Von der Heilpflanze zum Medikament
Anbau und Verwendung von Heilpflanzen in der Medizin
Achtung: Seien Sie sehr vorsichtig bei der Verwendung von Heilpflanzen
Der Arzneipflanzenanbau spielt in Deutschland eine große Rolle. Bei hohen Bedarf an hochwertigen Heilpflanzen werden sie in ganzen Kulturen angebaut. Durch den kontrollierten Anbau ist die Pflanze exakt definiert und homogen. Verwechslungen und Verfälschungen sind dadurch deutlich reduziert. Pflanzen mit bekannten wirksamen Inhaltsstoffen können durch gezielte Züchtung höher mit den Stoffen angereichert werden. Da der Bedarf stetig steigt, gibt es in Deutschland viele öffentliche Forschungsprojekte, so laufen bei der Humboldt Universität in Berlin Versuche mit der Pestwurz oder dem Sonnenhut. Viele Pflanzen werden mittlerweile hauptsächlich durch den Anbau von Kulturen gewonnen, nicht mehr durch Wildsammlungen, dazu gehören Ingwer, Ginseng, Knoblauch, Mariendistel oder die Artischocke. Alle diese Pflanzen sind zu mehr als 80% aus Arzneimittelanbei, zum Großteil Wildsammlungen entsprechen im Moment Baldrian, Weißdorn, Efeu, Keuschlamm oder die Teufelskralle.
All diese planzlichen Heilkräuter und -pflanzen sind Bestandteile von Arzneien. Dafür gibt es eine genaue Definition. Diese Arzneimittel besitzen ausschließlich einen oder mehrere pflanzliche Stoffe. Unter diesen pflanzlichen Stoffen versteht man zerkleinerte oder geschnittene Pflanzen, Pilze, Flechten und Algen. Sie können unverarbeitet, getrocknet oder frisch sein. Sie werden hergestellt durch Extraktion, Destillation, Pressung, Reinigung oder Konzentrierung. Eingeteilt werden die Heilpflanzenarzneien in Sicca, das sind Trockenextrakte von mindestens 95%, in Spissa, dies sind sogenannte Dickextrakte, also zähflüssig mit mindestens 70% Trockenextrakte, in Fluidextrakte, das sind Flüssigzubereitungen, und schließlich noch Tinkturen.
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