Aprikosenbaum aus einem Kern

Im letzten Jahr habe ich mir immer wieder leckere Aprikosen aus Frankreich gekauft.

Gleichzeitig habe ich aber auch einen kleinen Aprikosenbaum ( Wilson Delicious) gepflanzt. Diesen hab ich in einer Baumschule gekauft und sollte auch für frostige Lagen bestens geeignet sein.

Pfirsichkeimling
Aprikosenkeimling im Dezember aus Kernen gezüchtet

 

Da kam mir die Idee es mal zu testen aus einem Kern einen Aprikosenbaum zu ziehen. Es ist mir klar, dass die Qualität nie die eines gekauften Baumes sein kann. Aber probieren wollte ich es schon mal. Ich habe aber einen Pfirsichbaum geschenkt bekommen, der auf die selbe Art gezüchtet wurde. Die Früchte sind ganz passabel.

Als ich vorab schon mal recherchierte wie das wohl so geht, lese ich das man die Kerne etwas „vorknacken“ muss. Ohne eine kleine Starthilfe können die Kerne wohl nicht keimen.

Knacken der Kerne vor der Keimung

Das vorknacken der Kerne ( gilt übrigens auch für Pfirsichkerne) geht am einfachsten in dem man sich eine feste Unterlage ( Holzbrett) sucht und den Kern hochkant langsam und mit leichten Schlägen mit einem Hammer bearbeitet. Sobald der Kern etwas aufknackt, aufhören. Der Kern kann dann so in die Erde.

Mein Versuch die Kerne mit einem Nussknacker zu bearbeiten sind kläglich gescheitert.Bei mir sind die Kerne auf einen Satz komplett zerdrückt worden. Man hat da kein richtiges Gefühle die Schale nur ein wenig anknacken zu können.

Wichtig ist es noch die Kerne über lange Zeit über in einem leicht feuchten Topf einzupflanzen.  Vom Herbst bis zum Frühjahr etwa, danach sollte man schon etwas von den Keimlingen sehen.

Meine Kerne sind im August in die Erde gekommen und stehen in einem leicht beheizten Raum. Nach 2 Montaen ist ein Kerne aufgekeimt. Und nach weiteren 2 Monaten kommen nochmal 2 Kerne heraus.

Man sollte also etwas Geduld beim warten auf die Keimlinge aus Pfirsich oder Aprikosenkernen haben!

Im Frühjahr werde ich die Pflänzchen ins Freiland setzen. Das Wachstum der Keimlinge im beheizten Raum ist enorm. Manche wachsen in einer Woche bis zu 5 cm hoch.

Es wird aber einige Jahre dauern bis die so gepflanzen Bäumchen die ersten Früchte tragen. Geduld ist hier die erste Pflicht.

Nachtrag am 04.01.14: Nur wenige Tage nach diesem Artikel sind die neuen Keimlinge höher gewachsen als der erste. Jetzt haben sie aktuell eine Höhe von fast 20 cm.

Nachtrag Anfang April:  Jetzt sind die 4 Bäumchen schon ziemlich groß geworden. Mal sehen wie die Früchte später schmecken.

Aprikosenbaum
Aprikosenbäumchen aus Kernen, nach 7 Monaten über 40 cm hoch

Habt ihr auch schon mal einen Obstbaum erfolgreich aus einem Kern gezüchtet?

 

2 Gedanken zu „Aprikosenbaum aus einem Kern“

  1. Hallo Wolfgang, danke für diesen Artikel. Aprikosen haben es mir angetan und so habe ich schon eine ganze Anzahl aus Kernen gezogen, darunter auch Wildaprikosen. Bisher blühen sie aber noch nicht, sind aber auch erst 2-3 Jahre alt.
    In einem Gespräch mit einem Bauern neulich kam heraus, dass viele Anbieter von Obstweinen etc. eine eigene, kleine Baumschule (oft verteilt auf mehrere Standorte) haben und dort Sämlinge ziehen. Dann wird nach Jahren aussortiert und die besten (für diesen Standort) direkt für den Bedarf vor Ort weiter vermehrt.
    Das ist etwa auch meine Strategie, da Sämlinge sie beste Anpassung erreichen und die entstehenden Variationen durchaus positiv überraschen können. Der Kern nimmt in der Erde Informationen aus der Umgebung auf und somit ist die entstehende Pflanze bestens vorbereitet. Somit kommen meine Kerne pur in die Erde vor Ort, keine Sonderbehandlung, höchstens mal im Kastenbeet, weil es dort wärmer ist.
    Die Keimzeit dauerte bisher meist bis zu 2 Monate. Was bis dahin nicht gekommen war, kam auch bis zum Folgejahr nicht mehr. Das kann aber auch am lehmigen Bde liegen, der Herbst bis Frühling meist sehr feucht ist. Oder die Wühlmäuse, die ja ihre eigenen Gestaltungsideen haben, wollen mich mal wieder überraschen.
    Ich gehe übrigens davon aus, dass nur die Samen, die in ihrer Schale aufgehen, es auch verdienen zu Pflanzen zu werden. Hier könnte man als Argument natürlich den Vergleich zu Kirschen nehmen und sagen: Wildtiere fressen das Fallobst und es gibt bei der Verdauung die Stratifizierung. Dennoch würde ich dann lieber den Vorgang durch kurzzeitiges Einlegen in Säure simulieren, als die Kerne zu knacken.
    Im letzten Jahr gekaufte, bereits geknackte Samen keimten relativ schlecht, keine höhere Erfolgsquote als bei den naturbelassenen.
    Da dein Beitrag schon länger her ist: Wie machten sich die Zöglinge denn über die Jahre?
    Viele Grüße aus Werder, Christian

  2. Hallo Christian,
    vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Meine Sämlinge haben es leider nicht überlebt, die Wühlmäuse haben es sich schmecken lassen.
    Ein gekaufter Aprikosenbaum bringt zwar erste Blüten, aber der Standort ist einfach zu kalt und die Blüten bekommen bis jetzt jedes Jahr Frost ab.
    Obwohl nur ein paar Meter weiter weg ein Pfirsichbaum jedes Jahr eine regelmäßige Ernte hat. Ausser in diesem Jahr, da war der Frost doch zu heftig.

    Deshalb hab ich mich mehr auf Apfelbäume und in diesem Jahr das Veredeln konzentiert. Mit Aprikosen klappt es nicht so im kalten Bayerischen Wald.

    Schade, aber vielleicht gewöhnt sich der Baum ja noch ans Klima.

    Schöne Grüsse
    Wolfgang

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