danach die Knödel 1-2 Mal vorsichtig umrühren und den Deckel vom Topf nehmen. Die Kochzeit beträgt insgesamt ca. 20-30 Minuten. Je nach Kartoffelsorte und Größe der Knödel.

Schritt 8: Die fertigen Knödel mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser heben, abtropfen und direkt servieren.

Die Kartoffelknödel passen sehr gut zu allen Fleischgerichten mit Soße.

Viel Spass beim nach kochen.