Schöllkraut
Eines der bekannteren Heilkräuter ist das Schöllkraut, es gehört zu den Mohngewächsen und der lat. Name Chelidonium geht auf das griech. Wort „Schwalbe“ zurück. Gerüchteweiser glaubte Plinius, dass der gelbe Saft des Schöllkrauts von den Vögeln dazu verwendet wurde, um den Jungen die Augen zu öffnen.
Dieser gelbe Saft ist tatsächlich das Auffälligste an der Pflanze. Allerdings nimmt kaum jemand die Pflanze selbst wahr, sie wächst recht unauffällig an Wegrändern, Schuttplätzen und Mauern. Viele bezeichnen das Schöllkraut auch schlicht als Unkraut. Weil in früheren Zeiten der Saft gegen Warzen und Krätze benutzt wurde, hat die Heilpflanze auch den Namen Warzenkraut. Das Schöllkraut wird ca. 60cm hoch und ist eine stark verzweigte Pflanze mit behaartem Stengel und kleinen gelben Blüten. Die Früchte selbst sind Schoten. Der Saft des Schöllkrauts direkt auf der Haut ist übrigens ätzend. Da es eine eher stille, wenig beachtete Heilpflanze ist, gibt es eigentlich keine offiziell wissenschaftlich belegte Anwendung.
Schon in der Antike nutzte man sie als Leber und Gallentonikum wie auch noch heute. Später dann wurde der Saft gegen Hauterkrankungen eingesetzt, außerdem bei Darmpolypen und Brusttumoren. Grundsätzlich wird es aber gegen Asthma, Arteriosklerose, Bluthochdruck, Krämpfen, Gicht und Wasseransammlungen eingesetzt. Außerdem soll es eine gewisse Wirkung bei Magenkrebs haben.
Man sollte aber auf jeden Fall standardisierte Fertigpräparate verwenden, da sie kontrollierte Gesamtalkaloide enthalten.
Weitere Informationen zu Heilkräutern: Schafgarbe + Heilkräuter im Mittelalter + Bachblüten

