Hollunderernte

Holunder ist vielseitig verwertbar

Viele holen sich ihre Ration von Holunderblüten oder Holunderbeeren von wild wachsenden Sträuchern, aber immer mehr Gartenbesitzer wollen die kleine Hausapotheke praktischerweise bei sich im Garten haben. Wie auch immer, in beiden Fällen bekommt man den Grundstoff für viele Rezepte und Hausmittel frisch gepflückt und muss nicht auf Konserven im Lebensmittelmarkt zurückgreifen. Für das Ernten der Blüten und Früchte bekommt man von vielen langjährigen Erntern oft wertvolle oder natürlich auch manch überflüssige Tipps, hier einige davon.

Die richtige Erntezeit

Die Ernte sowohl von Blüten als auch von Beeren soll ausschließlich bei schönem Wetter stattfinden und das dann möglichst früh, bevor die Sommerhitze sich voll entladen kann.
Die Blütendolden kann man von Mai bis Juli, und die Beeren von Ende August bis Oktober pflücken. Blätterernter für das Ansetzen von Hausmitteln unterscheidet man in junge Blätter( von März bis Mai) und alter Blätter(bis Oktober), die Wurzeln des Holunders kann man hingegen jederzeit ausgraben, aber die Nutzung sollte wegen der Giftigkeit nur Profis durchgeführt werden.

Blüten, Blätter und Beeren

Um die beste Blütezeit für die Ernte nicht zu verpassen nicht, wie oft gesagt, bis zum Johannistag im Juni warten. Bei manchen Holundersorten kann es bis dahin schon vorbei sein mit den schönsten Exemplaren. Ausserdem ist der Termin wetterabhängig. Und für Freunde des Mondzyklus, bei Vollmond sollen die Blütenstoffe besonders konzentriert vorhanden sein. Meiden sollte man Bäume und Sträucher an viel befahrenen Straßen, in derNähe von frisch gespritzten Wiesen und von Abfallflächen. Soweit die Tipps.
Für die Ernte besorgt man sich ein scharfes Messer oder und eine Gartenschere. Man sollte nicht einfach alle Früchte oder Blüten nehmen, sondern gezielt die aussuchen, die nicht schon „müde“ aussehen, dreckig und staubig sind oder gar von Schädlingen befallen sind. Außerdem ist es vor allem bei der Blütenernte ganz wichtig nur einen Teil der Dolden zu ernten und einen Teil für das Beerenwachstum und auch für den weiteren Fortbestand und die Verbreitung der Pflanze stehen zu lassen.
Wie bei den meisten Früchten, gilt auch hier, möglichst rasch verarbeiten und zubereiten. Man kann trocknen, oder einfrieren

Hollunder trocknen

Dafür sollte man das Erntegut sehr vorsichtig reinigen und waschen und dann auf geeigneten Unterlagen trocknen, aber bitte nicht an die pralle Sonne stellen. Außerdem kann man auch im Backofen auf einer gleichmässig niedrigen Temperatur von ca. 30Grad die Blüten und sonstiges trocknen.
Nach dem Trocknungsvorgang, die Blüten gefühlvoll von der Dolde reiben. Alle geernteten Teile des Holunders wie Blätter, Blüten  oder Beeren zerkleinern(Mörser!) und in geeignete Behältnisse füllen, dabei haben sich Porzellan oder Keramik als sehr gut geeignet herausgestellt, eventuell kann man das Erntegut auch in Holzbehälter geben. Um die Wirk- und Inhaltsstoffe des Holunders optimal zu nutzen, sollten aller Holunder innerhalb eines Jahres aufgebraucht werden.
Eine weitere Option für die Verwertung ist das Einfrieren. Auch hier wird alles gewaschen und leicht getrocknet, mit einer Gabel die Beeren vom Stiel entfernen, unreifes nicht miteinfrieren, Blüten möglichst dicht an der Dolde abschneiden.
Die  Beeren kann man ganz normal im Folienbeutel, der fest anliegen soll, verpacken. Darauf achten, dass man keinen Sauerstoff mehr in die Beutel lässt, sonst kann der Inhalt austrocknen. Die Blüten, ebenso wie Blätter, mit wenig Wasser in Eiswürfelbehälter füllen, die man dann später in größere Tüten umfüllt. Dem gesamten Holundererntegut dann „schockfrieren“, also mit der Schnellfroststufe anfrieren. Das soll das bilden von Eiskristallen verhindern. Danach bei etwa 18 minus ganz herkömmlich einfrieren.

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